Schlagwort: „Antifa“

Warum hat die Linke in der Coronakrise versagt?

von Jan Müller

Inhaltsverzeichnis

  1. Die bundesdeutsche Linke bis 1989
  2. Die konterrevolutionäre Offensive
  3. Das Epochenjahr 1989 und der Niedergang der Linken
  4. Die neuen Biedermenschen
  5. Warum hat die Linke bei Corona versagt?
  6. Was tun?
  7. Verwendete Literatur und Filme

Vorwort

Um Frage zu beantworten, warum die bundesdeutsche Linke in Corona-Krise zum großen Teil versagt hat, muss zunächst geklärt werden, was die Linke eigentlich ist. Das geht nur durch einen Blick in die Geschichte. Als Versagen wird hier die nahezu flächendeckende Zustimmung der Linken zu den Corona-Zwangsmaßnahmen verstanden, die auf die Etablierung einer Diktatur der aggressivsten Teile des globalen Monopolkapitals hinauslaufen.

Der folgende Artikel kann als Fortsetzung des Thesenpapiers „Dark Winter“ verstanden werden.

Dieser Debattenbeitrag gibt nicht unbedingt die Position der Freien Linken wieder, sondern nur die Meinung des Autors.

1. Die bundesdeutsche Linke bis 1989

In den Ständeversammlungen der frühen Neuzeit saßen Adel und Klerus rechts vom König auf der bevorzugten Seite, das Bürgertum links vom König. Daraus ergab sich die Bedeutung, dass die Rechte Privilegien der Geburt oder des Besitzes verteidigt, die Linke dagegen diese infrage stellte und eine mehr egalitäre Gesellschaft anstrebt.

Als das Bürgertum an die Macht kam, wurde es selbst konservativ. Die Linke war in Deutschland nach 1871 weitgehend mit der Arbeiterbewegung identisch. In der Weimarer Republik standen sich hier die Kommunisten, die eine soziale Revolution befürworteten und die Sozialdemokraten, die angeblich den Kapitalismus durch Reformen überwinden wollten, gegenüber.

Im Faschismus wurden die Organisationen der Linken vernichtet. Nach dessen Niederringung übernahm in der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR die aus Kommunisten und Sozialdemokraten gebildete SED die Macht. In der BRD wurde die KPD 1956 verboten und Kommunisten zu 10.000den eingekerkert, häufig von den gleichen Richtern, die sie bereits im Faschismus verurteilt hatten.

Die SPD gab 1959 im Godesberger Programm ihren Anspruch auf, den Kapitalismus durch Reformen überwinden zu wollen und akzeptierte diese Produktionsweise vollständig. Sie vollzog damit ihre Politik seit 1918 programmatisch nach. Nun bezeichnete sie sich nicht mehr als Arbeiterpartei, sondern als große Volkspartei der Mitte. Zwar gelang es den Gewerkschaften noch bis 1989 in zum Teil harten Kämpfen, den Arbeitern einen Anteil am gestiegenen gesellschaftlichen Wohlstand zu sichern, aber als politischer Faktor spielte die traditionelle Arbeiterbewegung seit 1956 keine Rolle mehr.

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Bericht von der Großdemonstration in Wiesbaden am Samstag, den 13. März 2021

Wir veröffentlichen hier einen Bericht von der Großdemonstration am Samstag, den 13. März 2021 in Wiesbaden, an dem Mitglieder der Freien Linken teilgenommen haben.

Am Samstag, den 13. März fanden in allen Landeshauptstädten Demonstrationen oder sonstige Veranstaltungen gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen statt, demnach auch in Wiesbaden, der Hauptstadt von Hessen. Hier gab es keine Demo, sondern nur eine Kundgebung in der Reisinganlage vor dem Hauptbahnhof. Beginn war 16:00 Uhr.

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Nicht überall, wo links draufsteht, ist links drin

Offener Brief von Linken an Alle

Vorbemerkung der Redaktion: Wir veröffentlichen hier einen am 18. Juni 2020 auf Facebook erstveröffentlichten offenen Brief einiger Linker zum Verhalten der Mainstreamlinken bei Demonstrationen gegen die autoritären Corona-Maßnahmen. Die hier geäußerten Ansichten geben nicht in jedem Fall die Position der Freien Linken bzw. der Redaktion des Freien Funkens wieder.

In vielen Städten protestieren Menschen gegen die Corona-Maßnahmen und für die Einhaltung des Grundgesetzes. Ja, mancherorts sind die Proteste entweder von der AfD initiiert oder bereits übernommen worden. Aber längst nicht überall. Ein Beispiel dafür ist Leipzig.

Dort haben sich die Organisatoren unter Beifall gegen Rassismus, Nationalismus und Gewalt ausgesprochen. Die Redner forderten ein Ende der Maßnahmen, die die Bundesregierung bis heute nicht gerechtfertigt habe. Sie warnten vor Kollateralschäden, wie Jobverlust, Armut, Depressionen und Nichtbehandlung anderer Krankheiten. Einer geißelte zugleich den Kapitalismus und das Geldsystem. Eine Rednerin hatte Angst vor nicht validierten Impfungen. Kritisiert wurde auch der Umgang mit den Kindern – geschlossene Tagesstätten und Schulen, Kinder, die abgehängt würden und psychische Probleme entwickelten. Vor allem aber bangten die Protestler um ihre Grundrechte.

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„Kühe, Schweine, Ostdeutschland“. Warum ich die Antifa verlassen habe.

Kritik eines Häretikers. Ein Meinungsbeitrag

Im folgenden Essay werde ich aufzeigen, wie ein Freund-Feind-Denken und Dialog-Verweigerung nicht zum linken Traum von Utopia führt, sondern zurück in dunkelste Barbarei.

Man könnte mich als Häretiker und Ketzer des linken Dogmatismus beschreiben, aber mein Anliegen ist keinesfalls die Diffamierung linker Werte, sondern der Ruf nach höheren Standards und Authentizität.

Ein Häretiker ist jemand, der nicht mit einer etablierten Einstellung, Doktrin oder einem Prinzip konform geht. In der Theologie wird Häresie wie folgt definiert: Ein bekennender Gläubiger, der religiöse Ansichten vertritt, die im Gegensatz zu denen stehen, die von seiner Kirche akzeptiert werden oder Lehren ablehnt, die von dieser Kirche vorgeschrieben werden.

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Nachlese vom Schweigemarsch am 22.11.20 in Berlin – eine albtraumhafte Realsatire

Vorbemerkung der Redaktion: Dieser Text erschien am 22.11.2020 im Community-Blog der Wochenzeitung der Freitag. Was im Herbst letzten Jahres zu beobachten war, blieb leider kein Einzelfall – derlei argumentationsleere Angriffe, pauschale Diffamierungen und aggressive Diskursverweigerung seitens einer kniefälligen Linken, der jegliche Analyse- und Differenzierungsfähigkeit abhanden gekommen scheint, sind auch heute noch an der Tagesordnung. Der Artikel hat leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt und wird dem Freien Funken deshalb zur Zweitpublikation zur Verfügung gestellt. Der Autor schwang früher in einem linken Zentrum den Kochlöffel. Als Historiker forschte und publizierte er u. a. zum NS vor 1933 und proletarischen Milieus, war an einem Erinnerungsprojekt zu deportierten Jüdinnen und Juden beteiligt und betrieb biographische Recherchen für die Stolperstein-Initiative. Zuletzt saß er in einer Kommission zur Umbenennung einer Straße, die den Namen eines deutschen Kolonialisten trug.

Corona-Demos – Wenn die Antifa die Putztruppe für autoritäre Dekretregierer macht und alles niederbrüllt, was nach Kritik riecht, sei es auch noch so notwendig und angemessen.

Man soll seine Eindrücke von Erlebten ja zu Papier bringen, solange sie noch frisch sind – und genau das tue ich jetzt, wo mir der Unglaube und die Fassungslosigkeit über das, was ich gerade erleben musste, noch in den Gliedern sitzt.

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Demonstration am 27.02.2021 in Halle „Für Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ und die anschließenden Ereignisse

vom „Bündnis für transparente Bürgerpolitik“ in Zusammenarbeit mit Aktivisten der Freien Linken

Für den 27.02.2021 wurde vom „Bündnis für transparente Bürgerpolitik“ eine Demonstration mit anschließendem Umzug in Halle (Saale) angemeldet. Diesem Bündnis gehören unter anderem auch Personen an, die bei weiteren Bündnissen und Bewegungen – wie beispielsweise der Freien Linken Sachsen-Anhalt – aktiv sind.

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COINTELPRO & Transatlantifa

von Pedro Kreye

Vorbemerkung der Redaktion: Dieser Beitrag erschien zuerst auf Nemeticos Politblog. Der Freie  Funken veröffentlicht ihn mit freundlicher Genehmigung des Autors hier wieder.

Ich möchte mich mit diesem Artikel vor allem an diejenigen Leser wenden, die sich weitgehend als „links denkend“ oder „links fühlend“ einschätzen. Heute sind viele einstmals so wohldefinierte Begriffe ins Rutschen gekommen sind.

Es gibt Leute, die der Auffassung sind, dass die Begriffe „links“ und „rechts“ überholt seien und deswegen zu verwerfen seien.

Dieser Meinung bin ich ausdrücklich nicht. Im Propaganda-Sprech vor allem dem der Mainstream-Medien haben diese Begriffe oft ihre ursprüngliche Bedeutung verloren, oder die Bedeutung der Begriffe wurde geradezu ins Gegenteil umgepolt.

Verkürzt ausgedrückt: Wo „links“ dransteht, ist manchmal oder oft gar nicht mehr „links“ drin, und wo „rechts“ dransteht, gar zu oft auch nicht wirklich „rechts“.

Das schafft viel Verwirrung.

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