Die Inter­ven­tion­is­tis­che Strö­mung für Rät­edemokratie (ISR) in der FL bietet kün­ftig an ver­schiede­nen Orten fol­gen­den Ver­anstal­tungstyp an:

Rüstzeug (Vorträge – Sem­i­nare – Filmabende – Gesprächsrunden)

EINLADUNG

Am Don­ner­stag, den 26.8.2021 ver­anstalte ich in Berlin für die ISR um 20:00 Uhr einen Vor­tragsabend mit dem Titel „Lebenswerte Zukun­ft – Liebe und Arbeit in der Utopie Charles Fouriers“.

Charles Fouri­er ist ein Name, der nur noch weni­gen poli­tis­chen Aktivis­ten der Gegen­wart bekan­nt ist. Zu Unrecht, denn Fouri­er hat­te geis­tes­geschichtlich eine gewaltige Wirkung, vor allem auf die Grün­der des wis­senschaftlichen Sozial­is­mus, Karl Marx und Friedrich Engels. Sie verehrten Fouri­er ger­adezu hym­nisch, nan­nten ihn ein „Genie“, der das „Ei des Kolum­bus der Sozial­philoso­phie“ gefun­den habe.

Mit Charles Fouri­er verbindet mich per­sön­lich ein Umbruch in mein­er per­sön­lichen Lebens­geschichte. Seit 1971 war ich ein rev­o­lu­tionär­er Sozial­ist gewe­sen und hat­te mich in zahlre­ichen linken Grup­pen und gesellschaftlichen Bewe­gun­gen engagiert.

In den Jahren 1994–1995 wandte ich mich, angeekelt von den Aktiv­itäten ein­er gewis­sen Jut­ta von Dit­furth und ihrer pseu­do-linken Gefol­gschaft, von der poli­tis­chen Linken und auch vom Marx­is­mus ab und suchte nach neuen Wegen für die Gestal­tung ein­er lebenswerten Zukunft.

Ich war dann viele Jahre lang aktiv in der Bewe­gung der Lebens­ge­mein­schafts-Grün­der (ein­er sehr het­ero­ge­nen Bewe­gung, die keinen fest­gelegten Namen trägt, aber bemerkenswerte Pro­jek­te von dur­chaus auch sta­bilen Großge­mein­schaften her­vorge­bracht hat).

In diesem Zusam­men­hang erforschte ich auch die Geschichte dieser Bewe­gung und stellte fest, dass diese Geschichte eine lange Rei­he von Vor­denkern und Vor­läufern besaß, sog­ar schon in der Antike und auch im Mit­te­lal­ter (ich erin­nere nur an die zahlre­ichen christlichen Häretik­er, die immer wieder gemein­schaft­sori­en­tierte Grup­pen und Strö­mungen erzeugten und her­vor­bracht­en). Zwangsläu­fig stieß ich auf die soge­nan­nten utopis­chen Sozial­is­ten, deren direk­te Vor­läufer etwa die Lev­ellers und Dig­gers in der englis­chen Rev­o­lu­tion waren. Der charis­ma­tis­che religiöse Sozial­ist und Gemein­schafts­grün­der Eti­enne Cabet verkün­dete Anfang des 19.Jahrhunderts in Frankre­ich: Die Zukun­ft der Welt gehört der Gemein­schaft, habt also Ver­trauen.“ Früh­sozial­is­ten wie John Humphrey Noyes grün­de­ten ganz prak­tisch exper­i­mentelle Gemein­schaften wie die „Onei­da Com­mu­ni­ty“ (in den USA), in der die Konzepte „freie Liebe“ und Grup­pene­he ver­fol­gt wurden.

In diesem Zusam­men­hang stieß ich zwangsläu­fig auch auf Charles Fouri­er und einige Bruch­stücke sein­er Texte. Diese erstaunten und verblüfften mich zuerst, zogen mich aber mehr und mehr in ihren Bann, so dass ich mich mit ihm näher beschäftigte. Charles war allerd­ings kein Gemein­schafts­grün­der, son­dern ein Vor­denker, und ich musste begreifen, dass dieser Vor­denker selb­st heute noch in seinen zen­tral­sten Gedanken der Zeit weit voraus war und ist. Nicht umson­st ist seine Zukun­ftsvi­sion von der zukün­fti­gen Gesellschafts­form der Har­monie als die „ulti­ma­tive Utopie“ beze­ich­net wor­den, die im Grunde nicht übertrof­fen wer­den kann.

Warum das so ist, das wird spätestens in meinem Vor­trag klar.

Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass Marx und Engels glühende Verehrer Fouri­ers zeit ihres Lebens waren und seine Visio­nen den Aus­gangspunkt ihrer Arbeit­en darstellte. Jeden­falls war es so, dass Charles Fouri­ers geistiger Ein­fluss mich mit unen­trinnbar­er Macht dazu brachte, mich erneut mit Marx, Engels, Lenin usw. zu beschäfti­gen. Ich nahm und rollte also „den Faden neu auf“.

Ich begann, die „Klas­sik­er“ aus ein­er neuen Per­spek­tive und mit neuen Augen wieder zu lesen (vor allem die soge­nan­nten Früh­schriften), und siehe da, da waren viele Gedanken und Textstellen, die ich zwar schon irgend­wie kan­nte, die ich aber niemals wirk­lich ver­standen hat­te, die mir nun aber auf Anhieb ein­leuch­t­end, fol­gerichtig und trans­par­ent erschienen.

Um es auf den Punkt zu brin­gen: ich begriff, welche Vorstel­lun­gen vom Kom­mu­nis­mus wirk­lich (!) Marx, Engels und andere bewegt haben mögen, nach­dem sie Fouri­er „wis­senschaftliche Forschung, küh­les, vorurteils­freies, sys­tem­a­tis­ches Denken, kurzum Sozial­philoso­phie“ bescheinigt hatten.

Und ich begriff auch, was dieser berühmte Satz let­ztlich bedeutet: „Die Philosophen haben die Welt nur ver­schieden inter­pretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“

Ist das Ziel ein­mal klar, und sei es auch noch so fern, dann kommt es darauf an, zur Tat zu schreiten.

An dieser Erfahrung, von den „Klas­sik­ern“ wegen der Degen­er­a­tion der zeit­genös­sis­chen poli­tis­chen Linken abge­fall­en zu sein und durch die großar­tige Vision des Charles Fouri­er „den Faden wieder aufgenom­men“ zu haben und die „Klas­sik­er“ neu zu ver­ste­hen und erst wirk­lich zu erken­nen, möchte ich viele andere Men­schen, die sich „links fühlen oder denken“, teil­haben lassen.

Gliederung des Vortrages:

1. Leben und Werk (Überblick)

2. Grundgedanken (Fouri­ers Begriffe und Kategorien)

3. Wirkungs­geschichte (Fouri­er und andere utopisch-sozial­is­tis­che und früh­sozial­is­tis­che Schulen)

4. Die Liebe in der Har­monie (Liebe und Sex­u­al­ität in der Zukunftsgesellschaft)

5. Über die Frei­heit in der Arbeit (Arbeit und Arbeit­sor­gan­i­sa­tion in der Zukunft)

6. Fouri­er und Marx­is­mus (die Ver­drän­gung der „konkreten Utopie“ aus dem {Pseudo-}„Marxismus“ durch den Stal­in­is­mus) Nach dem Vor­trag gibt es ein offenes Gespräch und Austausch.

Wer teil­nehmen möchte und meine Adresse noch nicht ken­nt: ein­fach eine PN in Telegram (@nemetico) , Mail () oder SMS an mich.

Nemeti­co (Pedro Kreye)

Mit­glied der FL Berlin und der Inter­ven­tion­is­tis­chen Strö­mung für Rät­edemokratie (ISR) inner­halb der FL