Kritik an der Corona-Maßnahmenverschärfung aus Sicht der Anarchistischen Libertären Strömung der FREIEN LINKEN

von Anarchistische Libertäre Strömung der FREIEN LINKEN

Am 08. Novem­ber trat in Sach­sen die 2G-Regel (Geimpft und/oder Gene­sen) für die Teil­nahme am öffentlichen Leben in Kraft. Weit­ere Bun­deslän­der, allen voran Bay­ern und Berlin sind nun nachge­zo­gen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dies in ganz Deutsch­land flächen­deck­end gilt. Mit dieser ver­schärften Regelung ver­lassen wir nun endgültig die schein­pro­tek­tiv­en Pfade des über Monate etablierten Zwangs­ge­sund­heits­fetis­chis­mus hin zu ein­er eigentlich für jeden sicht­baren offenkundi­gen Apartheitsgesellschaft.

So wer­den nun Men­schen, die sich gegen eine „Imp­fung“ entsch­ieden haben oder diese aus gesund­heitlichen Grün­den nicht erfol­gen kann, von der Teil­habe am gesellschaftlichen Leben aus­geschlossen. Sie sind somit kein akzep­tiert­er Teil der Gesellschaft mehr und durch die ent­zo­ge­nen Gle­ich­heit­srechte fak­tisch zu Men­schen zweit­er Klasse degradiert. Spätestens an dieser Stelle sollte nun bei allen Men­schen eine schrille Alar­m­glocke läuten.

Schon seit Monat­en wird im Vor­lauf von 2G mas­siv­er Druck, mit exis­ten­tieller Rel­e­vanz, auf ungeimpfte Men­schen aus­geübt, der den Nürn­berg­er Kodex, nach dem medi­zinis­che Ein­griffe eine aktive und frei­willige Ein­willi­gung nach informiert­er Aufk­lärung erfordern, außer Kraft set­zt. Zudem wird ein Verzicht auf Kon­takt mit ungeimpften Men­schen unge­hemmt propagiert, ganz zu schweigen von wie selb­stver­ständlich gelebtem Hass, Het­ze und Dif­famierung gegen diese Men­schen. All dies zeigt Charak­ter­is­ti­ka ein­er Gesellschaft, die in faschis­tis­che Gefilde aufge­brochen ist, eine Entwick­lung, gegen die alle Linken selb­stver­ständlich auf­begehren sollten.

Selb­st die wis­senschaftliche Erken­nt­nis, dass ein Schutz vor ein­er Sars-Cov2-Infek­tion und Infek­tion­sweit­er­gabe durch die ver­füg­baren Impf­stoffe nicht wie sug­geriert aus­re­ichend gewährleis­tet wer­den kann wird geflissentlich ignori­ert 1. Aber die Her­ren­men­schen scheren sich in post­fak­tis­chen Zeit­en nicht um logisch nachvol­lziehbare Entschei­dun­gen denn „Her­ren­men­schen – Haben das Sagen“ 2. Prinzip­iell ist eine Ungle­ich­be­hand­lung und Diskri­m­inierung von allen Men­schen zu verurteilen.

Es scheint, der Weg wis­senschaftlich­er Dat­en in poli­tis­che Entschei­dun­gen ste­ht somit nur genehmen Dat­en offen, ein klas­sis­ch­er Fall aus der Rubrik con­for­ma­tion bias par excel­lence, also im Effekt eine Zen­sur oder Selb­stzen­sur, die nur noch zulässt, was in das herrschaftliche Nar­ra­tiv passt oder zumin­d­est nicht wagt es in Frage zu stellen.
Bewor­ben wird eine falsche schein­heilige „Sol­i­dar­ität“ die doch irrwitziger Weise ver­sucht die Impflinge zu altru­is­tis­chen Mär­tyr­ern zu erk­lären. Dies ist jedoch keine echte Sol­i­dar­ität und auch mit­tels Impf­druck erzwun­gene Sol­i­dar­ität ist keine solche. Sol­i­dar­ität braucht keinen Druck durch geschürte Äng­ste mit der Drohkulisse von Repres­salien und Grup­pen­zwang. Zudem wer­den die Opfer von Neben­wirkun­gen mit den Fol­gen der­sel­ben allein gelassen. Für der­lei Irrel­e­vantes am Coro­na-Him­mel scheint das Wort Sol­i­dar­ität dann ganz eilig aus dem Werte- und Hand­lungsreper­toire aus­geklam­mert zu werden.

Die in Artikel 3 des Grundge­set­zes fest­ge­hal­te­nen Gle­ich­heit­srechte haben den Zweck genau eine solche Entwick­lung wie wir sie nun erleben zu ver­hin­dern. Man kann den Ver­lust von etwas jedoch nur empfind­en, wenn man sich des Innehabens dieses oder der Sehn­sucht danach jemals bewusst war. Und wer sich nicht bewegt kann seine Fes­seln nicht spüren.

Unsere kap­i­tal­is­tisch aus­gerichtete Gesellschaft kul­tiviert jedoch – durch Kon­sum­glo­ri­fizierung und Kon­sum­betäubung der Men­schen – die Iso­la­tion der Bevölkerung vom Frei­heits-bewusst­sein und Frei­heits­be­griff. Das seit Monat­en verord­nete social dis­tanc­ing sowie die poli­tisch vor­angetriebene Spal­tung der Gesellschaft führte zudem die Iso­la­tion der Men­schen in zutief­st wider­natür­liche Sphären. Die iso­la­tion­is­tis­che Gefahr erkan­nte schon Bakunin, indem er kon­sta­tierte: „Endlich kann der isolierte Men­sch kein Bewußt­sein sein­er Frei­heit haben“ 3.

Die mit 2G einge­führte Apartheit befeuert außer­dem die Ent­men­schlichung der Gesellschaft, ohne die vor Augen geführte War­nung zu erken­nen. Bakunin sagte dies­bezüglich tre­f­fend „Nur solange ich die Frei­heit und das Men­schen­tum aller Men­schen, die mich umgeben, anerkenne, bin ich selb­st Men­sch und frei“ 4.

Wir Anar­chis­ten stellen uns gegen diese Entwick­lung und sagen mit Erich Müh­sam „Frei­heit ist der Inbe­griff alles anar­chis­tis­chen Denkens und Wol­lens. … um der Frei­heit willen kämpfen wir für Gle­ich­heit, Gegen­seit­igkeit und Selb­stver­ant­wortlichkeit …“ 5.

Anar­chis­mus ste­ht für eine Gesellschaft, welche die Prinzip­i­en der Herrschaft, Macht­miss­brauch und Zwang auf allen Ebe­nen auss­chließt und auf Basis gemein­schaftlich vere­in­barter Regelun­gen verbindende Sol­i­dar­ität, Gle­ich­w­er­tigkeit, Frei­heit und Frei­willigkeit lebt und dabei die ver­schiede­nen Bedürfnisse jedes Einzel­nen anerken­nt und in gegen­seit­ig geregel­tem Ein­vernehmen befriedigt. Der Staat als solch­es ist dementsprechend kein geeignetes Instru­ment, um das Zusam­men­leben von Men­schen zu gestalten.

Was aber ist der Staat tat­säch­lich, der meint uns mit 2G beglück­en zu müssen und meint uns vor uns selb­st beschützen zu dür­fen? Män­ner mit Waf­fen, zu denen sich jet­zt eben auch jene Män­ner und Frauen mit Spritzen gesellen. Der Staat, der uns seg­regiert, sprich uns spal­tet und gegeneinan­der aufhet­zt. Teile und herrsche, ein Prinzip so alt und doch so mod­ern. Ein Moloch voll mit kor­rupten Poli­tik­ern die scham­los die Drehtür schwin­gen und mitunter direkt aus dem Man­dat auf gut hon­ori­erten Posten in der oli­gop­olen Wirtschaft lan­den. Skru­pel­lose Kar­ri­eris­ten in der Bürokratie des Staates, die bere­itwillig das exeku­tieren was die Lob­by­is­ten der Mächti­gen durch direk­te Ein­flussnahme gegen die Inter­essen der Bevölkerung in Geset­ze ein­fließen ließen. Jet­zt teilt er wieder, die Guten ins Kör­bchen, die Schlecht­en müssen zukün­ftig draußen bleiben. Die Schlecht­en das sind die ungeimpften Gesun­den, die Nonkon­for­men, die sich im „heili­gen“ Krieg der Wehrkraft des Volk­skör­pers entziehen wollen und dreist auf der Selb­st­bes­tim­mung über ihren Kör­p­er bestehen.

Nein mit uns Anar­chis­ten ist das nicht zu machen, wir beste­hen auf der unbe­d­ingten Frei­willigkeit ein­er jeden Impfentschei­dung. „Frei ist der Men­sch, welch­er frei­willig han­delt, der alles, was er tut aus der eige­nen Ein­sicht der Notwendigkeit oder Wün­schbarkeit sein­er Tat ver­richtet“ 6. Dieser Staat ist ein­er, der sich nicht mehr an sein Grundge­setz hält und
durch plumpe unver­hoh­lene Erpres­sung seine Bürg­er nötigt auf ihr im Grundge­setz Art.2.2 garantiertes Recht auf kör­per­liche Unversehrtheit zu verzicht­en. Aber wann küm­merte ihn das schon, die „Schlacht­bänke“ der Geschichte geben jeden­falls ein grauen­haftes Zeug­nis davon.

Die staat­streuen Panik­trou­ba­doure mit unter­schiedlich­ster Motivlage faseln etwas von „muti­gen Entschei­dun­gen“, als ob es Mut braucht um Mitläufer zu sein. Dahin­ter ste­ht auch in Wirk­lichkeit die Auf­forderung Mit­täter zu sein, denn die Aus­gren­zung und Diskri­m­inierung von Men­schen ist ein Ver­brechen. Zudem ein Ver­brechen aus nieder­sten Motiv­en, ist die basierende Triebkraft doch sehr häu­fig in poli­tis­chem Oppor­tunis­mus und finanzieller Vorteil­nahme zu sehen. Mutig wäre es zu sagen „ich mache da nicht mit“, etwa Ärzte und Ärztin­nen die Neben­wirkun­gen ernst nehmen und infolgedessen bei dem Exper­i­ment nicht mehr mit­machen, es würde zeigen eine Lehre aus der Geschichte gezo­gen zu haben und für ein men­schen­würdi­ges Leben in Selb­st­bes­tim­mung einzutreten. Aber was zählt denn die Selb­st­bes­tim­mung der Bürg­er eines Lan­des für jene die danach tra­cht­en sich aus den Mit­teln des Staates gut dotierte „rep­utable“ Pfründe zu verschaffen?

Für die Bürokrat­en eines Staates ist die Mehrheit der in ihm leben­den Men­schen reine Ver­fü­gungs­masse und für die Oli­garchen, mit denen sie kooperieren eine Ressource. Bei­den geht es in ihrem tech­nokratis­chen Macht­wahn um Kon­trolle. „Zwis­chen der rev­o­lu­tionären Dik­tatur und dem Staat­sprinzip gibt es nur äußer­liche Unter­schiede. In Wahrheit wollen bei­de das Gle­iche: die Beherrschung ein­er Mehrheit durch eine Min­der­heit im Namen der angenomme­nen Dummheit der ersteren und der angenomme­nen höheren Intel­li­genz der let­zteren. Deshalb sind bei­de gle­icher­maßen reak­tionär. Ihr Ergeb­nis ist die dauernde Fest­set­zung der poli­tis­chen und ökonomis­chen Vor­rechte der herrschen­den Min­der­heit und die poli­tis­che und ökonomis­che Ver­sklavung der Volks­massen … “ 7.

Wir Freie Linke der Anar­chis­tisch Lib­ertären Strö­mung wer­den uns der Knechtschaft nicht beu­gen, wir sind keine gefügi­gen Sklaven denn wir haben Men­schlichkeit im Herzen und sind in freien Gedanken geeint mit den freien Denkern aller Zeit­en denen Frei­heit, Frei­willigkeit und echte Sol­i­dar­ität unverzicht­bare Ide­ale waren und sind. „In einem Staat gibt es notwendi­ger­weise Beherrschung und deshalb Sklaverei; ein Staat ohne offene oder ver­steck­te Sklaverei ist undenkbar … “ 8.

Wir laden dazu ein mit uns zu disku­tieren, wie wir zukün­ftig leben wollen, stellen aber gle­ich fest 2G oder 3G sind für uns keine Lösun­gen, son­dern Auswüchse des Prob­lems und geben gle­ich eine Antwort mit: In FREIWILLIGKEIT, FREIHEIT und echter SOLIDARITÄT gegen jede Form von FASCHISMUS!


1 Sin­ganayagam A et al., 2021, Lancet Infect Dis. Com­mu­ni­ty trans­mis­sion and viral load kinet­ics of the SARS-CoV­‑2 delta (B.1.617.2) vari­ant in vac­ci­nat­ed and unvac­ci­nat­ed indi­vid­u­als in the UK: a prospec­tive, lon­gi­tu­di­nal, cohort study. doi: 10.1016/S1473-3099(21)00648–4
Kampf G, 2021, Lancet. COVID-19: stig­ma­tis­ing the unvac­ci­nat­ed is not jus­ti­fied. doi: 10.1016/S0140-6736(21)02243–1
2 Zitat aus Song­text „Her­ren­men­schen“ der Punkband Hass, 1992
3, 4 Michail Bakunin, Gott und der Staat. 1871
5, 6 Erich Müh­sam, Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat. 1933, Fanal-Ver­lag Erich Mühsam
7, 8 Michail Bakunin, Staatlichkeit und Anar­chie. 1873

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