von Tim Foyle

Vorbe­merkung der Redak­tion: Dieser Artikel erschienen zuerst auf report­ing for beau­ty am Sam­stag, 14. August 2021, wurde von Bas­t­ian Baruck­er am 12. Okto­ber in deutsch­er Über­set­zung veröf­fentlicht und wurde hier mit fre­undlich­er Genehmi­gung übernommen.

Wie das Über­leben der Men­schheit von unser­er Bere­itschaft abhängt, das “Welt-Ego” anzuerken­nen und ihm uns zuzuwenden.

Jede Analyse der Gesellschaft, die die Auswirkun­gen des psy­chopathis­chen Ele­ments (oder genauer gesagt, der “erfol­gre­ichen” anti­sozialen Per­sön­lichkeit) und ihre par­a­sitäre Ten­denz nicht berück­sichtigt, wird kläglich scheit­ern. Für mich war es ein tief­eres Ver­ständ­nis dieses Phänomens, das es mir schließlich ermöglichte, die weit ver­bre­it­ete offen­sichtliche Ver­wüs­tung und Mis­sach­tung men­schlich­er Werte zu erk­lären. Diese waren mir auf­grund mein­er Erfahrun­gen mit gewöhn­lichen men­schlichen Wesen – die größ­ten­teils fre­undlich, gewis­senhaft und ohne grandiose Ambi­tio­nen oder über­mäßige Selb­s­ther­rlichkeit erscheinen – nicht erklärbar.

Bei dem Ver­such, zu analysieren, wie psy­chopathis­che Pläne großen Aus­maßes mit so wenig Wider­stand vorankom­men kön­nen – wie ein schreck­lich­es offenes Fam­i­lienge­heim­nis -, schlage ich vor, dass die Beziehung jedes Einzel­nen zu äußer­er Macht – und damit zu der unbe­stre­it­baren Tat­sache, dass sich rück­sicht­slos­es Eigen­in­ter­esse in der Welt man­i­festiert – als Ein­teilung in Grup­pen von Arche­typen betra­chtet wer­den kann. Diese Grup­pen bilden Meta-Beziehun­gen zueinan­der, wie wider­sprüch­liche und manch­mal zusam­men­wirk­ende Aspek­te dessen, was man als eine speziesweite Meta-Psy­che beze­ich­nen kön­nte. Diese befind­en sich in einem chro­nisch dys­funk­tionalen, aber sta­bilen Zus­tand, der die Mehrheit von uns bis zu einem gewis­sen Grad von der unerträglichen Real­ität der unmen­schlichen Kräfte, die let­ztlich die wichtig­sten Entschei­dun­gen des Tages dik­tieren, abfed­ert oder betäubt.

Diese Analyse spiegelt eine indi­vidu­elle Psy­che wider, die den ego­is­tis­chen Antrieb hin­ter ihren dys­funk­tionalen Hand­lun­gen voll­ständig ver­leugnet – unfähig, sich die grundle­gende Gier, Wut und Verblendung, die ihr selb­stzer­störerisches Ver­hal­ten antreiben, einzugeste­hen und sich damit auseinan­derzuset­zen. Sie bewegt sich von ein­er Tragödie zur näch­sten, gefan­gen in einem inneren Dia­log der Recht­fer­ti­gung, Ver­schleierung und Pro­jek­tion, ohne jemals zu riskieren, dass das Ego selb­st – die eigentliche treibende Kraft hin­ter dem Chaos und der Dishar­monie – ans Tages­licht kommt. Ich werde auf diese Analo­gie zurück­kom­men, da sie für ein echt­es Ver­ständ­nis des hier unter­sucht­en The­mas von zen­traler Bedeu­tung sein könnte.

Als Säugling erweit­ert sich unser Bewusst­sein für unsere Umwelt allmäh­lich, bis wir eine Vorstel­lung von einem Zuhause haben, das wir mit Mil­liar­den von See­len teilen. Gle­ichzeit­ig entwick­eln wir eine Art innere Beziehung zum Konzept der äußeren Macht und Autorität: ihre Gültigkeit und unsere Rolle in Bezug auf sie. Wie diese riesi­gen Konzepte let­z­tendlich in der indi­vidu­ellen Psy­che lan­den und wie sich unser konzep­tionelles und emo­tionales Per­sön­lichkeits­gerüst entwick­elt, um sie zu umfassen, bes­timmt, zu welch­er der fol­gen­den Grup­pen wir gehören. Jed­er von uns entwick­elt – bewusst oder unbe­wusst – eine Grun­de­in­stel­lung zur Gesamtheit der Men­schheit und zur Tat­sache der äußeren Macht, die unseren Platz inner­halb des Ganzen und unsere Hal­tung dazu bes­timmt. Ich behaupte, dass diese Ein­stel­lun­gen, auch wenn sie sub­til und im All­ge­meinen unbe­dacht sind, von großer Bedeu­tung dafür sind, wie sich die Macht­dy­namik zwis­chen diesen Grup­pen abspielt. Die Gesund­heit und Integrität dieses Zusam­men­spiels ist unmit­tel­bar dafür ver­ant­wortlich, dass die unge­heuer­lichen Ungerechtigkeit­en, die wir als “nor­mal” anse­hen – seien es die alten oder die neuen For­men -, entwed­er gestört oder erle­ichtert wer­den. Ich hoffe, dass diese Analyse oder dieser Überblick uns helfen kann, Ereignisse und gesellschaftliche Nor­men bess­er zu inter­pretieren und let­ztlich Wege zu find­en, diesen schreck­lichen Sta­tus quo irrel­e­vant und nichtig zu machen.

Die vier Strate­gien, Hal­tun­gen, Rollen, Klassen oder Arche­typen, die ich iden­ti­fiziert habe, sind:

  • Der Par­a­sit oder Lügner
  • Der fliegende Affe oder Statussuchende
  • Der Ide­al­ist oder Träumer
  • Der Folk oder das Opfer

Diese Grup­pen neigen dazu, sich in der hier gezeigten Rei­hen­folge in ein­er pyra­mi­dalen Struk­tur anzuord­nen. Wenn Sie sich gegen solche Ver­all­ge­meinerun­gen sträuben, schlage ich vor, dass Sie sich eine Welt vorstellen, in der es nur diese Kat­e­gorien gibt. Wie würde eine solche Welt aussehen?

Das Volk

Die Klasse der Schafe, Zeu­gen oder Opfer. Ihr Ver­hält­nis zum Ganzen ist im Wesentlichen das eines pas­siv­en Beobachters – ihr Sinn für per­sön­liche Ver­ant­wor­tung reicht nicht weit und ihre Beziehung zu Macht und äußer­er Autorität wird nie ern­sthaft in Betra­cht gezo­gen – es fehlt ihnen das Ver­trauen, Autorität in Frage zu stellen. Meis­tens haben sie gute Absicht­en und fol­gen den Ereignis­sen, ohne sich zu beschw­eren oder sie zu hin­ter­fra­gen – allerd­ings kön­nen sie zum Han­deln angeregt oder manip­uliert wer­den. In diesem Fall ist ihre Beziehung zu solchen Hand­lun­gen kurzsichtig und let­ztlich prinzip­i­en­los. Obwohl sie sich der Par­a­siten und Lügn­er bewusst sind, nehmen sie im All­ge­meinen das, was ihnen gesagt wird, für bare Münze. Es han­delt sich um men­schliche Wesen, deren Unschuld und Naiv­ität sie anfäl­lig für par­a­sitäre Täuschun­gen machen. Sie haben sich nie einge­hend mit der Frage beschäftigt, was ein Par­a­sit ist, und haben sich nie Gedanken darüber gemacht, wie die Welt aus der Sicht des Par­a­siten aussieht.

Obwohl das Volk in Einzelfällen bösar­tig, grausam und unmen­schlich sein kann, hegen sie im Großen und Ganzen keine bösen Absicht­en und haben keine Ambi­tio­nen zu herrschen oder die Prob­leme der Men­schheit zu ver­ste­hen oder zu lösen. Sie sind sicher­lich keine Bedro­hung für die Frei­heit, außer indi­rekt, da sie nicht geneigt sind, sie zu schätzen oder zu schützen, da sie sich mit leib­lichen Genüsse zufrieden geben. Im All­ge­meinen erken­nt diese Klasse das Gute und das Böse, ver­fügt aber nicht über die nötige Skep­sis, um einen Wolf im Schaf­spelz zu erken­nen. Selb­st wenn dies der Fall wäre, kön­nten Faul­heit und Feigheit ein angemessenes Han­deln ver­hin­dern – was einen großen Sprung ins Unbekan­nte und eine völ­lig andere Kat­e­gorie bedeuten würde.

Diese Klasse hat sicher­lich das Poten­zial, die Qual­itäten eines wahrhaft huma­nen Wesens zu man­i­festieren, ist aber im gegen­wär­ti­gen Zeital­ter ver­wirrt, abge­lenkt, ängstlich und lässt Prinzip­i­en und Integrität ver­mis­sen – größ­ten­teils auf­grund der Machen­schaften der Par­a­siten-Klasse. Man kön­nte sicher­lich argu­men­tieren, dass die Größe und Leicht­gläu­bigkeit dieser Gruppe derzeit die Haupt­fak­toren sind, die die Par­a­siten-Klasse stärken.

Eine Anmerkung zur Intel­li­genz ist hier ange­bracht. Intel­li­genz kann schw­er zu bes­tim­men sein, daher möchte ich klar stellen, dass die Klasse, die ich ger­ade beschrieben habe, mein­er Mei­n­ung nach nicht generell weniger intel­li­gent ist als die anderen Klassen. Das kommt ganz darauf an, wie wir Intel­li­genz definieren. Mein­er Mei­n­ung nach gibt es eine ober­fläch­liche Intel­li­genz, die jedes Detail kat­a­l­o­gisiert und ihr Wis­sen zur Schau stellt – sie strebt nach Sicher­heit, Sta­bil­ität, Selb­st­bestä­ti­gung und materiellem Vorteil. Dann gibt es die Intel­li­genz, die ver­sucht, etwas von den Tiefen der Wirk­lichkeit zu ver­ste­hen – oder bis zu einem gewis­sen Grad zu ver­ste­hen -. Sie strebt selb­st­los nach Erleuch­tung, Wahrheit und dem Wohl des Ganzen; Intel­li­genz auf der Suche nach Weisheit. Es gibt sicher­lich viele gelehrte, bele­sene und rechthaberische Intellek­tuelle unter den Völk­ern, die eine Analyse wie die, die ich hier ver­suche, nicht ver­ste­hen wür­den und die sich vor der tief­greifend­en Ver­ant­wor­tung drück­en, um die es mir hier let­ztlich geht. Umgekehrt gibt es viele Men­schen, die es instink­tiv sehr gut ver­ste­hen wür­den, die sich aber bewusst für eine pas­sive Rolle in Bezug auf das Ganze entschei­den oder diese akzep­tieren, indem sie eher die alltägliche als die lebensverän­dernde Wahrheit suchen, find­en und sich mit ihr begnügen.

In bud­dhis­tis­chen Begrif­f­en würde man diese Gruppe am besten als im Reich der Ruhe wohnend oder dazu neigend beschreiben. Die drei übri­gen Klassen unter­schei­den sich vom Volk durch ein unter­schiedlich­es Maß an Selb­st­be­wusst­sein, Selb­st­bes­tim­mung, Ego­is­mus, Ide­al­is­mus und Vision. Jed­er von ihnen sieht in der Welt etwas, mit dem er sich beschäfti­gen kann. Sta­tus, Macht, Reich­tum und das große Ganze sind für sie von großem Inter­esse, allerd­ings auf ganz unter­schiedliche Weise.

Der Parasit

Der Par­a­sit ist die Man­i­fes­ta­tion des reinen Ego­is­mus. Das sind die “Eliten”, die “Mächti­gen”, die Oli­garchen, die ver­suchen, die Welt und die Wahrnehmung der anderen Klassen durch ihre Manip­u­la­tio­nen zu for­men. Sie sind die glob­ale Mafia – Erzkrim­inelle, die Ver­schwörungsleugn­er und Zufall­s­the­o­retik­er für ein para­noides Hirnge­spinst hal­ten. Ihr Ver­hält­nis zum Ganzen ist das des Erober­ers oder Raubtiers. Sie sehen die Welt als materielle Beute und Macht als etwas, das es zu erlan­gen und zu beherrschen gilt. Nicht alle Psy­chopa­then sind Par­a­siten, aber da alle Par­a­siten zweifel­sohne Psy­chopa­then sind, werde ich mich mit dieser nach­fol­gend Kat­e­gorie beschäftigen.

Die meis­ten Psy­chopa­then sind keine Serien­mörder. Es gibt nur sehr wenige Serien­mörder – aber viele Psy­chopa­then. Man geht davon aus, dass zwis­chen 1 und 5 Prozent von uns dem psy­chopathis­chen Spek­trum ange­hören, was weltweit etwa 70 bis 400 Mil­lio­nen Men­schen entspricht. Zu dieser Gruppe gehören diejeni­gen, die leicht soziopathisch und psy­chopathisch sind (die Unter­schei­dung ist hier nicht wichtig), und diejeni­gen, die extrem psy­chopathisch sein kön­nen, aber in der Lage sind, in der Gesellschaft moralisch zu funk­tion­ieren, indem sie den Weg des Volkes wählen. Einige psy­chopathis­che Eigen­schaften kön­nen sog­ar von großem Wert sein, wenn sie huma­nen Zweck­en dienen: Furcht­losigkeit, ziel­stre­bige Entschlossen­heit, klar­er Fokus und die Fähigkeit, mit trau­ma­tis­chen oder bedauer­lichen Sit­u­a­tio­nen umzuge­hen und schnell darüber hin­wegzukom­men. Dann gibt es die weniger “erfol­gre­ichen” Psy­chopa­then, die in den unteren Schicht­en der Krim­i­nal­ität zu find­en sind, von der Unternehmenswelt über die Poli­tik bis hin zur Straße. Jen­seits dieser Unter­grup­pen ste­ht die psy­chopathis­che “Elite”: die Klasse der Par­a­siten – von denen zumin­d­est einige wahrschein­lich in ein psy­chopathis­ches Umfeld hineinge­boren und so erzo­gen wur­den, dass sie men­schliche Wesen als min­der­w­er­tiger als sich selb­st betra­cht­en. Man kön­nte argu­men­tieren, dass keine Gruppe eine solche Konzen­tra­tion, Entschlossen­heit, Rück­sicht­slosigkeit, Geris­senheit, Wider­stands­fähigkeit, Strate­gie, klar umris­sene Absicht­en und Zugang zu Ressourcen hat. Das Einzige, was ihnen wirk­lich fehlt, sind Zahlen.
Der klin­is­che Sam­mel­be­griff für diese ver­schiede­nen Patholo­gien – die mit mess­baren Hirn­funk­tion­sstörun­gen ein­herge­hen – ist “anti­soziale Per­sön­lichkeitsstörung”. Dieser anomalen Gruppe fehlen viele der Eigen­schaften, die man am ehesten mit Men­schlichkeit assozi­iert: Ein­füh­lungsver­mö­gen, Mit­ge­fühl, Reue, Besorg­nis, Bedauern und Kum­mer. Was eine solche Per­son über Schön­heit, Kun­st, Wahrheit, Gewis­sen, Frei­heit, Moral, Mut, Weisheit, Wert und Men­schlichkeit an sich “fühlen” kön­nte, sind alle­samt faszinierende Fra­gen. Es genügt zu sagen, dass die extrem­sten Beispiele dieser Denkweise einen “kalt­blüti­gen” Man­gel an Skru­pel und eine ziel­stre­bige und eigen­nützige Natur aufweisen, die für men­schliche Wesen fast unmöglich zu begreifen oder sich auch nur vorzustellen ist. Doch diesen großen Sprung der Vorstel­lungskraft zu wagen, ist vielle­icht die drin­gend­ste Auf­gabe unser­er Spezies. Um dem offen­sichtlichen Irrsinn unser­er Welt einen Sinn zu geben, müssen wir unbe­d­ingt ver­suchen, den enor­men Ein­fluss der “erfol­gre­ichen” anti­sozialen Per­sön­lichkeit voll zu berücksichtigen.
Stellen Sie sich vor, wenn:

  • Sie hät­ten keine Liebe für die Men­schheit und sähen den Rest von uns als Hen­ry Kissingers “nut­zlose Ess­er”, Yuval Noah Hararis “glob­ale nut­zlose Klasse”, oder tat­säch­lich, wie die meis­ten von uns in den let­zten Jahren beze­ich­net wur­den: ein­fach unwesentlich. 
    • Genau die Eigen­schaften, die als men­schlich geschätzt wer­den, erschienen Ihnen als Schwäche und Dysfunktion.
    • Die Regeln, denen die Schafe fol­gen, waren ein­fach nichts für Sie.
    • Der einzige Nachteil ein­er unmoralis­chen oder unge­set­zlichen Hand­lung war das Risiko, erwis­cht zu werden.
    • Dop­pel­moral war für Sie eine ganz natür­liche und akzept­able Meth­ode, um Ihre Ziele zu erreichen.
    • Ihr Fach­wis­sen über das Ver­ständ­nis und die Manip­u­la­tion der men­schlichen Psy­cholo­gie der Massen war in der Geschichte beispiellos.
    • Sie hal­ten Ihre Unmen­schlichkeit so gut ver­steckt, dass die Real­ität und das Aus­maß ihrer anti­sozialen Per­sön­lichkeitsstörung anderen fast völ­lig unbekan­nt waren.
    • Sie wussten ganz genau, dass die große Mehrheit der Men­schen über­haupt nicht in der Lage war, sich vorzustellen, wie wenig Achtung ihr vor ihnen hattet.
    • Sie waren in der Lage, weniger “erfol­gre­iche” Psy­chopa­then und Sta­tussym­pa­thisan­ten zu erken­nen, auszu­manövri­eren und zu manip­ulieren, um Schutzschicht­en zwis­chen dem Volk und Ihnen zu schaffen.
    • Die einzige Gren­ze für Ihre Ziele war – was?

Man sagt, dass der “erfol­gre­iche” Psy­chopath uns bess­er ken­nt als wir uns selb­st, denn er hat ein Leben lang gel­ernt, sich “nor­mal” zu ver­hal­ten. Dazu muss er genau wis­sen, wie nor­mal aussieht, ein method­is­ches Ver­ständ­nis der men­schlichen Psy­cholo­gie haben und ein über­durch­schnit­tlich­es Tal­ent für Mimikry besitzen. (Anm. BB: “Die Mimikry beze­ich­net in der Biolo­gie eine Form der Nachah­mung von visuellenaudi­tiv­en oder olfak­torischen Sig­nalen, die dazu führt, dass dem Nachah­mer und Fälsch­er Vorteile durch die Täuschung des Sig­nalempfängers entste­hen.” (wikipedia)

Eine Welt der ständi­gen Ver­wirrung, des Zweifels und der Angst ist für den Par­a­siten das Beste. Eine solche Welt gibt ihm die Möglichkeit, zu stehlen und zu manip­ulieren, während das Volk abge­lenkt ist. Wenn er alle Ele­mente kon­trol­lieren kann – die Quelle der Angst, des Zweifels oder der Ver­wirrung sowie das gesamte Spek­trum der Reak­tio­nen – dann ist für ihn alles per­fekt für ihn arrang­iert. Er kann den Rest von uns hin­ter­fra­gen und sich­er­stellen, dass jed­er Vorteil ihm zugute kommt. Auf diese Weise wer­den Krisen von der gesucht­en “Lösung” abgeleit­et. Verän­derun­gen jeglich­er Art sind die Ver­bün­de­ten des Par­a­siten, wie es in ver­schiede­nen Sprich­wörtern zum Aus­druck kommt, die seit langem mit der Klasse der Par­a­siten in Verbindung gebracht wer­den: Solve et Coag­u­la – auseinan­der brechen und wieder zusam­men­fü­gen; Ordo Ab Chao – Ord­nung aus dem Chaos, und, in jüng­ster Zeit noch bekan­nter, “lass nie eine gute Krise ungenutzt ver­stre­ichen” (vor allem, wenn man sich die Mühe gemacht hat, sie zu verur­sachen). Diese Welt des unaufhör­lichen Wan­dels sorgt dafür, dass die Men­schen ständig verun­sichert sind und ihnen das Ver­trauen fehlt. In diesem Zus­tand sind sie leicht zu bee­in­flussen. Sobald sich eine neue Norm etabliert hat, begin­nt ihre Entwurzelung – und eine neue Bedro­hung wartet nur darauf, über­trieben oder aus dem Nichts her­auf­beschworen zu werden.

Häu­fig wird diese Denkweise als Klis­chee eines para­noiden Fanatik­ers abge­tan, der in Ehrfurcht und Angst vor ein­er “allmächti­gen” Kabale lebt – den Illu­mi­nat­en, den “elitären” Blut­lin­ien oder anderen iden­ti­fizier­baren Grup­pen. Ich gebe hier nicht vor, die Funk­tion­sweise dessen zu ver­ste­hen, was ich die Par­a­siten-Klasse nenne, und das ist auch nicht nötig. Ich glaube gewiss nicht, dass sie allmächtig sind – weit gefehlt. Und ich glaube auch nicht, dass sie geschlossen und geeint sind. Nichts­destotrotz zeigen die über­wälti­gende Beweise für organ­isierte psy­chopathis­che Hand­lun­gen in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart zweifels­frei, dass die “erfol­gre­iche” anti­soziale Per­sön­lichkeit dur­chaus in der Lage ist, Ressourcen zu bün­deln und für gemein­same Ziele zusam­men­zuar­beit­en. In diesem Sta­di­um unser­er Geschichte ist es sowohl per­vers als auch gefährlich unver­ant­wortlich, diese offen­sichtliche Tat­sache zu leugnen.

Das par­a­sitäre und asoziale Men­schen­bild hat sich seit langem unter uns aus­ge­bre­it­et – es hat alles infil­tri­ert, von den rechtlichen Struk­turen der Gesellschaft bis hin zu unser­er Psy­che, unseren Lebensentschei­dun­gen und den Memen, mit denen wir uns einen Reim auf die Welt machen. Schließlich sind wir nur Men­schen. Ein legales Unternehmen ist von Natur aus par­a­sitär und unsozial, da es zwar die Absicht hat, seinen Prof­it zu steigern, aber keine einge­bet­tete oder inhärente Moral oder Skru­pel hat, um seinen Appetit auf Wach­s­tum einzuschränken oder Wach­s­tum in einem anderen als dem materiellen Sinne zu betra­cht­en. Dieses offen­sichtliche Rezept für eine Katas­tro­phe kön­nte man als psy­chopathis­ches oder par­a­sitäres Sys­tem beze­ich­nen – ein Mit­tel, um eine reale Man­i­fes­ta­tion des Arche­typs des “hun­gri­gen Geistes” geset­zlich zu sank­tion­ieren – eine nahezu per­fek­te ätherische (und poten­ziell unsterbliche) Nach­bil­dung der anti­sozialen Per­sön­lichkeit selb­st. Für die Klasse der Par­a­siten wird die Krise des Kap­i­tal­is­mus, die unweiger­lich durch die Ver­wüs­tun­gen dieser hun­gri­gen Geis­ter verur­sacht wird, natür­lich niemals ungenutzt bleiben, son­dern lediglich eine weit­ere Gele­gen­heit darstellen, Verän­derun­gen zu erzwin­gen und eine immer größere Kon­trolle über die materiellen und men­schlichen Ressourcen auszuüben, die jet­zt durch die “vierte indus­trielle Rev­o­lu­tion” sym­bol­isiert wird.

In dem Maße, wie der indi­gene Volks­glaube und dann die organ­isierte Reli­gion, die ihn zer­störte, degradiert und ver­nichtet wur­den, was durch den schein­baren Sieg des wis­senschaftlichen Mate­ri­al­is­mus begün­stigt wurde, wurde die Men­schheit selb­st immer weniger geschätzt und wird nun von vie­len anson­sten huma­nen Wesen als ein Virus oder eine par­a­sitäre Spezies betra­chtet: als ein Prob­lem, das kon­trol­liert und ver­wal­tet, und aus­ge­merzt wer­den muss. Diese ver­meintlich ratio­nale Sichtweise hat mehr als nur ein wenig von einem kalt­blüti­gen Psy­chopa­then an sich. Es mag umstrit­ten sein, das pop­uläre Nar­ra­tiv der glob­alen Über­bevölkerung selb­st als psy­chopathis­ches Mem (Anm.:BB “Das Mem ist Gegen­stand der Memthe­o­rie und beze­ich­net einen einzel­nen Bewusst­seinsin­halt, zum Beispiel einen Gedanken“(wikipedia)) abzu­tun, auf das humane Wesen niemals von selb­st hät­ten kom­men kön­nen. Aber es han­delt sich schließlich nur um eine Mei­n­ung. Kein “Experte” ist qual­i­fiziert, zu sagen, welche Anzahl von Men­schen “nicht nach­haltig” ist – nur ein tat­säch­lich­er und unbe­stre­it­bar­er Man­gel an Nach­haltigkeit kön­nte dies tun. Das ekel­er­re­gende Aus­maß an Überkon­sum und Ver­schwen­dung, das uns das neolib­erale Sys­tem derzeit beschert, ist Beweis genug dafür, dass wir in der Tat nicht mehr weit von diesem Punkt ent­fer­nt sind. Das alles ist eine Randbe­merkung, aber eine lehrre­iche, wie ich finde, denn das Mem eines über­bevölk­erten Plan­eten, das jet­zt in der öffentlichen Mei­n­ung die wirk­lich drin­gen­den Sor­gen um Umweltzer­störung und Überkon­sum ver­drängt haben mag, wurde nie wirk­lich disku­tiert, son­dern wurde stattdessen rel­a­tiv schnell als eine etablierte Bin­sen­weisheit akzep­tiert – zu wessen Vorteil?

Die anti­soziale und mate­ri­al­is­tis­che Leben­sauf­fas­sung der Par­a­siten hat lange Zeit die zer­störerischen Indus­trien und Lebensstile vor­angetrieben, die zu den Umweltschä­den, der per­sön­lichen Atom­isierung und der Abkop­plung von der Erde und der Gemein­schaft führen, unter denen wir alle lei­den. Der näch­ste Trick der Par­a­siten beste­ht darin, die ganze Schuld dem Volk – und noch bess­er der Jugend – in die Schuhe zu schieben. Die men­schen­feindliche Sichtweise der Par­a­siten wird heute von den ver­meintlichen Vor­bildern ein­er kranken Gesellschaft wei­thin und offen an die Jugend herange­tra­gen. Auf diese Weise wer­den die Kinder zum Sün­den­bock gemacht und bekom­men die Schuld, die die Par­a­siten niemals fühlen wer­den. Was kön­nte ver­ab­scheuungswürdi­ger und unmen­schlich­er sein?

Zusam­men­fassend lässt sich sagen, dass es eine anomale Gruppe von Men­schen gibt, denen viele der wesentlichen Merk­male der Men­schheit fehlen. Es kön­nte sein, dass sie sog­ar stolz auf ihre Unmen­schlichkeit sind. Aus dieser Gruppe geht eine “Elite” von Par­a­siten her­vor, die über den Ehrgeiz, den Willen und die Rück­sicht­slosigkeit ver­fü­gen, die erforder­lich sind, um gren­zen­los Macht und Herrschaft anzus­treben und auszuüben. Ihre Meth­ode ist eher psy­chol­o­gis­che Manip­u­la­tion als offen­er Ein­satz von Gewalt. Wie bei jed­er Klasse, die ich hier beschreibe, han­delt es sich bei den Par­a­siten nicht um eine geschlossene und ein­heitliche Gruppe, son­dern um einen Arche­typ, der seinen “natür­lichen” Platz in der Ord­nung find­et, die durch die Dynamik zwis­chen den Grup­pen entste­ht. Aus bud­dhis­tis­ch­er Sicht passt die anti­soziale Per­sön­lichkeit am ehesten in den Bere­ich der Wut/Arroganz.

Die fliegen­den Affen

Diese Klasse beste­ht aus den­jeni­gen, die entwed­er den Sta­tus quo bewahren oder ihn demon­tieren und angreifen wollen, oder etwas von bei­dem, je nach aktuellen Mod­e­trend. Das sind die Sta­tussym­pa­thisan­ten, die “aufgeweck­ten” PC-Leute, Lenins “nüt­zliche Idioten”, die Lieblinge der Lehrer, die Ver­schwörungsleugn­er und Zufall­s­the­o­retik­er, die Intel­li­gen­zler, die Spe­ichel­leck­er und die Vertei­di­ger der Kro­ne. Das Volk mag sich über die Ket­zer und Ide­al­is­ten lustig machen, aber die fliegen­den Affen machen daraus einen Lebensstil und sog­ar eine Kar­riere. Sie definieren sich selb­st als eine Ansamm­lung von Überzeu­gun­gen, und wehe dem, der auf die Heucheleien in diesen Überzeu­gun­gen hin­weist – und davon gibt es viele. Sie fol­gen kein­er in sich kon­sis­ten­ten Erzäh­lung oder Logik und kön­nen nicht die nötige Selb­stre­flex­ion auf­brin­gen, um dies zu bemerken. Ihr enormes Selb­st­be­wusst­sein ruht auf einem faden­scheini­gen Fun­da­ment, das sie auf Kosten eines ratio­nalen Dialogs und echter Fre­und­schaft verteidigen.

Wis­senschaftlich­er oder poli­tis­ch­er “Kon­sens” ist ihr heiliger Gral, und sie wer­den die Vorstel­lung, dass es so etwas geben kann und sollte, mit aller Kraft vertei­di­gen. Ander­s­denk­ende dür­fen diese Vorstel­lung von einem per­fek­ten, makel­losen und gerecht­en Kon­sens niemals beschmutzen und müssen schnell und gründlich aus­ge­merzt wer­den, bevor sich die Infek­tion aus­bre­it­et. Daher wer­den sie gerne gegen den vorgeschriebe­nen Feind des Tages wet­tern und ihn schließlich angreifen. So suchen sie ihren See­len­frieden in den Borg – dem Bienen­stock, aus dessen “Sicher­heit” her­aus jede abwe­ichende Mei­n­ung gebün­delt und als böse beze­ich­net wird: Sie zweifeln an der Wirk­samkeit von Lock­downs? Du weißer “Suprema­cist”, weißer Abschaum, Q‑Tard, Impfge­gen­er, Wis­senschaft­sleugn­er, Icke- und Jones-Anhänger (Anm. BB:David Icke und Alex Jones), intol­er­an­ter, homo­phober, faschis­tis­ch­er, unter­drück­erisch­er, kolo­nial­is­tis­ch­er, ras­sis­tis­ch­er, big­ot­ter, kap­i­tal­is­tis­ch­er, wis­senschafts­feindlich­er Plattdeutsch­er! Ihr Dis­sens schmerzt die fliegen­den Affen wirk­lich – also greifen sie an. Das ist etwas Per­sön­lich­es, denn sie sind mit ihrem phan­tastis­chen “Kon­sens” untrennbar ver­bun­den. Ihr Ver­hält­nis zur Welt ist egozen­trisch, aber im Gegen­satz zum Par­a­siten kleinkari­ert. Sie streben nicht nach Eroberung, son­dern danach, einen sozialen Sta­tus zu erlan­gen und zu erhal­ten. Ihr Ver­hält­nis zur Macht beste­ht darin, dass sie diese unhin­ter­fragt verehren und gle­ichzeit­ig einen uner­bit­tlichen Angriff auf jede Macht führen, die in ihrem moralis­chen Rah­men als ille­git­im beze­ich­net wird.

Aufge­blasen­heit und Selb­st­gerechtigkeit zeich­nen sie eben­so aus wie ein gewiss­es Maß an begren­zter und ober­fläch­lich­er Intel­li­genz, die in erster Lin­ie dazu dient, sich vom Volk abzu­gren­zen, indem sie den Anschein (und das Selb­st­bild) ein­er höheren Intel­li­genz erweck­en. Ihre Argu­mente sind in der Regel trügerisch, da es ihnen an Diszi­plin, Integrität, Ehrlichkeit und Geduld fehlt, um Ratio­nal­ität aufrechtzuer­hal­ten – und warum soll­ten sie sich die Mühe machen, es zu ver­suchen, wenn es so viele Möglichkeit­en gibt, den Sta­tus ohne sie zu erhal­ten? Das gesamte Medi­en- und Unternehmensge­füge gibt ihnen Rück­endeck­ung, so dass sie in Bezug auf die soziale Schande wenig zu befürcht­en haben. Sie wer­den sich immer dafür entschei­den, poli­tisch kor­rekt zu sein, anstatt tat­säch­lich kor­rekt zu sein, denn Ersteres bringt einen sozialen Sta­tus, der mit Let­zterem nur sel­ten ver­bun­den ist.

Sie sur­fen fröh­lich auf der neuesten Welle des Wan­dels und haben nichts Besseres zu tun, als das Volk und die Ide­al­is­ten zu beschimpfen und zu beschä­men, weil sie an der Gewis­sheit von gestern fes­thal­ten: “Es sind nicht die Far­bigen! Es sind die Men­schen der Farbe, du Ras­sist!”. Es fehlt ihnen an echter Wahrheit­sliebe, und so bleiben sie an einem beque­men Rast­platz auf dem Weg dor­thin ste­hen, um diejeni­gen, die sich weit­er vor­wa­gen, zu beschimpfen und zu belei­di­gen. Intel­li­genz und ver­meintliche Tugend­haftigkeit sind für sie nur Hebel für ihren Sta­tus. Sie mögen wort­ge­wandt sein und per­sön­liche oder gesellschaftliche Klis­chees wieder­holen, um sich selb­st zu beruhi­gen und andere zu verspot­ten, her­abzuset­zen oder abzu­tun, aber unab­hängiges und orig­inelles Denken ist nicht ihre Stärke.

Sie glauben ern­sthaft, dass sie gut informiert sind, wenn sie den Guardian oder die New York Times lesen oder jeden Tag “die Nachricht­en” sehen. Wenn eine neue Bedro­hung oder Verän­derung von den Par­a­siten enthüllt wird, sind die fliegen­den Affen immer an vorder­ster Front dabei und bere­it, ihren Teil dazu beizu­tra­gen, das Volk in Form zu peitschen und es je nach Bedarf zum Han­deln oder Nichthandeln zu bewe­gen oder zu beschä­men. Eine schwierige Unter­suchung von Tat­sachen oder eine unbe­queme Gewis­sensprü­fung ist niemals erforder­lich – ihre Mei­n­un­gen wer­den ihnen von ihrer ver­trauenswürdi­gen Medi­en­quelle voll­ständig vor­ge­tra­gen. Sie glauben, dass sie “gute Men­schen” sind und ein funk­tion­ieren­des Gewis­sen haben, aber sie nutzen oder prüfen es nicht und set­zen ihre eige­nen Entschei­dun­gen und Hand­lun­gen nie seinem heilen­den Feuer aus – sie ziehen den Kom­fort eines ungeprüften Lebens vor. Ihr Gewis­sen wird auf genehmigte Angele­gen­heit­en ange­wandt, bei denen sie wis­sen, dass ihre Tugend­haftigkeit und ihre Empörung immer Zus­tim­mung find­en und nicht Gefahr laufen, in Frage gestellt und unter­sucht zu wer­den. Obwohl die Weltan­schau­ung der meis­ten fliegen­den Affen die Vorstel­lung von Übeltätern in hohen Posi­tio­nen bein­hal­tet, ist es unwahrschein­lich, dass sie weit über die Marxsche Analyse hin­aus­ge­gan­gen ist. Sie neigen dazu, das Böse in ein­er Ide­olo­gie, ein­er sozialen Klasse, einem Wirtschaft­szweig, ein­er Insti­tu­tion, ein­er Nation, ein­er Rasse oder ein­er Per­son zu sehen und überse­hen dabei, dass die Erzäh­lun­gen der Gesellschaft, ein­schließlich der “rev­o­lu­tionären” Gegen­erzäh­lun­gen, denen sie so sklavisch fol­gen, von den wahren Übeltätern stam­men könnten.

So ist beispiel­sweise der Ölkonz­ern jet­zt ein anerkan­nter “Bösewicht”, während neue “grüne” Tech­nolo­gien – die als Gegen­mit­tel zum Ölkonz­ern dargestellt wer­den – einen Freifahrtschein erhal­ten. Die Real­ität – dass bei­de densel­ben Par­a­siten gehören, zusam­men mit den Medi­en, die das schmack­hafte und süchtig machende Bild von Gut und Böse ver­bre­it­en – ist ihnen fremd. Die fliegen­den Affen lieben den selb­st­be­wussten Trost, auf der Seite der “Guten” gegen die “Bösen” zu ste­hen und akzep­tieren gerne jedes Nar­ra­tiv, das ihnen diesen Trost bietet.

Die übliche List der Par­a­siten, zwei sicht­bare Feinde zu schaf­fen, über die man sich stre­it­en kann, während die wahre Macht sich unsicht­bar im Hin­ter­grund bewegt, liegt jen­seits des Ver­ständ­niss­es der fliegen­den Affen, und jede Andeu­tung ein­er solchen Möglichkeit wird mit Spott, Wut, Schimpfen, Pro­jek­tion und Ablehnung beant­wortet. Schließlich sind sie ja die Informierten. Es kann ein ziem­lich­er Schock sein, zu erken­nen, wie unwis­send, phan­tasie­los und leicht­gläu­big diese Leute sein kön­nen – vor allem, wenn sie so eine Show ihrer Gelehrsamkeit und ihres Ver­ständ­niss­es des – anerkan­nten – Wis­sens veranstalten.

Es kommt sehr häu­fig vor, dass der fliegende Affe den Dia­log wütend abbricht, wenn die kog­ni­tive Dis­so­nanz, die durch eine ratio­nale Infragestel­lung ihrer inko­härenten Weltan­schau­ung entste­ht, unerträglich wird. Das kann inner­halb von Sekun­den geschehen. Sie hal­ten sich selb­st für “richtig”, für­sor­glich und “für die Men­schen”. Die Par­a­siten geben diesen Fan­tasien gerne jede Menge Nahrung. Dies unter­stützt die Weigerung des fliegen­den Affen, den Schat­ten, der in uns und außer­halb von uns existiert, in irgen­dein­er sin­nvollen Weise anzuerken­nen – Solsch­enizyns Satz, der das Herz eines jeden Men­schen durch­schnei­det: Sie sind gut. Deshalb sind die Anderen schlecht. Das ist die Wissenschaft.

Obwohl die fliegen­den Affen immer offen für neue “bewährte” Ideen sind, ist ihr Ver­stand in Wirk­lichkeit ver­schlossen, da ihre Selb­stach­tung eine echte Selb­stre­flex­ion ver­hin­dert – auch wenn sie Selb­sterken­nt­nis für sich beanspruchen. Ihr ego­is­tis­ches Sta­tusstreben wird durch die unaufhör­liche Chaos-Show aktiviert, die die Par­a­siten für uns ver­anstal­ten und ohne die die fliegen­den Affen impo­tent und harm­los wären. Obwohl sie im Grunde ihres Herzens wohl­gesin­nt sind, haben ihr mager­er Intellekt und ihre eigen­nützige Natur sie für ihre eigene Unwis­senheit blind gemacht. Sie sind wil­lenss­chwach und ihr Ehrgeiz geht kaum über Selb­stver­her­rlichung hinaus.

Von den vier Klassen, die ich beschrieben habe, bin ich der Mei­n­ung, dass die fliegen­den Affen der schädlich­ste Feind des huma­nen Seins sind – da sie die Akzep­tanz des unaufhör­lichen Chaos, das von “oben” herabreg­net, gründlich­er erzwin­gen, als es die Par­a­siten je kön­nten, und dazu dienen, die Par­a­siten vor Kri­tik und Unter­suchun­gen abzuschir­men und zu schützen, indem sie – ent­ge­gen allen Beweisen – die Illu­sion aufrechter­hal­ten, dass Ver­nun­ft und humane Werte vorherrschen. Ohne diesen Schutzschild wären die Par­a­siten nackt und kön­nten nicht täuschen. Die fliegen­den Affen sind viel zahlre­ich­er als die Par­a­siten, und dieses schiere Gewicht an star­rköp­figer Idi­otie schützt die Par­a­siten vor der Jus­tiz. Aus bud­dhis­tis­ch­er Sicht neigt der Fliegende Affe zum Reich der Animalität.

Die Idealisten

Wenn ich meine eigene Gruppe roman­tisiere, ist das nur angemessen. Wir sind Visionäre und Träumer. Wir sehen die Welt als reine Potenz und wer­den von dem bren­nen­den Wun­sch angetrieben, Wahrheit, Gerechtigkeit, Frei­heit, Schön­heit und das Erblühen der Men­schheit zu sehen. Wir lieben die Men­schheit, auch wenn viele von uns desil­lu­sion­iert und hoff­nungs­los sind – was nur unsere Fähigkeit zur Hoff­nung beweist. Unsere Beziehung zum Ganzen ist eine der Ver­ant­wor­tung und des Wun­sches, das Poten­zial zu feiern und zu man­i­festieren, das wir niemals unerkan­nt lassen kön­nen. Unsere Beziehung zu äußer­er Macht ist die eines Skep­tik­ers, obwohl wir gerne ein­er Führung fol­gen, die sich als ver­trauenswürdig erwiesen hat.

Wir spüren den Wahnsinn der Welt zutief­st und kämpfen mit unser­er eige­nen Ver­nun­ft inmit­ten des Chaos, das von den Par­a­siten, den fliegen­den Affen – die behaupten, dass die Heucheleien und Agen­den, die wir beobacht­en, legit­im und nor­mal sind – und den Leuten, die unseren Hunger nach Wahrheit und Schön­heit nicht teilen, verur­sacht wird. Wir sind Ket­zer und Dis­si­den­ten, die große Ungerechtigkeit­en per­sön­lich spüren. Wir wer­den rou­tinemäßig als Ver­schwörungs­the­o­retik­er, recht­sex­treme Trolle, Wis­senschaft­sleugn­er, Hip­pies, Nazis, Aussteiger und Quer­denker abge­tan, verspot­tet, diskred­i­tiert, verunglimpft und zen­siert. Wir haben unsere eigene Weltan­schau­ung tausend­mal auseinan­der genom­men, haben gel­ernt und umgel­ernt – und sind froh, wenn sich her­ausstellt, dass sie falsch ist, denn die Enthül­lung der Wahrheit wiegt schw­er­er als unser Fes­thal­ten an der eige­nen Iden­tität als “richtig”. So hin­ter­fra­gen wir und hin­ter­fra­gen wieder, zer­reißen uns selb­st im heilen­den Feuer des Gewis­sens und sind nie zufrieden, während der Betrug regiert und das fab­rizierte Chaos niederprasselt.

Es ist natür­lich und leicht für uns, Überzeu­gun­gen auszupro­bieren, um zu sehen, wie sie sich anfühlen und ob sie zu uns passen. Wir haben keine Angst, in die Irre geführt zu wer­den, denn wir sind klug und haben gel­ernt, unserem eige­nen Urteil zu ver­trauen. Wir schä­men uns nicht für unseren Ide­al­is­mus, da wir auf wun­der­same Weise eine unver­fälschte Vision in ein­er gestohle­nen und dez­imierten Welt aufrechter­hal­ten und tra­gen. Für uns ist der Gedanke, dass sich jemand für seinen Ide­al­is­mus schä­men sollte, eine ver­acht­enswerte und men­schen­feindliche Schande. Wir sind neugierig, ana­lytisch, skep­tisch und zynisch. Wir sind der natür­liche Abwehrmech­a­nis­mus der Spezies gegen dys­genis­che (Anm. BB: “beze­ich­net im Kon­text der Evo­lu­tion­s­the­o­rie die Wis­senschaft von den das Erbgut ver­schlechtern­den (dys­genis­chen) Fak­toren und beschäftigt sich mit der Lehre von der Akku­mulierung und Ver­bre­itung von man­gel­haften Genen und Eigen­schaften in ein­er Pop­u­la­tionRasse oder Art “und lebens­feindliche Per­ver­sio­nen unser­er men­schlichen Natur. Wir sind die Bull­shit-Detek­toren – das Gewis­sen der Spezies und die einzig wahre Vertei­di­gung gegen den Ansturm des Chaos.

Wir sind sen­si­bel und oft unbe­quem – aber wir lieben das, was gut, richtig und wahr ist, mehr als jed­er andere. Unsere gerechte Wut über die Ungerechtigkeit­en, die dem Volk wider­fahren sind, wird durch die Igno­ranz und Apathie des Volkes auf der einen Seite und das aufge­blasene, her­ablassende, spöt­tis­che und selb­st­ge­fäl­lige Auftreten der fliegen­den Affen auf der anderen Seite noch ver­stärkt. Seit Gen­er­a­tio­nen wer­den wir ignori­ert, her­abge­set­zt, zum Sün­den­bock gemacht, einges­per­rt und abgeschlachtet. In ein­er gesun­den Gesellschaft wür­den wir als Hüter der Men­schlichkeit und der Integrität respek­tiert und geehrt wer­den. Aber wir wer­den auf Schritt und Tritt block­iert. Unsere Integrität zeich­net uns aus und wir sind nicht willkom­men. Wir kön­nen nicht mit dem schlecht­en Gewis­sen leben, das erforder­lich ist, um an ein­er kranken Gesellschaft teilzuhaben. Wir sehen, fühlen und rufen den Schat­ten und wer­den dafür ver­ab­scheut und abgelehnt. Wir erken­nen und anerken­nen die dem Men­schen innewohnende Sou­veränität und bekla­gen die Tat­sache ein­er Welt, die dies nicht tut. Wir durch­schauen die alten Klei­der des Kaisers und wer­den von denen gehas­st, die sich weigern, sie anzuziehen.

Wir sind die bei weit­em unein­heitlich­ste und unzusam­men­hän­gend­ste Gruppe – unsere Skep­sis und unser Zweifel erstreck­en sich sowohl auf die anderen als auch auf uns selb­st. Es fällt uns schw­er, unsere Vision zu artikulieren, da sie so wenig mit der Real­ität übere­in­stimmt, mit der wir kon­fron­tiert sind. Wir ver­fü­gen vielle­icht nicht über eine große ober­fläch­liche Intel­li­genz – die Art, die all­ge­mein als nüt­zlich ange­se­hen wird und die es ermöglicht, gelehrt zu argu­men­tieren und den eige­nen Stand­punkt zu vertei­di­gen. Wir leben in ein­er unmöglichen Nis­che in der Gesellschaft. Wir wer­den nicht respek­tiert, wir haben keinen Platz am Tisch, und die Par­a­siten sind sich über uns und die Bedro­hung, die wir poten­ziell darstellen, sehr wohl bewusst. Sie stellen Erzäh­lun­gen zusam­men, von denen sie wis­sen, dass sie unsere Neugi­er und unseren Wun­sch nach Neuem und Ent­deck­un­gen in ein­er schreck­lich kaput­ten und vorherse­hbaren Welt kitzeln und anre­gen wer­den. Und viele von uns fall­en auf diese Nar­ra­tive here­in – sie bleiben auf ein­er flachen Erde steck­en, ver­trauen immer noch auf den Plan oder was auch immer – was die Anschuldigun­gen ver­stärkt, dass wir verblendet, para­noid, leicht­gläu­big und real­itäts­fremd sind.

Unsere Auf­gabe muss es jet­zt sein, uns wieder auf unseren Instinkt und unsere Integrität zu besin­nen. Wir müssen unser wahres Selb­st und unsere wahre Stimme find­en, und zwar von ganzem Herzen. Wir müssen die Schicht­en der Täuschung, der Tar­nung, der falschen Iden­tität und des Trau­mas abstreifen und zu unser­er eige­nen Wurzel zurück­kehren, in der unser kost­bar­er Code intakt erhal­ten ist und vor immer­grünem Poten­zial und Vital­ität strotzt. Wir kön­nen in unserem Engage­ment für Wahrheit und Schön­heit schwel­gen, ganz ohne Scham. In bud­dhis­tis­chen Begrif­f­en aus­ge­drückt, tendieren wir zum Reich der Verwirklichung.

Schlussfolgerung

Es ist der Wun­sch jedes men­schlichen Wesens, dass der Ein­fluss der Par­a­siten auf unsere Welt ein Ende find­et und dass wir zu ein­er huma­nen Lebensweise find­en. Der Par­a­sit ist auf den Schutzschild angewiesen, den ihm die fliegen­den Affen bieten, die im Gegen­zug nur einen hohlen Sta­tus ohne dauer­haften und wahren Wert erhal­ten. Was den Ein­fluss oder die Denkweise ange­ht, bin ich nicht annäh­ernd so weit wie die Par­a­siten. Wo ich vielle­icht etwas Ein­fluss habe, ist näher an meinem Zuhause. Es gibt über­all fliegende Affen, und sie haben ein funk­tion­ieren­des Gewis­sen, auch wenn es vielle­icht ein wenig staubig und ungepflegt ist.
So lächer­lich es auch klin­gen mag, diese kleinen Tyran­nen haben tat­säch­lich einen Großteil der Macht in der von mir beschriebe­nen Dynamik inne. Es stellt sich her­aus, dass die Denkweise, die uns am fremdesten und furchter­re­gend­sten erscheint – die des asozialen Par­a­siten – in Wirk­lichkeit gar kein solch­es Prob­lem ist. Vielmehr han­delt es sich um etwas, das uns allen viel näher liegt und ver­trauter ist. Der Sta­tus quo wird von ein­er riesi­gen Armee fliegen­der Affen aufrechter­hal­ten, die durch ihre sture, eigen­nützige, prinzip­i­en­lose und reflexar­tige Bienen­stock­men­tal­ität motiviert sind. Ohne ihren Wider­stand gegen Verän­derun­gen von “unten” ist das Spiel vor­bei – die natür­liche Liebe der Men­schheit zu Wahrheit, Frieden, Frei­heit und Schön­heit gewin­nt leicht.

Die Zukun­ft der Men­schheit liegt nicht in den Hän­den von Psy­chopa­then. Sie liegt in den Hän­den von gewöhn­lichen, verko­rk­sten Men­schen wie dir und mir. Wenn Sie etwas von sich selb­st in der Beschrei­bung des Fliegen­den Affen wieder­erken­nen; wenn Sie jemals Mei­n­un­gen nachge­plap­pert haben oder zuge­lassen haben, dass Ihr Ego ange­heizt wurde, indem Sie dem Strom gefol­gt sind und gelobt oder getadelt haben, ohne wirk­lich die Wahrheit für sich selb­st her­auszufind­en. Wenn Sie Diskus­sio­nen angewidert aufgegeben haben, ohne sie zu Ende zu führen; wenn Sie Erzäh­lun­gen aus densel­ben “respek­tierten” Quellen akzep­tieren, wie Sie es seit Jahren und Jahrzehn­ten getan haben, ohne die Überzeu­gun­gen, die sie ver­mit­teln, wirk­lich in Frage zu stellen, dann liegt eine mon­u­men­tale und weltverän­dernde Ver­ant­wor­tung bei Ihnen.

Wenn Sie das unan­genehme Gefühl haben, dass ich über Sie gesprochen habe, möchte ich Sie um einen kleinen Gefall­en bit­ten: Hören Sie für ein paar Monate auf, “die Nachricht­en” zu lesen. Hören Sie ein­fach auf. Hören Sie auf, den Bericht­en zuzuhören – glauben Sie mir, Sie wer­den nichts ver­passen. Dann gehen Sie ein­fach zu Ihrem ver­rück­ten Fre­und, der Ver­schwörungs­the­o­retik­er ist, und sprechen Sie mit ihm, ohne ein Urteil zu fällen. Fra­gen Sie ihn, was er wirk­lich denkt, und dann hören Sie zu – und hören Sie weit­er zu. Nähren Sie Ihre natür­liche, tat­säch­liche Neugierde. Lassen Sie Arro­ganz und verkalk­te Ansicht­en über die Real­ität hin­ter sich. Warum sollte ich Ihnen rat­en, dem Geschwätz eines Ver­schwörungs­fa­natik­ers zuzuhören? Jeman­dem, der vielle­icht wirk­lich ver­rückt ist – der vielle­icht glaubt, der Mond sei ein Raum­schiff? Weil ich let­ztlich auf Sie und die Ver­nun­ft ver­traue. Es geht nicht darum, was er denkt – son­dern was Sie denken. Es ist wichtig, dass Sie Ihre ange­borene Fähigkeit, für sich selb­st zu argu­men­tieren, wiederentdecken.

Ein respek­tvoller Dia­log ist eine unser­er wertvoll­sten Fähigkeit­en. Pfle­gen Sie sie. Genießen Sie sie. Testen Sie Ihre Fähigkeit, schlüs­sige und ratio­nale Argu­mente zu for­mulieren. Und wenn Sie das nicht kön­nen, fra­gen Sie sich, warum. Wenn Sie nicht in der Lage sind, ein ratio­nales Argu­ment gegen etwas zu find­en, kön­nen Sie es nicht mehr abtun und Integrität bewahren – und das ist der Weg zu wahrer Integrität. Der Weg zur Besserung. Die heute weit ver­bre­it­ete Annahme, dass wir mit schlecht­en Ideen “infiziert” wer­den kön­nen, ist vielle­icht die ulti­ma­tive Infan­til­isierung. Je mehr Sie mit anderen Ideen in Berührung kom­men, desto mehr kön­nen Sie Ihre eige­nen wirk­lich ken­nen ler­nen – und wirk­lich prüfen. Bitte – fordern Sie sich selb­st mit Ideen her­aus, die unbe­quem sind. Das ist die Ver­ant­wor­tung eines huma­nen Wesens. Aris­tote­les lehrte, dass ein gebilde­ter Geist dadurch gekennze­ich­net ist, dass er in der Lage ist, sich mit einem Gedanken zu beschäfti­gen, ohne ihn zu akzep­tieren. Wann haben Sie sich das let­zte Mal wirk­lich mit einem Gedanken beschäftigt, der Ihnen zutief­st unan­genehm war und der Ihr Ver­ständ­nis der Gesellschaft in Frage stellte? Wenn die ehrliche Antwort lautet, dass Sie sich nicht erin­nern kön­nen, dann habe ich Sie gefun­den. Willkom­men im Club der wiederge­fun­de­nen fliegen­den Affen. Und es lebe die Menschheit.

Nachtrag

In ein­er so verko­rk­sten Zeit wie dieser bin ich nicht davon überzeugt, dass es eine wirk­lich gesunde men­schliche Psy­che geben kann. In ein­er “nor­malen” dys­funk­tionalen indi­vidu­ellen Psy­che ord­nen sich jedoch die vier oben beschriebe­nen Arche­typen genau­so an wie auf der glob­alen Ebene. Das Ego (Par­a­sit) ist der einzige Punkt des Bewusst­seins im Zen­trum oder im Auge der Pyra­mide. Das Selb­st­bild (Fliegen­der Affe) schützt das Ego vor den unwillkomme­nen Blick­en des Gewis­sens (Ide­al­ist), das das größere Wohl der gesamten Psy­che (Volk) und ihre har­monis­che Beziehung zur Außen­welt anstrebt. Das gesellschaftliche Heilmit­tel, das ich oben vorgeschla­gen habe, gilt auch auf der indi­vidu­ellen Ebene und würde sich ein­fach so aus­drück­en, dass man dem Gewis­sen erlaubt, seine natür­liche Arbeit zu tun – näm­lich das Ego unge­hin­dert zu kon­trol­lieren und auszugleichen.

Das Ego fürchtet sich so sehr vor ein­er solchen Über­prü­fung, dass es die schwächeren Aspek­te der Psy­che (süchtige Schwäche oder Gier, falsch­er Stolz, unbe­grün­de­ter Ärg­er oder Arro­ganz und Verblendung) zu seinem Schutz her­anzieht. Auf diese Weise entste­ht eine brüchige, defen­sive Per­sön­lichkeit, deren Hauptzweck darin beste­ht, von der Exis­tenz des Ichs selb­st abzu­lenken und diese sog­ar zu leug­nen, während es gle­ichzeit­ig sich­er­stellt, dass ihm die ver­meintlichen Vorteile von Sta­tus, Sicher­heit und Macht zufließen. Diese Dynamik ist die Wurzel unseres Lei­dens, sowohl im Inneren als auch im Äußeren. Der Kampf zwis­chen dem Gewis­sen und den verkalk­ten Abwehrmech­a­nis­men der Psy­che ist eben­so müh­sam, notwendig und andauernd wie der oben beschriebene gesellschaftliche Kampf.

Aber ohne eine ehrliche Auseinan­der­set­zung damit kann die Frus­tra­tion, die ich hier zum Aus­druck gebracht habe und die viele von uns gegenüber den Men­schen um uns herum empfind­en, unmöglich eine pos­i­tive Verän­derung bewirken. Wie im Inneren – so im Äußeren.

Ich vertrete keinen bes­timmten Weg für diese Reise, und ich erhebe auch nicht den Anspruch, Experte oder Meis­ter des Egos zu sein – weit gefehlt. Alles, was ich andeute, ist, dass die beschei­dene, aber behar­rliche Neube­w­er­tung unseres psy­chol­o­gis­chen Über­baus “im All­t­ag” ein wesentlich­er und unver­mei­dlich­er Aspekt der radikalen Trans­for­ma­tion der Welt ist, die Sie sicher­lich anstreben, wenn Sie bis hier­her gele­sen haben – dass die Anerken­nung und Auseinan­der­set­zung mit den inneren fliegen­den Affen, die unsere Egos vor der durch­drin­gen­den, aber let­ztlich liebevollen Aufmerk­samkeit des inneren Ide­al­is­ten schützen, eben­so zen­tral für den Sieg in diesem Kampf ist wie alle äußeren Maß­nah­men, die wir ergreifen können.

Ich wün­sche Ihnen dabei viel Erfolg.

Quelle: https://reportingforbeauty.substack.com/p/ourpsychopathproblem