Diverse Querdenken-Kundgebungen – ein Bericht der Freien Linken Aachen

von Christa, Jörg, Hubert, Wanda/ws 

Vorbe­merkung der Redak­tion: Dieser Bericht erschien zuerst in der Kri­tis­chen Zeitung Aachen (KRAZ) und wurde hier mit fre­undlich­er Genehmi­gung und min­i­malen Anpas­sun­gen an die Stan­dards des Freien Funken übernommen.

Am Sam­stag gab es diverse Quer­denken-Kundge­bun­gen in Aachen. Die Quer­denken-Ini­tia­tiv­en (QD) in NRW hat­ten mehrere Kundge­bun­gen in Aachen unter dem Mot­to „NRW ste­ht zusam­men – Gemein­sam in Aachen friedlich für Frei­heit und Demokratie“ angemeldet. Mit dabei waren die QD-Grup­pen aus Bochum, Reck­ling­hausen, Lüden­scheid, Aachen und dem Hochsauer­land­kreis aber auch Teile der Freien Linken aus NRW.

QD241 auf dem Marktplatz

Hier der Bericht der Freien Linken Aachen:

Wir haben uns erst vor kurzem als ‚Freie Linke Aachen‘ gegrün­det [1 und 2]. Aber es war klar, dass wir uns auch an den Aktio­nen beteili­gen woll­ten und dass am lieb­sten in Form ein­er „Fahrrad­de­mo“. Nach ein­er Ver­stärkung durch die Freie Linke NRW, die teils zu Fuß, teils per Rad zu uns stießen, waren wir ins­ge­samt 16 Leute. Wir hat­ten Plakate mit poli­tis­chen Slo­gans vor­bere­it­et und gezeigt [3].

Schilder auf Fahrradkorso

Die Kundge­bun­gen fan­den alle zwis­chen 14 bis 15:30 Uhr an unter­schiedlichen Orten statt: Im Elisen­garten, am Mün­ster­platz, am Holz­graben und am Markt. Um 16:30 Uhr gab es eine Abschlussver­anstal­tung im Kurpark.

Ins­ge­samt waren ca. 300 Leute gekom­men. Eine Gegenkundge­bung mit ca. 100 Leute gab es am Elisen­brun­nen. Die Polizei sorgte dafür, dass es dazwis­chen keine Stre­it­igkeit­en gab.

Den Auf­takt aller Aktio­nen machte ein Tre­f­fen von ca. 30 Men­schen am Holz­graben. Dort wurde „Dance Encore“, DIE aktuellen Hymne der Coro­na-Maß­nah­men-kri­tis­chen Szenen, gespielt – und (fast) ALLE tanzten mit!

Wir besucht­en den Mün­ster­platz, wo Quer­denken Lüden­scheid angemeldet hat­te. Dort waren wir auf­grund der gerin­gen Anzahl von Quer­denkerIn­nen mit unseren Roten Fah­nen so dom­i­nant, so dass wir diese einrollten.

Als nächstes fuhren wir zum Elisengarten

Dort trafen wir auf weit­ere Mit­stre­it­er der Freien Linken Aachen, die sich die ver­schiede­nen Kundge­bun­gen angeschaut hat­ten. Im Elisen­garten waren etwa 40 Leute anwe­send. Die Stim­mung war sehr gut. In den meis­ten Rede­beiträ­gen ging es um die Ablehnung der Kinderimpfungen.

Wir wur­den von Quer­denken Bochum wohlwol­lend aufgenom­men und entroll­ten unsere Fah­nen. Zwei Genossen hat­ten sich bere­its mit unserem FL-NRW-Ban­ner zur freien Impfentschei­dung vorne posi­tion­iert. Es ent­standen gute Gespräche.

Verwechslung wegen roter Fahne!

Witziger­weise waren sich einige Leute dort über­haupt nicht sich­er, ob wir – wegen unser­er Flaggen – nicht vielle­icht sog­ar zur Gegen­de­mo gehören wür­den. Diese Ver­wirrung wurde schnell gek­lärt, als uns ein Quer­denker als die „wahre Antifa“ begrüßte.

Zum Schluss trafen einige von uns dort auf ein „Schüler-Journalismusteam“,(Foto) dessen „Inter­view­er“ durch eine Plas­tikkro­ne auf dem Kopf schon sehr auffiel. Er ver­suche Leute von uns Freien Linken zu inter­viewen und uns durch lächer­liche Fra­gen in eine bes­timmte Ecke zu drän­gen oder gar Aus­sagen zu ent­lock­en, die dazu genutzt wer­den kon­nten (z. B. „Glauben Sie, dass es Coro­na gibt?“).

Inter­view­er mit Plastikkrone

Das war poli­tisch ja noch „ver­ständlich“, aber die Frage des Inter­view­ers „ …ob der Stern (der freien Linken) nicht der Stern der RAF wäre…“ war schon über­raschend – an so etwas hat­te ich echt nie gedacht oder hat­te so eine Assozi­a­tion. Wir mussten dem Inter­view­er erst erk­lären, dass es bei dem RAF-Sym­bol keinen gel­ben Rand um den Stern gab, dass RAF darauf stand und ein Maschi­nengewehr abge­bildet war….“

Auf dem Mark­t­platz hat­te sich Querdenken241 (Aachen) ab 14 Uhr versammelt.
Etwa 110 Teil­nehmende hörten viel Musik und kurze knack­ige Reden zu Coro­na und zur aktuellen Impf­prob­lematik. Die Stim­mung war aus­geze­ich­net und die Musik (Car­los Cachafeiro entwick­elt sich da zum Star) kam den offen­sichtlichen Tanzbedürfnis­sen entgegen!

Abschlusskundgebung am Kurgarten und unser Büchertisch

Die Leute liefen grup­pen­weise von den einzel­nen Kundge­bung­sorten zur gemein­same Abschlusskundge­bung der Quer­denken Ini­tia­tiv­en NRW. Als wir am Eurogress anka­men, gab es erneut ein großes  Missverständnis:

Die Polizei fragte uns zunächst, an welch­er Kundge­bung wir denn eigentlich teil­nehmen woll­ten?!? Hin­ter­grund war wohl, dass sich eine spon­tane Pseu­do-Antifa-Demo angekündigt hat­te und – wohl wegen unser­er „roten Fah­nen“ – die Polizei ein­fach nicht glauben kon­nte, dass wir sehr wohl zu den Coro­na-Maß­nah­men-kri­tis­chen Grup­pen gehören wür­den. Die Beamten ver­sicherten sich zunächst bei der Ein­sat­zleitung, da die Polizei offen­bar wirk­lich ver­mei­den wollte, dass feindliche Kon­tra­hen­ten aufeinan­der trafen.

Nach­dem alles für Okay befun­den wurde, wün­schte man uns einen schö­nen Tag.

FL-AC-Bücher­tisch bei der Abschlusskundgebung

Büchertisch der Freie Linke Aachen

Es gab einen Bücher­tisch, der regen Anklang fand. Obwohl wir nur ein kleines Sor­ti­ment ange­boten haben – neben Sahra Wagenknechts neuestem Buch einige Werke von Albrecht Müller, dem Her­aus­ge­ber der Nachdenkseiten.de, und dem Schweiz­er His­torik­er und Friedens­forsch­er Daniele Ganser – ergaben sich daraus einige inter­es­sante Gespräche, bei denen unser Pro­jekt der Freien Linken durch­weg auf pos­i­tive Res­o­nanz gestoßen ist, und zwar nicht nur bei Men­schen aus dem ohne­hin linken Spek­trum, son­dern bis hin zu ehe­mals notorischen CDU-Wäh­lern, die inzwis­chen durch die Coro­na-Poli­tik vom christ-demokratis­chen Glauben abge­fall­en sind.

Gute Stimmung

Die Abschluss-Ver­anstal­tung war geprägt von ein­er lock­eren, fre­undlichen Stim­mung. Natür­lich durften dabei auch die üblichen Gegen­demon­stran­ten (s.u.) nicht fehlen, die aber von den anson­sten angenehm zurück­hal­tend agieren­den Polizeikräften außer Sicht- und Hör­weite gehal­ten wurden.

Trans­par­ent der FL

Neben eini­gen Red­nern aus der Quer­denken-Bewe­gung erin­nerte Ans­gar Klein an seine Erleb­nisse in Berlin (die kraz berichtete: Einkesselung & Fes­t­nah­men am Bre­itschei­d­platz).
Als einzi­gen poli­tis­chen Wer­mut­stropfen wurde von uns ein QD-Red­ner emp­fun­den, der die Anwe­senden zu dümm­lichen „Merkel-muss-weg“-Sprechchören ani­mierte – dümm­lich, weil 1. ist Merkel eh bald weg, 2. wurde der Spruch durch die Dumpf­bratzen der Pegi­da geprägt, und nicht zulet­zt weil sich durch den Aus­tausch der Spitzen­fratze rein gar­nix ändert, wed­er an den herrschen­den Zustän­den noch an den Zustän­den der Herrschenden.

Aber abge­se­hen davon war die Stim­mung sehr pos­i­tiv. Es wurde gesun­gen und getanzt und alle genossen das lebendi­ge Miteinan­der, das uns durch die Coro­na-Repres­sio­nen so lange voren­thal­ten wurde.

Faz­it: Mit Lebens­freude gegen Corona-Stumpfsinn!


Ach ja: Gegenkundgebungen gab es auch

Offensiv die der „Antifa” am Elisenbrunnen

mit ca. 80 Teil­nehmenden – und wie es sich staat­streu gehört: zu 90% mask­iert. Eine der Reden (von „diskur­siv“?) befasste sich mal wieder mit der Anschuldigung von „Kon­tak­tschuld“. Ans­gar Klein sei sich­er ein Anti­semit und auch ein „Rechter“, weil er ja mit dem und dem gesprochen habe, DER wiederum mit irgendwelchen Nazis gere­det habe.

„Antifa” & Co am Elisenbrunnen

Und auch habe Herr Klein den Her­rn Ken Jeb­sen nach Aachen ein­ge­laden habe und jen­er sei natür­lich ein Anti­semit und Nazi – und wegen all dieser Kon­tak­te MUSS Herr Klein natür­lich auch ein … sein.

Lei­der fehlte in der diskur­siv-Kon­tak­tschuld-Rede jed­wedes Zitat, das von Her­rn Klein ges­tammt hätte und wo der tat­säch­lich mal anti­semi­tis­che oder Nazi-Äußerun­gen getätigt haben soll …

Plakat „Antifa” am Elisenbrunnen

Hier noch ein weiteres Detail aus einem persönlichen Bericht:

„ … Nach­dem ich so einige Bruch­stücke über merk­würdi­ges Ver­hal­ten der AntiFa aufgeschnappt hat­te – wir wur­den am Pock­et-Park, wo die Rad­de­mo startete schon gefilmt – habe ich ver­sucht, mit den Leuten von der AntiFa ins Gespräch zu kom­men und vor dem Elisen­brun­nen, wo deren Kundge­bung statt fand, unsere Fly­er zu verteilen.

Einige wenige Fly­er kon­nte ich so unter die Leute brin­gen. Es hat aber keine Minute gedauert, bis ich von ein paar AntiFa-Leuten umringt war, die mir ver­bi­eten woll­ten, hier Fly­er zu verteilen. Ein­er Per­son, die einen Fly­er angenom­men hat­te, wurde dieser sog­ar wieder abgenom­men und mir „zurück­gegeben“.

Auf Diskus­sio­nen woll­ten sie sich abso­lut nicht ein­lassen. Das ging ein biss­chen hin und her und wurde dann doch etwas rup­pig. Der Wort­führer (habe ihn nicht erkan­nt) wollte mir dann sog­ar die Fly­er entreißen.

In diesem Moment griff dann die Polizei ein. Ich wurde gebeten etwas abseits mitzukom­men, was einige der Leute von der AntiFa-Kundge­bung, die deren Trans­par­ent hiel­ten, mit gedämpften Gejohle begrüßten.

Zuerst wurde ich von der Polizei gefragt, ob der Fly­er ein Impres­sum trage, dann wurde ich belehrt, dass nach Infek­tion­ss­chutzge­setz NRW (what­ev­er §) es nicht erlaubt sei, Fly­er (oder anderes Info­ma­te­r­i­al) von Hand zu Hand zu verteilen. Ich dürfe sie lediglich ausle­gen und die Leute kön­nten sich dann welche selb­st nehmen. Meine Per­son­alien wur­den aufgenom­men und ich sollte wieder zu „mein­er“ Kundge­bung zurückkehren.

Das Ver­hal­ten der Polizei war kor­rekt, ich wurde nicht angefasst.“

Und eine Kundgebung von Greenpeace

Diese war zeit­gle­ich am Geld­kreis­lauf­brun­nen und war von ca. 10 Leuten besucht (Foto).
Die inhaltlichen Beiträge dort haben unsere Beobachter ver­mut­lich ver­passt – und nur Musik vernommen …

Ach übrigens

Besuch­er, die Abends um 20 Uhr am Elisen­brun­nen vor­beis­chlen­derten, fan­den nichts mehr von den ganzen Kon­tro­ver­sen des Nach­mit­tags. Da war nur noch „Freies Tanzen“ im Elisen­brun­nen ange­sagt – ganz ohne Politk!


Anmerkungen

[1] Die FL-AC hat sich in Aachen erst am 4.6.21 kon­sti­tu­iert und heute ihren ersten Fly­er (mit ihrem Grund­kon­sens) verteilt.

[2] Es ist an der Zeit, dass es endlich einen linken „maß­nah­menkri­tis­chen“ Protest in Aachen gibt! In den let­zten Monat­en hat­ten sich die linken Grup­pierun­gen vor allem in Form von Gegenkundge­bun­gen bei Quer­denken sehen lassen, wobei sie Akteurin­nen von Quer­denken Anti­semitismus und Quer­frontler­tum vor­war­fen und mit Ban­nern mit Auf­schriften wie „Impf­stoff in die Chem­trails“ oder „Pan­demie und trotz­dem da – Durchgeimpfte Antifa“ auf­trat­en. Zu echt­en Diskus­sio­nen und einem Aus­tausch von Argu­menten ist es dabei nie gekom­men. Linke Stim­men auf maß­nah­menkri­tis­chen Demos sind wegen dieser Dif­famierun­gen mehr und mehr ver­s­tummt, was natür­lich dazu führte, dass alles, was nicht links ist, sich dort aus­bre­it­en kon­nte. Aus link­er Sicht ist dies nicht zu begrüßen und wir als Freie Linke wollen linke Kri­tik auf die Strasse bringen.

[3] Die Texte auf den Plakat­en der FL-AC

  • Sol­i­dar­ität mit Maskenbefreiten
  • Gesund­heit und Grundrechte
  • Für die Wieder­her­stel­lung aller Grun­drechte! Gegen Nazis!
  • Kein Impfzwang – auch nicht indirekt!
  • Alle reden von Coro­na Toten – wer zählt die Lock­down Toten?
  • Grundge­setz statt AfD
  • Freie Impfentschei­dung / Keine Kinder­imp­fung / Keine dig­i­tal­en Impf­pässe / Volle Grun­drechte für alle

[4] Siehe Inter­view: https://youtu.be/vNa3HJqzva4 ab Minute 3:01:40 bis 3.07

2 Kommentare

  1. gerd fleischmann-lenz

    danke für den tollen und fre­undlichen bericht

  2. biopilz

    wo finde ich den fly­er der fl-aa?

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