Alternativen zum Great Reset

von Jan Müller

Neues vom Great Reset – Teil 2

 

  1. Vorwort
  2. Sind Speicher die Lösung?
  3. Der technische Fortschritt
  4. Kernenergie
  5. Anwendungen mit Kernenergie
  6. Landwirtschaft
  7. Pro und Contra Kernenergie
  8. Massenarmut oder allgemeiner Wohlstand?
  9. zum Weiterlesen
  10. Quellen

 

1. Vorwort

Nach jahrelanger Verzichtspropaganda stößt das angebliche Ziel des Great Reset, also ein ökologischer, CO2-neutraler Kapitalismus auf viel Verständnis in der Gesellschaft, bis hinein in die maßnahmenkritische Bewegung.

Weit verbreitet ist die Vorstellung, wir hätten energetisch alle über unsere Verhältnisse gelebt und müssten uns zugunsten des Klimas und wegen der behaupteten Rohstoffknappheit einschränken.

Das Ziel, möglichst schnell aus Atom und Kohle auszusteigen und den Strom zu 100% aus „Erneuerbaren“ herzustellen, wird kaum in Frage gestellt. Allenfalls wird Detailkritik geübt, etwa, dass es für 100% „Erneuerbare“ noch nicht genug Stromspeicher gibt.

2. Sind Speicher die Lösung?

Die Medien betreiben schon seit Jahren Erfolgspropaganda der „Energiewende“ und berichten längst nicht mehr objektiv über ihre Probleme und Grenzen. Schnell hat sich herausgestellt, dass die starken Schwankungen bei der Energieerzeugung durch Solarpanels und Windkraftanlagen das Hauptproblem sind. Dies müsste eigentlich durch Speicher ausgeglichen werden. Nun sind aber Batteriespeicher und Pumpspeicher in der benötigt Größenordnung von 32 bis 48 TWh nicht annähernd in Sicht.

Wer darauf hinweist, dem werden aber triumphierend Artikel aus dem Medien, bevorzugt dem Spiegel um die Ohren gehauen, in den behauptet wird, man sei kurz davor, das Speicherproblem zu lösen. So zum Beispiel durch Ringwallspeicher und Kugelpumpspeicher. Bald macht sich jedoch nach ersten Kostenkalkulationen Ernüchterung breit und diese abwegigen Projekte kommen über eine teure Versuchsanlage nicht hinaus. Darüber berichten die Medien dann nicht mehr. Stattdessen wird dann die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

Die neueste Speicheridee ist Wasserstoff. Mit Überschussstrom aus Wind und Solar, der ansonsten zu einem Negativpreis ans Ausland abgegeben werden muss, soll Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Der Wasserstoff soll dann methanisiert, in großen Kavernen gespeichert und durch Gasturbinen wieder verstromt werden. Bei diesen zahlreichen Energieumwandlungen, also Elektrolyse, Verdichtung, Methanisierung und folgender Rückverstromung liegt der Wirkungsgrad bei 30%. Hierfür reichen die 232 von 8.760 Jahresstunden mit negativen Strompreisen im Jahr 2019 nicht mal annähernd. Das Land müsste also allein für die Speicherung mit vielen weiteren Windkraftanlagen zugestellt werden.[1]

Hinzu kommt: Der Elektrolyseprozess ist dann extrem unwirtschaftlich, wenn er, je nach Windaufkommen, ständig an und abgefahren wird. Wasserstoff ist ein extrem flüchtiges und leicht explosives Gas. Er ist nur mit großem technischem Aufwand sicher zu handhaben.

„Es ist ein sehr kleines Molekül und extrem flüchtig, der Schlupf ist wesentlich höher als beim Methan und schwer zu beherrschen. Durch normale Wandungen aus Stahl diffundiert Wasserstoff hindurch: Es gibt permanent Verluste. Spezielle Beschichtungen an Rohrleitungen und Behältern sind notwendig, zumal das H2 hoch korrosiv wirkt.“[2]

Wegen dieser zahlreichen Problem wird Wasserstoff das Speicherproblem nicht lösen. Dafür ist der Wirkungsgrad dieser Technologie zu gering und sie ist extrem unwirtschaftlich. Ein Ausbau der Wasserstofftechnologie auf der Basis von Wind und Solar würde den Strompreis in neue Höhen treiben.

Gibt es also zu einem Klimalockdown und rollierenden Stromabschaltungen, die die Grüne Silva Kotting-Uhl bereits angekündigt[3] hat, keine Alternative, wenn wir den CO2-Ausstoß reduzieren wollen?

3. Der technische Fortschritt

Meine These ist, dass die großen Probleme der Menschheit nur mit Hochtechnologie gelöst werden können.

Die Grünen, die Linkspartei und viele andere Linken stellen sich vor, ein „Zurück zur Natur“ erfordere einen weitgehenden Verzicht auf Hochtechnologie. Sie pflegen damit ein einseitiges Verständnis von Natur. Diese besteht nicht nur aus dem Stoffwechsel lebender Organismen, sondern ist auch in den Vorgängen der Kernspaltung, der Kernfusion und bei genetischen Veränderungen zu finden. Naturwissenschaftler und Ingenieure erfinden diese Vorgänge nicht, sondern ergründen und nutzen sie.

Diese Vorstellung von „Zurück zur Natur“ entspringt auch einer saturierten Verleugnung der elementaren materiellen Not der Mehrheit der Menschheit, die ohne massive Ausdehnung moderner und hochtechnologischer industrieller Prozesse nicht bekämpft werden kann.

Es wird in Zukunft möglicherweise auch wieder Versuche geben, den Sozialismus in armen Gesellschaften aufzubauen, wie das die Sowjetunion und die VR China zeitweise mit großen Erfolgen versucht haben. Allerdings war man damals noch weit entfernt davon, die Erkenntnisse von Marx und Engels über den materiellen Überfluss an Konsumgütern als Grundlage des Sozialismus umsetzen zu können. Erst auf der Basis dieses materiellen Überflusses werden die Klassen und der Staat als Zwangsorganisation absterben. Das heißt: Nur wenn wir es schaffen, dass alle 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde einen europäischen Lebensstandard erreichen, ist ein weltweiter Sozialismus möglich.

Für die Schaffung eines Überflusses an Konsumgütern für 7 Milliarden Menschen muss die weltweite Industrieproduktion deutlich erhöht, vermutlich sogar mehr als verdoppelt werden. Es ist eine riesige Aufgabe, dies ohne oder mit wenig CO2-Emissionen zu schaffen, aber ich behaupte, es ist möglich.

Voraussetzung hierfür wäre, dass der technische Fortschritt wieder an Fahrt aufnimmt. Sahra Wagenknecht spricht in ihrem Buch Die Selbstgerechten von einem innovationsfaulen Kapitalismus. Es scheint tatsächlich so, dass dieser Fortschritt gegenwärtig vor allem in den Bereichen stattfindet, die den westlichen Oligarchen unmittelbar nutzen, also im Bereich Gentechnik, Mensch-Maschine-Schnittstelle und Künstliche Intelligenz.

In allen anderen Bereichen hat er sich sehr verlangsamt. Das liegt sicherlich an der starken Monopolisierung des gegenwärtigen Kapitalismus. Alle großen an den Börsen gelisteten Konzerne gehören inzwischen wenigen Kapitalsammelstellen wie Blackrock, Vanguard, Statestreet und Co., die ihrerseits eng miteinander verflochten sind. Wie schon Lenin in seinem Buch „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ feststellte, nehmen unter diesen Umständen Tendenzen zu Stagnation und Fäulnis zu. Mit dem Monopol verschwindet der Antrieb zum technischen Fortschritt und es gibt Möglichkeiten, diesen aufzuhalten. Nun ist es zur Profitgenerierung nicht mehr erforderlich, teure Forschungsabteilungen zu unterhalten. Denn eine Konkurrenz mit technisch besseren Produkten gibt es schlicht nicht mehr. Jede technische Neuerung würde neue Investitionen erforderlich machen und die bisherige Maschinerie entwerten. Die hinter den Kapitalsammelstellen stehenden Superreichen lassen sich lieber die Profite dieser Firmen direkt auszahlen.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund: Die Oligarchen wie Bill Gates finanzieren bewusst fortschrittsfeindliche grüne Parteien, schleusen über ihr Young Global Leader-Programm Politiker wie Annalena Baerbock in die entscheidenden Positionen und finanzieren auch ihre radikalen Fußtruppen von Fridays-for-Future bis zu Extinction Rebellion.

Schon seit Jahrzehnten schürt die grüne Bewegung bewusst Ängste vor der Kernenergie und anderen Großtechnologien, Herbiziden wie Glyphosat, der chemischen Industrie im Allgemeinen etc. Entsprechende Projekte wie der Bau von Kernkraftwerken oder die Entwicklung von Techniken der CO2-Speicherung sind im Westen nicht mehr durchsetzbar.

Da bleiben als Mittel zum „Klimaschutz“ angeblich nur alternativlose brutale Konsumeinschränkungen für die Massen übrig, die mit Hilfe des Ausnahmerechts durchgesetzt werden müssen. Dies entspricht den Interessen der westlichen Oligarchen nach einer deutlichen Verschärfung der Ausbeutung und nach Marktbereinigung durch Ruin der kleinen und mittleren Betriebe.

Schon seit Jahrzehnten existiert weltweit das, was Marx die „industrielle Reservearmee“ nannte, also ein Stratum der Weltbevölkerung, die schlicht nicht mehr zur kapitalistischen Ausbeutung gebraucht wird. Großtechnologien, die den Lebensstandard der Menschen verbessern, so die Befürchtung, würden nur zur Vermehrung dieser „überflüssigen“ und „gefährlichen“ Menschen beitragen, die man eigentlich weg haben will. So die neoeugenische Ideologie dieser Eliten. Nur so ist das folgende Zitat von Elitenberater Jeremy Rifkin zu verstehen: „Die Aussicht billiger Fusionsenergie ist das schlimmste, was dem Planeten passieren könnte.“[4]

Ist es tatsächlich so, dass unsere moderne Technologie die Erde an den Rand der Katastrophe geführt hat? Erleben wir also – marxistisch gesprochen – eine Krise der Produktivkräfte? Im Folgenden soll dargestellt werden, dass die in der Tat großen Probleme der Menschheit mit Hochtechnologie gelöst werden könnten, wenn der politische Wille hierfür vorhanden wäre. Und zwar ohne weitere Konsumeinschränkungen, sondern ganz im Gegenteil eihergehend mit einer deutlichen Wohlstandssteigerung. Das ist im heutigen neoliberalen Kapitalismus offensichtlich nicht mehr möglich. Wir erleben also keine Krise der Produktivkräfte, sondern eine solche der Produktionsverhältnisse. Der Kapitalismus ist in jeder Beziehung in ein Stadium von Stagnation und Fäulnis eingetreten und kann seine Herrschaft nur noch mit Gewalt und Angstkampagnen aufrecht erhalten.

4. Kernenergie

Nach Lage der Dinge wäre die Kernenergie die einzige Energieform, die CO2-freie Energie im Überfluss bereit stellen kann. Langfristig vor allem die Kernfusion, aber bereits die Kernspaltung liefert genug Energie, um die bereits sichtbar werdende Energiearmut des Westens zu überwinden.

Jedes Mal, wenn die Menschheit einen Schritt nach vorne machte und eine neue, höhere Produktionsweise entstand, nahm die Produktivität der Arbeit zu. Eng damit verbunden waren neue Formen der Energiegewinnung. Jede Energieform hatte eine höhere Dichte als die vorhergehende und machte das Leben einfacher.

Die Evolution der Energieformen reicht von der Verbrennung von Holz über Wind und Wasserkraft, der Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl bis hin zur Kernenergie. Jede dieser Formen stellt größere Quantitäten und Qualitäten von Energie für den Gebrauch des Menschen zur Verfügung. Jede war dichter als die vorhergehende, so dass mehr Energie aus Einheiten mit gleichem Gewicht und Volumen gewonnen werden konnte.[5]

Auch in der Vergangenheit kam es beim Übergang von einer Energieform zur nächsthöheren zu Krisen. So konnten noch im frühen 19. Jahrhundert die Wälder in Deutschland den Holzbedarf einer rapide wachsenden Bevölkerung nicht mehr decken. Vielfach galten sie als verwüstet. Die Forstbehörden waren ständig mit Waldfrevel, also unerlaubter Holznutzung konfrontiert. Einzelne Landesherren sahen sich deshalb sogar gezwungen, Soldaten zum Schutze der Wälder abstellen. Noch Karl Marx beschäftigte sich in einem seiner ersten Artikel in der Rheinischen Zeitung von 1842 mit dem verschärften preußischen Holzdiebstahlgesetz.

Erst die Nutzung der Steinkohle an Rhein und Ruhr beendete die Holznot und die Wälder konnten sich erholen. Kohle brachte zwar langfristig andere Probleme mit sich, aber die Holzkrise wurde gelöst durch den Übergang zu einer Energieform mit einer höheren Dichte. Sie schuf erst die Voraussetzungen für eine flächendeckende Industrialisierung.

Auch die heutige Gesellschaftskrise kann durch den Übergang auf eine Energieform mit einer noch höheren Dichte gelöst werden. Gemeint ist die Kernenergie. Ihre Energiedichte ist enorm hoch. Die Spaltung eines Atomkerns von Uran 233, Uran 235 oder Plutonium 239 setzt rund 200 Megaelektronenvolt frei. Dies entspricht einer erzeugten thermischen Energie von 80 Millionen Megajoule pro Kilogramm, und damit dem 1,8-Millionenfachen des Brennwertes von Benzin und dem bis zu Dreimillionenfachen des Brennwertes von Steinkohle.[6] Das bedeutet auch einen geringen Flächenbedarf. „Ein 1-GW-Kernkraftwerk benötigt mit allen Gebäuden und Anlagen ca. 1 Quadratkilometer: Dies entspricht einer Flussdichte von 1000 W pro Quadratmeter. Die sonstigen postfossilen Energiequellen erreichen diesbezüglich kaum mehr als einstellige Werte.“[7]

Um zu demonstrieren, dass Kernkraftwerke eine wichtige Voraussetzung für ein Leben aller Menschen in Wohlstand schaffen können, ist es notwendig, sich näher mit der Kerntechnik zu beschäftigen. Die bestehenden Kernkraftwerke werden in unterschiedliche Generationen eingeteilt.

Generation I sind die frühen Prototypen von industriellen Leistungsreaktoren. Dazu gehört beispielsweise das Kernkraftwerk Shippingport in Pennsylvanien, USA mit 20 MWe, einer der ersten Druckwasserreaktoren, der 1957 ans Netz ging, oder das sowjetische Kernkraftwerk Obninsk bei Moskau mit 5 MWe[8].

Daraus abgeleitet sind die Kernkraftwerke der Generation II. Dies sind industrielle Leistungsreaktoren zur großtechnischen Stromproduktion. Sie machen 85% aller gegenwärtig aktiven Kraftwerke auf. Es besteht eine große Typenvielfalt. So gibt es zum Beispiel Druckwasserreaktoren, Siedewasserreaktoren, die kanadischen Druckröhrenreaktoren (CANDU), sowjetische Siedewasser-Druckröhrenreaktoren (RBMK) und britischen thermische gasgekühlte Reaktoren (AGR).[9]

Am wichtigsten ist der Druckwasserreaktor. Er ist ein Kernreaktor, bei dem Wasser als Moderator und Kühlmittel dient. Der Betriebsdruck des Wassers wird so hoch gewählt, dass es bei der vorgesehenen Betriebstemperatur von ungefähr 300 Grad nicht siedet. Die Brennstäbe sind daher gleichmäßig benetzt und die Wärmeverteilung an ihrer Oberfläche ist ausgeglichen. Diese gleichmäßige Wärmeverteilung bewirkt ein ruhiges Regelverhalten bei guter Ausnutzung der freiwerdenden Energie.

Das im Reaktorkern erhitzte Wasser (Primärkreislauf) gibt in einem Dampferzeuger seine Wärme an einen getrennten Wasser-Dampf-Kreislauf ab, den Sekundärkreislauf. Der Sekundärkreislauf ist frei von Radioaktivität, was z. B. die Wartung der Dampfturbine wesentlich erleichtert.

Kernkraftwerk Grohnde

Beispiel für einen Druckwasserreaktor der Generation II: Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen. Leistung 1.360 MW

Es wird leichtes Wasser (H2O) als Kühlmedium für die Brennstäbe, also als Transportmedium für die gewonnene Wärmeenergie verwendet. Diese Reaktoren gehören daher zu den Leichtwasserreaktoren.[10]

Druckwasserreaktoren der Generation II haben eine Leistungsfähigkeit von 800 bis 1.400 MWe.

Für die Sicherheit der Anlagen wurden Auslegungsstörfälle definiert, die beherrschbar sind. Dazu gehören:

  • Der Bruch einer Kühlwasserleitung
  • Der Einschlag eines Militärflugzeuges wie der F-104 Starfighter
  • Ein Bemessungserdbeben

Hinzu kommen im Vergleich zu Generation I eine bessere Redundanz der Notkühlsysteme, ein gasdichter Sicherheitsbehälter und zusätzliche Systeme zur Reaktorschnellabschaltung.

In einer amerikanischen Reaktorsicherheitsstudie von 1975 wurden die quantitativen Unfallrisiken von Kernkraftwerken erstmals umfassend mit Hilfe einer probabilistischen Sicherheitsanalyse analysiert. Das Restrisiko für Kernschmelzunfälle liegt bei den meisten Generation-II-Anlagen bei unter 1:10.000, das Risiko für die Freisetzung einer großen Menge radioaktiver Stoffe bei etwa 1:100.000 pro Reaktorjahr.

Zudem wurden Wiederaufarbeitungsanlagen gebaut, zum Beispiel in La Hague (Frankreich) und in Sellafield (Großbritannien). Sie sind in der Lage, das Plutonium und Uran aus den abgebrannten Kernbrennstäben abzutrennen und in neue Kernbrennstäbe zu integrieren. Denn diese abgebrannten Kernbrennstäbe enthalten noch einen großen Anteil an Brut- und Spaltmaterial. Abgebrannter Kernbrennstoff von Leichtwasserreaktoren enthält üblicherweise noch etwa 94-95% Uran und 1% Plutonium. Spaltprodukte, darunter die so genannten minoren Aktinide werden konditioniert und müssen nur noch 10.000 Jahre, statt 200.000 Jahre wie bei unbehandeltem Atommüll, gelagert werden.[11]

Als Generation III wird die aktuelle Reaktorgeneration bezeichnet, die inzwischen fast nur noch aus Druckwasserreaktoren besteht. Dazu gehören der europäische EPR (European Pressurized Water Reactor), der russische WWER-1200 und der US-Amerikanische AP-1000.

Die modernen Druckwasserreaktoren haben Blockleistungen von 1.100 bis 1.700 MWe, erreichen eine Auslastung von bis zu 95% durch lange Brennstoffzyklen, haben eine bessere Lastfolgefähigkeit und eine Anlagelebensdauer von mindestens 60 Jahren. Der Prozesswirkungsgrad erreicht beim EPR 37% gegenüber 33% bei den älteren deutschen Druckwasserreaktoren vom Typ Konvoi. Die Brennstoffkosten konnten halbiert werden.

Die Sicherheit wurde nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl noch einmal wesentlich verbessert. Das Restrisiko für Kernschmelzunfälle wurde von unter 1:10.000 bei der Generation II auf 1:100.000 pro Reaktorjahr reduziert, das Risiko für die Freisetzung einer großen Menge radioaktiver Stoffe von 1:100.000 auf weit unter 1:1.000.000 pro Reaktorjahr.

Des Weiteren wurde der Schutz gegen den Einschlag von großen Verkehrsflugzeugen im Anlagendesign berücksichtigt. Allerdings weisen bereits einige deutsche Reaktoren vom Typ Konvoi diesen Schutz auf.

Wurden Kernkraftwerke der Generation II noch auf die Beherrschung fest definierter Auslegungsstörfälle ausgelegt, zum Beispiel einen Kühlmittelverluststörfall, so können Reaktoren Generation III auch schwere Unfälle beherrschen, insbesondere Kernschmelzunfälle. Hierfür gibt es zwei Vorgehensweisen:

  • Kühlung der Schmelze im Reaktordruckbehälter, wobei dieser von außen unter Wasser gesetzt wird, um die Nachzerfallswärme des Coriums über die Wand des Behälters abzuführen.
  • Einbau einer Sollbruchstelle in die Bodenkalotte des Reaktordruckbehälters, um das Corium in einer darunter angebrachten speziellen Vorrichtung – dem Kernfänger – abzukühlen.

Der EPR kombiniert beide Möglichkeiten. Die Freisetzung von radioaktiven Substanzen kann damit selbst bei Kernschmelzunfällen so gering gehalten werden, dass ab 800 Meter vom Reaktor keine Notfallmaßnahmen erforderlich sind. Jedoch ist es extrem unwahrscheinlich, dass es überhaupt zu einer Kernschmelze kommt, denn die Nachzerfallswärme kann für mindestens 72 Stunden nach der Trennung von der Hauptwärmesenke abgeführt werden.

Eine Verbesserung der Nachhaltigkeit der nuklearen Energieversorgung spielt bei Kernkraftwerken der Generation III noch keine Rolle. Allerdings wurde bereits das Anreicherungsverfahren verbessert. So wird in den USA eine Anlage mit dem weitaus wirtschaftlicheren und damit weniger Energie verbrauchenden Laseranreicherungsverfahren gebaut. Zudem wird an verbesserten zur Gewinnung von Uran aus Phosphaten geforscht. Phosphate sind mit 22 Mio. Tonnen nach dem Meerwasser mit 4 Mrd. Tonnen die zweitgrößte Uranressource.

Bisher wurden Kernkraftwerke fast nur zur Stromproduktion eingesetzt. Strom macht aber nur rund 20% des Endenergieverbrauchs der BRD aus. Wichtigere Faktoren sind der Verkehr mit 26%, die Privathaushalte mit ebenfalls 26% und Industriewärme mit knapp 20%. Letztere drei Bereiche nutzen fast ausschließlich fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle[12]. Um die CO2-Emissionen bis 2050 tatsächlich auf Null zu bringen, müssen aber alle Bereiche der Energieerzeugung dekarbonisiert werden. Hierbei können die Kernkraftwerke der Generation IV eine wichtige Rolle spielen. Diese Kernkraftwerke befinden sich gerade in der Entwicklung. Es existieren weltweit nur wenige Demonstrationsanlagen.

Es kommt durchgehend zum Einbau von passiven Sicherheitssystemen, die auf Gravitation, natürlicher Konvektion, Feder- oder Gaskraft und der Resistenz gegen hohe Temperaturen basieren. Kernschmelzunfällen wird wie bei der Generation III+ durch die Kühlung des Reaktordruckbehälters oder der Ausbreitung der Schmelze in einem Kernfänger entgegengewirkt.

Das wichtigste Entwicklungsziel bei Reaktoren der Generation IV ist aber Nachhaltigkeit bei der Versorgung der Kernkraftwerke mit nuklearen Brennstoffen. Denn würde mit der bisherigen Reaktortechnologie der Weltbedarf an Energie gedeckt, wären die verfügbaren Uranvorräte in wenigen Jahrzehnten verbraucht.

Deshalb sind die Reaktoren der Generation IV bis auf wenige Ausnahmen für einen geschlossen Brennstoffkreislauf mit hohen Brutraten ausgelegt. Während ein herkömmlicher Leichtwasserreaktor pro Jahr etwa 100 Tonnen Natururan benötigt, um 1 GWe zu erzeugen, kann ein Brutreaktor dieselbe Strommenge mit nur einer Tonne Natururan erzeugen.

Voraussetzung hierfür ist die Weiterentwicklung der Wiederaufarbeitung. Bisher können nur Plutonium und Uran im PUREX-Prozess abgetrennt werden. In Zukunft soll dies auch mit den minoren Aktiniden (Neptunium, Americium, Californium, Berkelium, Einsteinium und Fermium) möglich sein. Diese sind neben Plutonium für einen Großteil der ionisierenden Strahlung und der Hitzeentwicklung in abgebranntem Kernbrennstoff im Zeitraum von 300 bis 20.000 Jahren verantwortlich.

Definitionsgemäß wird die benötigte Einschlusszeit im Endlager nach der Dauer bestimmt, die notwendig ist, damit der Atommüll die effektive Dosis von Natururan erreicht. Bei der direkten Endlagerung dauert dies wie gesagt etwa 200.000 Jahre. Wenn Plutonium und Uran im PUREX-Prozess zu 99-99,9% abgetrennt werden, sind nur 6.500 bis 11.300 Jahre Einschlusszeit nötig. Die verbliebenen Spaltprodukte und minoren Aktiniden werden verglast, um die Wasserlöslichkeit zu reduzieren. In Zukunft sollen auch die minoren Aktinide abgetrennt und in Reaktoren zur Energieerzeugung genutzt werden. Die Radiotoxizität der verbliebenen Spaltprodukte erreicht dann bereits nach 320 bis 1.100 Jahren das Niveau von natürlichem Uranerz. Damit wäre das angeblich unlösbare Problem der Endlagerung von radioaktiven Abfällen gelöst.[13]

Reaktoren der Generation IV werden vor allem Brutreaktoren sein, die mit schnellen Neutronen arbeiten, also schnelle Brüter. Im Folgenden sollen die Grundzüge der Brütertechnologie genauer dargestellt werden. Diese erklärt Fabian Herrmann oder „Atomhörnchen“ in einem Nukleariaartikel sehr anschaulich, weshalb er ausführlicher wiedergegeben werden soll:[14]

Herkömmliche Leichtwasserreaktoren nutzen nur 0,7% des Urans. Die Neutronen werden durch Kollisionen mit leichten Atomkernen, in der Regel des Wassers, das hier als Moderator und zugleich als Kühlmittel dient, bis auf thermische Geschwindigkeiten heruntergebremst. Thermische Geschwindigkeiten bedeutet, dass sie in etwa die gleiche kinetische Energie aufweisen wie die umgebenden Atome in ihrer thermischen Bewegung.

Thermische Neutronen lösen vorwiegend Spaltungen im Uran 235 aus. Dieses ist aber in Natururan nur zu 0,7% vertreten. Damit die Kettenreaktion funktioniert, muss das Uran 235 leicht auf 3 bis 4% angereichert werden.

Das abgereicherte Uran, hauptsächlich Uran 238 gilt genauso wie das ungenutzte Uran 238 in den Brennstäben als Abfall.

Es stellt sich die Frage, ob man dieses Uran nicht auch nutzen könnte. Das funktioniert tatsächlich. Und zwar in Brütern.

Denn aus dem Uran 238 entsteht über folgende Kernreaktion Plutonium 239, das gespalten werden kann:

Das Neutron, das in das U238 eingebaut wurde, geht der Kettenreaktion verloren. Damit der Brutmechanismus funktioniert, müssen pro Spaltung besonders viele Neutronen erzeugt werden. Wenn man als Spaltstoff nicht U235, sondern Pu239 nutzt und zwar mit schnellen ungebremsten Neutronen, spalten diese nicht nur das Pu239, sondern bei der Spaltung entsteht auch eine besonders große Neutronenzahl, so dass der Verlust des zur Transmutation des U238 genutzten Neutrons verkraftet werden kann.

Der gesamte Prozess, der im Reaktor abläuft, sieht in Formelschreibweise so aus (die β-Zerfälle wurden weggelassen).

 

Das bedeutet ein Neutron transmutiert das U238 zum Pu239, welches nun gespalten werden kann. Das U238 wird gespalten mit dem Pu239 als Katalysator.

Reaktoren, die mehr Spaltstoff herstellen, als sie verbrauchen, nennt man Brüter. Man nennt sie schnelle Brüter, wenn die Neutronen in ihnen schnell sind, nicht weil sie schnell brüten. Damit die Neutronen nicht zu sehr abgebremst werden, müssen möglichst alle leichten Atomkerne aus dem Reaktor ferngehalten werden. Man nutzt als Kühlmittel in schnellen Reaktoren deshalb flüssige Metalle, vor allem Natrium. Eine andere Option ist Helium als Kühlmittel. Es hat zwar ein geringes Atomgewicht, aber die Neutronen werden dennoch nicht zu stark abgebremst, da die Dichte in einem Gas natürlich sehr gering ist.

Ein weiterer wichtiger Brutprozess ist die Thorium-Brutreaktion. Thorium selbst ist nicht spaltbar, es kann jedoch das spaltbare Uran 233 erbrütet werden:

Bei Brütern reicht eine Tonne Uran für ein Gigawattjahr Elektrizität im Unterschied zu 100 Tonnen bei herkömmlichen Leichtwasserreaktoren. Damit werden auch Mineralien mit geringeren Uran- und Thoriumanteilen als die momentanen verwendeten energetisch nutzbar, z.B. Phosphate oder Tonschiefer. Sogar das Extrahieren von Uran aus Meerwasser ist möglich.

Dadurch werden die Kernbrennstoffressourcen praktisch unendlich. Mit Brutreaktoren wird die Kernenergie zu einer Quelle, die Jahrzehntausende, eventuell sogar Jahrmilliarden lang vorhält.

Man kann den Brüter daher mit Recht und Fug bei den Erneuerbaren einreihen:

  • Ressourcen reichen über transhistorische Zeiträume hinweg
  • Keine Treibhausgasemissionen
  • Durch Recycling der Transurane entsteht auch kein langlebiger radioaktiver Abfall

Die wichtigsten Designs von Brutreaktoren dürften natriumgekühlte schnelle Brüter sein. Der Reaktorkern befindet sich in einem mit flüssigem Natrium gefüllten Behälter. Durch die Flüssigmetallkühlung entspricht der Druck im Reaktorkreislauf fast dem Außendruck. Die hohe Leistungsdichte des Kerns, hohe Abbrände und das schnelle Neutronenspektrum ermöglichen es, ein sehr hohes Brutverhältnis zu erzielen. So soll der geplante russische Brutreaktor BN-1200 ein Konversionsverhältnis von 1,2 mit Uranbrennstoff und 1,35 mit MOX-Brennelementen erreichen. In weiterer Zukunft soll mit verbessertem Nitridbrennstoff sogar 1,45 erreicht werden können.

Die Reaktoren besitzen einen Primärkreislauf, welcher das Natrium zu einem Wärmetauscher führt. Der daran anschließende Sekundärkreislauf wird ebenfalls mit Natrium betrieben. Ein weiterer Wärmetauscher treibt schließlich eine Dampfturbine über einen Clausius-Rankine-Kreisprozess an, so dass ein Gesamtwirkungsgrad von etwa 40% erreicht wird. Bei einem Sekundärkreislauf mit überkritischem Kohlendioxid wäre sogar ein Prozesswirkungsgrad von 45% erreichbar. Könnte die Kernaustrittstemperatur auf 650°C gesteigert werden, sogar 50%. Die Abfuhr der Nachzerfallswärme soll rein passiv realisiert werden. Dazu befinden sich mehrere Kühlschleifen mit Natrium in der Anlage, welche die Nachzerfallswärme im Becken aufnehmen und über Naturkonvektion an Wärmetauscher in Abluftkaminen führen, wo diese über den Kamineffekt an die Umgebung abgegeben wird. Auch dieser Reaktor wird mit einem Kernfänger ausgerüstet. Da er ohne Moderator arbeitet, muss eine Kritikalität des Coriums ausgeschlossen werden. Zu diesem Zweck wird eine möglichst breite Verteilung der Schmelze angestrebt und Neutronenabsorber in den Kernfänger eingebaut.

Bei natriumgekühlten schnellen Brütern sind Blockleistungen von bis zu 2.000 MWe möglich.[15]

Der zweite wichtige Reaktortyp ist der Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR). Helium dient als Kühlmittel, Graphit als Moderator. Der heliumdurchströmte Reaktorbehälter ist mit einem Wärmetauscher verbunden, welcher entweder eine Gas- oder eine Dampfturbine antreiben kann oder Prozesswärme bereitstellt. Entweder werden Prismen- oder kugelförmige Brennelemente genutzt.

Der Thorium-Hochtemperatur-Reaktor nutzt zwar abgebremste thermische Neutronen zur Kernspaltung. Dennoch kann durch geschickte Anordnung der einzelnen Elemente eine Brutrate von 1 erreicht werden. Insbesondere ist er in der Lage, aus Thorium232 Uran233 zu erbrüten, welches dann gespalten werden kann.

Bei einem Ausfall der Kühlsysteme wird die Temperatur des Kernes über die Wände des Reaktordruckbehälters an die Reaktorgrube abgeführt, welche die Nachzerfallswärme aktiv oder durch Naturkonvektion weiter abführt.

Die gasgekühlten Reaktoren wurden zur modularen, dezentralen Versorgung mit Elektrizität und Prozesswärme entwickelt. Sie besitzen eine Leistung von 250 – 300 MWe und die Kernaustrittstemperaturen sollen möglichst hoch sein, um so die höchstmögliche Temperatur für industrielle Prozesse bereitzustellen.

So könnten gasgekühlte Reaktoren unter anderem die Energie für folgende Industrieprozesse bereitstellen:

  • Wärme für Meerwasserentsalzung
  • Prozessdampf für Chemieanlagen und Raffinerien
  • Methanspaltung zur Wasserstofferzeugung
  • Kohlenvergasung
  • Kohlenhydrierung
  • Direktreduktion von Eisenerz
  • Aluminiumherstellung

Mit modularen gasgekühlten Reaktoren könnten der Hausbrand und die Industrielle Prozesswärme dekarbonisiert werden. So könnte einige der inhärent sicheren Reaktoren die Fernwärme für eine ganze Stadt bereitstellen oder Energie für Industrieprozesse liefern. Darüber hinaus könnten alle Kernkraftwerke neben Elektrizität auch Fernwärme für große Siedlungen bereitstellen.

5. Anwendungen mit Kernenergie

Mit einem Überfluss an preiswerter Energie könnten weitere Technologien genutzt werden, die bereits bekannt sind, aber wegen dem jetzt grassierenden Energiemangel nicht eingesetzt werden. Sie würden die Menschheit einem Überfluss an Konsumgütern für alle 7 Milliarden Menschen näher bringen.

5.1. Plasmarecycling oder Plasmavergasung

Bei der Plasmavergasung wird Haushalts-, Landwirtschafts- oder Industrieabfall durch eine Plasmalanze in den Aggregatszustand Plasma gebracht und so jede Verbindung in ihre nie-dermolekularen oder elementaren Bestandteile zerlegt. Diese können anschließend entweder erneut genutzt, oder – wenn ungefährlich – in die Umwelt entlassen werden. Bei niedrig oxidierten Substanzen fungiert die Plasmavergasung sogar als Energiequelle, bei hochoxidierten, insbesondere Metallen und Silikaten, muss Energie zugeführt werden, um die Molekülbin-dungen aufzubrechen. Diese Energie kann von Kernkraftwerken der IV. Generation geliefert werden.

Durch die Plasmavergasung können Rohstoffe, unter anderem die seltenen Erden, ständig wiederverwendet werden. Die prognostizierte Rohstoffknappheit würde damit ein Ende ha-ben. Damit fällt ein weiteres Argument fort, warum der westliche Lebensstil angeblich global nicht verallgemeinerbar ist.[16]

Die Grundprinzipien von Plasmarecycling sind bereits verstanden und es gibt einige Versuchsanlagen. Einer großtechnischen Anwendung stehen die hohen Energiekosten entgegen.

5.2. Künstliche Kohlenwasserstoffe

Offiziell soll das Auto mit Verbrennungsmotor durch Elektroautos ersetzt werden. Wenn die-se Elektroautos ihren Strom aus erneuerbaren Quellen (einschließlich der Kernenergie) beziehen, fahren sie CO2-neutral. Es gibt jedoch große Probleme mit diesem Konzept:

Dieses Konzept ist aus verschiedenen Gründen nicht verallgemeinerbar:

  • Die in E-Autos verbauten Akkus benötigen das Element Lithium. Die weltweiten Lithiumvorräte würden aber nur eine einmalige Umrüstung der gegenwärtigen Kraftfahrzeugflotte von 1,5 Mrd. Stück ermöglichen, dann aber wäre Schluss. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass kein Plasmarecycling stattfindet. Aber diese Technologie lehnen die Grünen auch ab.
  • Durch die Energiewende wird Strom zur Mangelware. Die Umstellung auf 100% Elektroautos würde aber den von gegenwärtig 648 TWH um weitere 340 TWh steigern. Eine Ladeinfrastruktur ist nicht vorhanden und ihr Aufbau würde einen dreistelligen Milliardenbetrag Euros kosten.
  • Elektroautos sind wenig leistungsfähig, haben eine geringe Reichweite und das Laden der Batterie dauert mindestens eine halbe Stunde, meistens jedoch länger.[17]

Eine Alternative wäre es, den ausgereiften Verbrennungsmotor beizubehalten und stattdessen CO2-neutrale Treibstoffe einzusetzen. Dies ist möglich. Aus dem Meerwasser und dem in der Luft befindlichen CO2 können künstliche Kohlenwasserstoffe gewonnen werden, die dann völlig klimaneutral wären. Denn das bei ihrer Verbrennung ausgestoßene CO2 entspricht ja genau demjenigen, das aus der Luft entnommen wurde. Dies gilt freilich nur unter der Bedingung, dass auch bei der Herstellung dieser künstlichen Kohlenwasserstoffe kein CO2 emittiert wird. Hierfür sind enorme Energiemengen notwendig, die nur aus der Kernkraft stammen können. Der Aufbau solcher Syntheseanlagen würde zudem große Investitionen erfordern. Das gilt aber auch die Umstellung auf Elektroautos, wie wir oben gesehen haben.[18]

Da das Fliegen als besonders umweltschädlich gilt, könnte man mit der künstlichen Synthese von Flugbenzin beginnen. Dann wären die von den Grünen geforderten Flugverbote, entweder direkt oder über den Preis, nicht mehr erforderlich. In diesem Fall wäre auch eine Verallgemeinerung von Überschallpassagierflugzeugen wie der Concorde wieder möglich.[19]

Entsprechende Synthesekomplexe existieren bereits als Versuchsanlagen. Auch hier ist das größte Problem der gegenwärtige Energiemangel.

5.3. Atomschiffe

Als eine bedeutende CO2-Quelle gilt der Seetransport. Die großen Containerschiffe könnten statt mit Dieselmotoren mit Kernreaktoren ausgestattet werden. Damit könnten sie völlig CO2-neutral fahren. Bereits heute gibt es zahlreiche russische Atomeisbrecher. Auch viele Kriegsschiffe, darunter die US-Amerikanischen Flugzeugträger und die US-Amerikanischen sowie die Russischen U-Boote nutzen Kernreaktoren als Antrieb. Die entsprechende Technik ist also seit Jahrzehnten ausgereift und funktioniert problemlos.

5.4. Industrialisierung der Dritten Welt

Die Kernenergie könnte einen Beitrag leisten zur CO2-neutralen Industrialisierung Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas. Die so genannten erneuerbaren Energien Photovoltaik und Windkraft werden alleine dazu nicht in der Lage sein.

An den Rändern der Sahara könnten Kernkraftwerke vom Typ schneller gasgekühlter Reaktor (THTR) gebaut werden, deren einziger Zweck die Entsalzung von Meerwasser ist. Dieses neu gewonnen Süßwasser würde dann in das Landesinnere gepumpt, wodurch es möglich wird, dort Bäume anzupflanzen, die große Mengen von Kohlendioxid binden können. „Geht man von einer für die Aufforstung nutzbaren Fläche der Sahara von ca. einer Milliarde Hektar aus, könnten die Saharawälder jährlich 20 – 36 Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre entziehen. Dies entspricht in etwa dem weltweiten von Menschen verursachten CO2 -Ausstoß von rund 32 Gigatonnen.“[20]

Selbstverständlich könnte das Süßwasser auch genutzt werden, um den Ackerbau der einheimischen Bevölkerung zu verbessern und um Voraussetzungen für eine Industrialisierung des Kontinents zu schaffen. Allein die wiederbegrünte Sahara könnte einen Teil der stark angewachsenen Bevölkerung Afrikas aufnehmen.

6. Landwirtschaft

Die Grünen treiben auch die Agrarwende voran. Letztlich soll ihren nach ihren Vorstellungen die Landwirtschaft ausschließlich „biologisch“ betrieben werden.

Die Prinzipien der Biologischen Landwirtschaft sind:

  1. Kein Kunstdünger
  2. Keine synthetischen, künstlich hergestellten Herbizide.

Das bedeutet nun nicht, dass überhaupt nicht gedüngt werden darf. Eine Landwirtschaft ohne Düngung würde die Bodenfruchtbarkeit in kürzester Zeit vernichten. Denn zusammen mit den Feldfrüchten werden auch Nährstoffe aus dem Acker ausgetragen, die ihm wieder zugeführt werden müssen. Es ist Biobauern erlaubt, Stalldung, also Gülle, auf die Felder aufzubringen. Genauso wie bei Kunstdünger ist beim Stallmist ein wichtiges Düngemittel der Stickstoff. Deshalb macht das Verbot aus wissenschaftlicher Sicht keinerlei Sinn.

Bauern müssen andere Unkräuter auf den Feldern zurückdrängen, um den angebauten Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zu sichern. Dies machen konventionell arbeitende Landwirte zum Beispiel mit Herbiziden. Biobauern ist dies nicht erlaubt. Sie dürfen nur so genannte natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen, wie das giftige Spinosat und Kupfer, das sich im Boden anreichert und bewirkt, dass er irgendwann nicht mehr genutzt werden kann und ausgetauscht werden muss. Auch ist eine mechanische Unkrautvernichtung erlaubt, etwa durch Pflügen. Das aber stört im großen Maße die Mikrolebewesen im Boden.

Entwickelt wurde die biologische Landwirtschaft von dem Anthroposophen Rudolf Steiner Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihm ging es nicht um Pestizidrückstände oder um eine quälerische Tierhaltung. Er betrachtete vielmehr den Mineraldünger als wertlos, weil er nicht von lebendigen Wesen stammt. Im Mist dagegen wirke die „Astralenergie“ der Tiere, so dass die biologisch-dynamischen Produkte gesünder seien als andere Lebensmittel. Die Naturwissenschaften könnten seiner Meinung nach die Welt nur oberflächlich betrachten. Er selbst aber habe durch geistige Anschauung einer Akasha-Chronik die tatsächliche Wahrheit erkannt.

Das Hauptproblem des Biolandbaus ist, dass diese Methode weitaus weniger Ertrag bringt als der konventionelle Anbau, durchschnittlich um die Hälfte bis ein Drittel weniger. Um eine gleichhohe Ernte zu erreichen, müsste entsprechend mehr Land genutzt werden. Das würde dazu führen, dass noch viel mehr Naturlandschaften in Ackerland und Viehweiden umgewandelt werden, als es heute ohnehin schon der Fall ist.

Mit den Methoden der biologischen Landwirtschaft können nur 2 bis 3 Milliarden Menschen ernährt werden.

Dem Argument wird häufig entgegnet, dass die Menschheit ja auf den Fleischkonsum verzichten könne und so weniger Land zum Anbau von Futtermitteln verbraucht würde. Allerdings ist Tierdung in der Biologischen Landwirtschaft der einzige zugelassene Dünger. Eine Düngung ist aber bei jeder Landwirtschaft notwendig, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Wenn alle Äcker weltweit allein mit Mist gedüngt werden sollten, müsste der Viehbestand von jetzt 1,3 Milliarden Rindern verfünffacht bis versechsfacht werden, was natürlich völlig unrealistisch ist. Da der im Tierdung enthaltene Stickstoff nicht so gut dosiert werden kann wie Kunstdünger, erhöht der Biolandbau die ökologisch problematische Versickerung von Stickstoff sowohl pro Flächeneinheit als auch pro Menge erzeugten Lebensmittel im Vergleich zum konventionellen Landbau.

Eine erlaubte Alternative ist der Anbau von Leguminosen, die dann in den Boden eingearbeitet werden. Diese Methode erhöht aber dem Flächenverbrauch beträchtlich bzw. senkt die Durchschnittserträge weiter.

Auch der Kraftstoffverbrauch der Traktoren ist bei Biolandbau um 25% höher. Denn durch das Verbot chemischer Unkrautbekämpfung muss der Boden viel intensiver mechanisch bearbeitet werden, so dass der Traktor häufiger zum Einsatz kommt.

Biolandbauern setzen durchaus auch Pestizide ein. Sie dürfen alle Stoffe auf die Felder aufbringen, wenn sie nur „natürlich“, also nicht von der „bösen Chemieindustrie“ künstlich erzeugt worden sind. Kupfer zum Beispiel kommt vor allem auf Kartoffeläckern, im Obst- und Weinbau mangels Alternativen massenhaft zum Einsatz. Das Schwermetall reichert sich im Boden an, der schließlich als Sondermüll entsorgt werden muss. Es hat eine viel höhere Ökotoxizität als die meisten zugelassenen synthetischen Herbizide bzw. Fungizide.

Auch die biologische Schädlingsbekämpfung hat schon schwere Nebenwirkungen erzeugt. So werden zum Beispiel große Mengen der Moldawischen Schlupfwespe auf Feldern mit Biomais ausgebracht. Sie soll den Maiszünsler vernichten. Aber diese Wespenart parasitiert auch an Schmetterlingen und zerstört die Eier des seltenen Schwalbenschwanzes, des Schachbrettfalters und anderer Arten.[21]

Allein hieraus ergibt sich, dass der Biolandbau global nicht verallgemeinerbar ist. „Bio“ wird immer ein Luxusprodukt der globalen Oberschichten bleiben. Zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung einer ständig wachsenden Weltbevölkerung kann er nichts beitragen. Was wären dann die Alternativen?

6.1. Grüne Gentechnik

Als Gentechnik bezeichnet man das Verfahren, ein isoliertes Gen mit bekannten Eigenschaften dem Erbgut eines Lebewesens hinzuzufügen. Dadurch werden etwa Pflanzen gezüchtet, die gegen ein bestimmtes Herbizid wie Glyphosat resistent sind, so dass dieses Herbizid auch während der Wachstumsphase eingesetzt werden kann. Das ermöglicht die Ausweitung der pfluglosen Bearbeitung und verhindert Bodenerosion, die gerade in US-Amerikanischen Mittleren Westen ein großes Problem ist. Der Einsatz dieser Pflanzen führt also zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und damit – eigentlich – zu höheren Gewinnen der Bauern.

Bisher werden weltweit auf über 100 Millionen Hektar transgene Pflanzen angebaut. Die wichtigsten Anbauländer sind die USA, China und Indien. Irgendwelche Gefahren für Gesundheit und Umwelt sind daraus nicht erwachsen und es ist unwahrscheinlich, dass dies jemals passieren wird. Alle Panikmeldungen von Umweltorganisationen wie Greenpeace etwa zum BT-Mais haben sich als haltlos herausgestellt.

Genetisch veränderte Pflanzen können in Zukunft zu weiteren Ertragssteigerungen führen, die nötig sind, um bis zu 10 Milliarden Menschen zu ernähren. Insbesondere wird auf folgenden Gebieten geforscht:

  • Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen bei gleichen Erträgen
  • Höhere Dürre- und Salztoleranz
  • Eingebaute Resistenz gegen Schädlinge
  • Pflanzen mit geringerem Düngerbedarf, da sie Stickstoff aus der Luft bilden können wie die Leguminosen
  • Bildung zusätzlicher Nährstoffe in der Pflanze
  • Höherer Ertrag

Dennoch ist die grüne Gentechnik nicht unproblematisch. Die Forschung an transgenen Pflanzen ist teuer und im Kapitalismus nur von großen Konzernen zu leisten. Inzwischen sind alle diese gentechnisch modifizierten Pflanzen patentiert. Konzerne wie Monsanto verlangen von den Bauern langfristige Knebelverträge und verkaufen das Saatgut dieser Pflanzen nur zusammen mit dem Herbizid Roundup (wichtigster Bestandteil: Glyphosat). Es ist damit wesentlich teurer als herkömmliches Saatgut und die wenigen Saatgutkonzerne können sich so den großen Teil der Produktivitätssteigerungen durch gentechnisch modifizierte Pflanzen aneignen.

Die Wiederaussaat der geernteten Pflanzensamen ist verboten und dieses Verbot wird von Monsanto mit einem Heer von Detektiven überwacht, die nichts anderes zu tun haben, als Proben von den Feldern der Bauern zu nehmen, um festzustellen, ob sie nicht illegalerweise doch eigenes Saatgut verwendet haben. Bauern sind sogar dann schadensersatzpflichtig, wenn das gentechnisch veränderte Saatgut durch Windverwehungen unbeabsichtigt auf ihre Felder gelangt ist. Dies passierte dem kanadischen Raps-Farmer Percy Schmeisser, den das oberste kanadische Gericht zu einem Strafschadensersatz von umgerechnet 40.000 Dollar an Monsanto verurteilte. Auf den Philippinen wurde ein Gesetz zumindest diskutiert, das allen Bauern eine Zahlungspflicht gegenüber den Saatgutkonzernen auferlegt, völlig egal, ob sie tatsächlich gentechnisch verändertes Saatgut oder ihre traditionellen Sorten anbauen. Das heißt, man beabsichtigte, die Bauern einer neuen Leibeigenschaft zu unterwerfen.

Die häufig angeführte freie Wahl der Bauern ist im Kapitalismus de facto nicht gegeben, denn wenn ein bestimmter Anteil gentechnisch modifizierte Organismen anbaut, wird sich der Preis der Ackerfrüchte danach richten und fallen. Landwirte, die herkömmliche Sorten anbauen, hätten höhere Kosten, die sie aber nicht mehr durch entsprechend höhere Preise hereinholen könnten.

Deshalb ist es kein Wunder, wenn deutsche Landwirte an GMOs nicht besonders interessiert sind. Sie wissen genau, dass nicht sie davon profitieren würden, sondern die großen Saatgutkonzerne. In Ländern wie der VR China, wo es diese restriktiven Bedingungen nicht gibt, ist nichts gegen den Anbau von gentechnisch modifizierten Organismen einzuwenden.

Andererseits ignorieren die Mainstreammedien diesen Aspekt der grünen Gentechnik vollkommen, denn der Kapitalismus darf nicht kritisiert werden. Stattdessen geben sie völlig unkritisch absurde Behauptungen zu angeblichen Gesundheitsgefahren durch GMOs wieder. Sogar Organisationen wie Attac, die diesen Aspekt ursprünglich erkannt haben, dringen mit Kapitalismuskritik einfach nicht mehr durch und schwafeln inzwischen auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt!“ zusammen mit Ökofundamentalisten von Greenpeace lieber von angeblichen Gesundheitsgefahren durch GMOs.[22]

6.2. Einzellerprotein

Häufig wird behauptet, der „exzessive“ Fleischkonsum in den Industrieländern zerstöre die Regenwälder der Erde durch dortigen Futtermittelanbau etwa von Soja. Der Fleischkonsum müsse deshalb für die Arbeiterklasse radikal gezügelt werden. Vertreter des Bürgertums wollen ihr allenfalls noch den Sonntagsbraten zugestehen, mehr aber nicht. Allerdings ist Soja als Tierfutter nicht alternativlos. Aus Kohle lässt sich in Bioreaktoren so genanntes Einzellerprotein herstellen, das genauso gut als Tierfutter genutzt werden kann[23]. Problem für die Bourgeoisie: Die Kohleförderung schafft zahlreiche, gut bezahlte Arbeitsplätze und stärkt die Arbeiterklasse. Das muss vermieden werden. Da setzt man lieber auf brasilianischen Großgrundbesitz.

6.3. Kunstfleisch

Ein weiteres Argument gegen Fleisch: Kühe emittieren viel Methan, das ein viel wirksameres Treibhausgas ist als CO2. Nach unterschiedlichen Angaben sind Nutztiere für 10% der globalen Erwärmung verantwortlich. Wenn die Chinesen und Afrikaner so viel Fleisch verzehren würden wie die Europäer, dann würde die globale Erwärmung die Erde unbewohnbar machen. Deshalb müsse der Fleischkonsum der Arbeiter in der BRD gezügelt werden. Dies soll durch eine spezielle Fleischsteuer geschehen, die euphemistisch Tierwohlabgabe genannt wird. Eine solche weitere indirekte Steuer wird von den Grünen und Teilen der CDU/CSU gefordert.[24]

Eine Alternative ist Kunstfleisch. Einzelne Zellen wachsen in einer Nährlösung zu großen Gewebestücken heran, bis sie in Aussehen, Geschmack und Konsistenz natürlichem Muskelfleisch nahe kommen.

Selbst wenn Kunstfleisch von seiner Konsistenz her nicht ganz natürlichem Fleisch entsprechen würde, gäbe es viele Produkte wie Würste oder Hackfleisch, wo es darauf nicht so ankommt. Allein damit könnten viele Methanemissionen eingespart werden.

Das Hauptproblem in der Forschung zu Kunstfleisch ist gegenwärtig die Nährlösung. Sie besteht aus Nährstoffen, Hormonen und anderen benötigten Stoffen. Bis jetzt wird sie dem Serum ungeborener Kälber entnommen, was aber viele Menschen aus ethischen Gründen nicht akzeptieren würden. Wissenschaftler versuchen jetzt, diese Nährstoffe synthetisch herzustellen.[25]

6.3. Vertikale Landwirtschaft

In der vertikalen Landwirtschaft werden vor allem pflanzliche Erzeugnisse wie Gemüse und Obst in mehrstöckigen Gebäuden hergestellt. Diese können dann das ganze Jahr über geerntet werden. Es besteht ein geschlossener Wasserkreislauf. Eine Form dieser vertikalen Landwirtschaft ist Hydrokultur. Die saisonunabhängige Pflanzenproduktion erhöht die Produktivität der meisten Nutzpflanzen um Faktor 4 bis 6.[26]

Der hohe Energiebedarf der vertikalen Landwirtschaft verhindert in unserer Energiemangelgesellschaft gegenwärtig ihre stärkere Ausbreitung. Mit der Nutzung von Kernenergie sähe die Situation völlig anders aus.

6.5. Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften

Gegenwärtig herrscht in der Landwirtschaft ein brutaler Konkurrenzdruck. Jedes Jahr werden tausende Höfe aus dem Markt gedrängt. Die hohe Arbeitsbelastung der Einzelhöfe wollen sich immer weniger Menschen antun. Wenn die Entwicklung so weiter geht, wird auch in der BRD Großgrundbesitz entstehen. In den neuen Ländern ist er bereits vorhanden.

Eine Alternative wären Landwirtschaftsgenossenschaften wie die LPGs in der DDR. Die Menschen hatten ein reguläres, relativ hohes Einkommen, geregelte Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch. Die Mechanisierung und Chemisierung der Produktion war hoch. Dünger und Pestizide wurden nach wissenschaftlichen Kriterien so sparsam wie möglich eingesetzt. Dafür wurden eigens agrochemische Zentren aufgebaut, wo Chemiker die genaue Menge der einzusetzenden Mittel und auch den Zeitpunkt ihres Einsatzes festlegten. Wo es möglich war, wurden diese Mittel mit Agrarflugzeugen ausgebracht. Das ist extrem bodenschonend und spart darüber hinaus auch noch Treibstoffe. Die DDR-Serie Flugstaffel Meinecke gibt einen Einblick in diese vergangene Welt.

6.6. Die Zukunft der Landwirtschaft

Mit der grünen Gentechnik, vertikaler Landwirtschaft, Einzellerprotein und Kunstfleisch könnten vermutlich sogar mehr als die 10 Milliarden Menschen ernährt werden, auf die die Weltbevölkerung im Jahr 2050 anwachsen soll. Und dies sogar bei einem verringerten Flächenverbrauch. Insbesondere die Tropischen Regenwälder könnten dann vollständig geschützt werden. Aber auch in den gemäßigten Breiten könnten größere Flächen unter Naturschutz gestellt werden. Eine Voraussetzung für diese hochtechnische Landwirtschaft wären hohe Energiemengen, die nach Lage der Dinge nur von der Kernkraft stammen könnten, wenn sie CO2-neutral sein sollen.

7. Pro und Contra Kernenergie

Wie wir gesehen haben, wäre die Kernenergie der Schlüssel für eine Zukunft in Wohlstand für alle Menschen dieser Erde. Aber aus unterschiedlichen Gründen lehnen die meisten Linken die Kernenergie ab. Das hat dazu geführt, dass sie mehrheitlich davon überzeugt sind, dass wir alle in Zukunft zugunsten des Klimas unseren Konsum erheblich einschränken müssen.

Was ist von den zahlreichen Argumenten gegen die Kernenergie zu halten, die insbesondere von Grünen und Linken vorgebracht werden?

7.1. Sicherheit der Kernenergie

Die schwersten Kernkraftunfälle sind die von Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima. In Harrisburg gab es keine Toten, bei Fukushima bis heute einen. In Tschernobyl sind 56 Menschen an akuter Strahlenkrankheit und an Krebs gestorben. Wie viele Menschen in Anschluss durch die höhere Strahlenbelastung gestorben sind und noch sterben werden, ist schwer abzuschätzen. Greenpeace geht von 270.000 zusätzlichen Krebsfällen mit 90.000 Toten aus. Die WHO, UNSCEAR und IAEO, also alles UN-Unterorganisationen, in denen die besten Fachwissenschaftler zusammengeschlossen sind, nennen nach Untersuchung von 530.000 Liquidatoren eine weitaus geringere Zahl. Es ist mit maximal 4.000 zusätzlichen Krebstoten infolge des Reaktorunfalls zu rechnen[27].

Andererseits verursachen alle Energieformen Opfer, die in einer Statistik der WHO angegeben sind[28]:

Die hohe Todesrate bei Kohle- und Ölkraftwerken kommt durch Lungenkrankheiten zustande, die durch Schadstoffemissionen entstehen. Dies wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, aber es zeigt sich deutlich an Extremereignissen wie dem großen Smog in London im Jahr 1952, an dem 12.000 Menschen starben. Nach einer Meldung der WHO starben allein im Jahr 2010 233.000 Personen an Lungenkrebs, der durch die Luftverschmutzung hervorgerufen wurde. Daran haben Kohlenkraftwerke den größten Anteil.[29]

Auch die Wasserkraft ist nicht harmlos. Dammbrüche sind selten, aber wenn sie vorkommen, fordern sie regelmäßig sehr viele Tote, zum Beispiel der Bruch der chinesischen Banquiao-Talsperre 1975 mehr als 100.000. Statistisch gesehen ist die Kernenergie die sicherste Form der Energieerzeugung. Das gilt auch dann, wenn man die von Greenpeace behaupteten 90.000 möglichen Krebstoten von Tschernobyl noch berücksichtigen würde, was in obiger Graphik nicht geschehen ist. Dann käme man auf 0,09 Tote pro Terawattstunde und die Kernenergie wäre immer noch die sicherste Energiequelle.[30]

7.2. Radioaktive Strahlung

Viele Menschen lehnen die Kernenergie ab, weil sie die Radioaktivität fürchten.

Unter Radioaktivität, besser radioaktiver Strahlung, versteht man die Strahlung beim Zerfall von Atomkernen. Sie wird unter anderem gemessen in der Dosisleistung. Diese gibt an, wie stark die Strahlung ist und in welcher Zeit der Körper eine Dosis aufnimmt.

Eine hohe Strahlendosis ab 5.000 Millisievert oder mSv endet meist tödlich. Aber streckt man diese Dosis über einen längeren Zeitraum, ist sie harmlos. Denn dann haben die Zellen die Möglichkeit, Schäden zu reparieren.

Im Strahlenschutz gilt immer noch die Theorie der linearen Abhängigkeit. Danach ist die Krebswahrscheinlichkeit proportional zur Dosis. Eine ungefährliche Strahlung gebe es nicht. Allerdings konnten bei Strahlendosen unterhalb von 100 mSv/Jahr niemals zusätzliche Krebsfälle nachgewiesen werden.

Die Theorie der linearen Abhängigkeit berücksichtigt die Reparaturmechanismen des Körpers nicht. Heute wissen wir, dass nicht nur radioaktive Strahlung DNS-Brüche verursacht. Die meisten geschehen aufgrund von normalen Stoffwechselmechanismen und können in den Zellen repariert werden. Bis zu Strahlendosen von 100 mSv/Jahr kommen nur wenige zusätzliche DNS-Brüche hinzu und fallen statistisch nicht ins Gewicht.[31]

Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Niedrigstrahlung die Abwehr des Körpers gegen höhere Strahlung stärkt. Über 8.000 Personen wurden durch radioaktiven Baustahl in Neubauwohnungen in Taiwan jahrelang versehentlich bestrahlt, zum Teil mit über 100 mSv/Jahr. Nach der LNT-Theorie hätte die Krebsrate der Bewohner um 30 Prozent steigen müssen. In Wahrheit sank sie dramatisch.[32]

Im Jahr 2010 will eine Studie einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Leukämie bei Kindern und ihrem Wohnort in der Nähe von Kernkraftwerken gefunden haben. Das heißt, angeblich treten umso mehr Fälle von Leukämie auf, je näher man an einem Kernkraftwerk wohnt. Aber gibt es diesen Zusammenhang wirklich?

Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass auch natürliche Radioaktivität existiert und jeder Mensch in der BRD im Durchschnitt 3 Millisievert pro Jahr aufnimmt. Davon sind 60 % der natürlichen Radioaktivität zuzurechnen, die zudem auch noch stark schwankt. In den Alpen und in Teilen des Schwarzwaldes ist die Ortsdosisleistung mehr als doppelt so hoch wie in der norddeutschen Tiefebene. 40% gehören zu der zivilisatorischen Strahlenbelastung, darunter weit überwiegend die Belastung aus medizinischen Anwendungen.

Der Grenzwert für die Exposition der Bevölkerung durch eine Kerntechnische Anlage beträgt nur 0,3 Millisievert pro Person und Jahr, also nur ein Bruchteil der natürlichen Radioaktivität. Er wird selbstverständlich auch während der Revision bei offenem Reaktor eingehalten. Die tatsächlich emittierte radioaktive Strahlung aus Kernkraftwerken ist in den allermeisten Fällen sogar nochmals um Größenordnungen geringer. Sie ist selten höher als 0,002 mSv pro Person und Jahr.[33]

Es ist also wissenschaftlich nicht zu erklären, wie die Kernkraftwerke Leukämie verursachen können. Hinzu kommt: Leukämiecluster treten auch in Regionen auf, in denen keine kerntechnischen Anlagen existieren, andererseits sind sie nicht bei jedem Kernkraftwerk vorhanden. In Grohnde, Brokdorf, Gundremmingen, Stade, Philippsburg, Lingen und Würgassen liegt die Leukämierate unter dem Landesdurchschnitt.[34]

Inzwischen wurde möglicherweise die Ursache von Leukämie im Kindesalter entdeckt. Sie ist nach einer neuen Theorie nicht auf radioaktive Strahlung zurückzuführen, sondern stellt eine seltene Reaktion des Körpers auf eine gewöhnliche Infektion dar. Leukämiecluster treten dann auf, wenn viele Menschen in ländliche Regionen mit einer bislang eher isoliert lebenden Bevölkerung einströmen. Dies geschah nach dem zweiten Weltkrieg häufiger im Rahmen der Suburbanisierung. Das passierte auch in den eher ländlichen Regionen, in denen Kernkraftwerke errichtet wurden. In diesem Fall wird das Immunsystem der Kinder neuen Viren ausgesetzt, auf die es in manchen Fällen atypische reagiert und Leukämie hervorruft.[35]

7.3. „Atommüll“

Wie bereits in Kapitel 4 dargestellt, ist Atommüll eigentlich kein Müll, sondern eine wertvolle Ressource. Brutreaktoren können nicht nur Uran und Plutonium aus den abgebrannten Brennstäben nutzen, sondern auch die minoren Aktinide. Die restlichen Spaltprodukte müssten dann nur noch 300 bis 1.100 Jahre gelagert werden. Das sind durchaus überschaubare Zeiträume.

Aber auch eine herkömmliche Lagerung ist unproblematisch. Bisher hat Atommüll noch nie irgendwelche Probleme verursacht und es ist nicht zu erkennen, wie irgendetwas von dem radioaktiven Inventar an die Oberfläche gelangen könnte, wenn er in tiefen Bergwerken oder Salzstöcken gelagert wird.

Das angebliche Atommüllproblem wird vielmehr von der Anti-Atom-Bewegung als Hebel genutzt, um so den Betrieb von Kernkraftwerke zu verunmöglichen.

7.4. Geringer Platzbedarf

Kernenergie wird vor allem deswegen abgelehnt, weil sie angeblich enorm gefährlich sei. Dass das nicht stimmt, wurde weiter oben belegt. Aber auch die Alternativen, insbesondere die Windkraft sind nicht unproblematisch. Sie nehmen enorm viel Platz ein.

Um ein Kernkraftwerk zu ersetzen, benötigt man gut 20.000 Windkraftanlagen, die bis zu 200 Meter hoch sind und fast 200 Quadratkilometer an Land einnehmen. Dementsprechend sieht die Landschaft in der BRD inzwischen auch aus. Viele Landschaften wie der Hunsrück sind inzwischen mit Windrädern geradezu zugestellt. Sogar im Reinhardswald in Nordhessen, einer ökologisch besonders wertvollen Waldlandschaft, sollen Windräder aufgestellt werden. In diesem auch als Grimms Märchenwald bekannten Mittelgebirge gibt es viele alte Baumveteranen und Naturschutzgebiete. Das stört aber die Grünen am allerwenigsten, die sich stark für den Erhalt des Hambacher Forstes einsetzen und belegt ihren instrumentellen Umgang mit Naturschutzargumenten.[36] Windräder sind für den Tod von Milliarden Insekten und Vögeln verantwortlich. Sie leisten damit einen Beitrag zum Insektensterben.[37]

Wegen der sehr hohen Energiedichte des Kernbrennstoffes verbrauchen Kernkraftwerke nur sehr wenig Platz. Ein Kernkraftwerk mit einem Gigawatt Leistung benötigt mit allen Gebäuden und Anlagen nur rund einen Quadratkilometer.[38]

7.5. Sonstige Quellen

Eine ausführlichere Widerlegung von zahlreichen Argumenten gegen die Kernenergie findet sich in den 100 guten Antworten auf die hundert guten Gründe von Greenpeace gegen die Kernenergie:

http://100-gute-antworten.de/lesen/

Der Physiklehrer Simeon Preuß setzt sich in einer sechsteiligen Videoserie auf YouTube ebenfalls mit Argumenten gegen die Kernenergie auseinander:

https://www.youtube.com/watch?v=XhbGlm43h58&list=PLR5LT_0Dyu3ODw1XQ4Oav0qNYa-CHdLK2

8. Massenarmut oder allgemeiner Wohlstand?

Die in der Welt tonangebenden Ultrareichen nutzen den Ökologismus und insbesondere die Klimapanik, um weitere Einschnitte in den Lebensstandard der Massen als unabänderlich erscheinen zu lassen. Nur deshalb finanzieren sie die grüne Bewegung im Allgemeinen und ihre radikalen Fußtruppen von Fridays-for-Future bis Extinction Rebellion im Besonderen. Aber dieser brutale Sparkurs ist keineswegs alternativlos, selbst wenn man das offizielle Klimanarrativ akzeptiert.

Allerdings würde jede Alternative die Entmachtung dieser Oligarchen voraussetzen. In Ländern, in denen sie noch nicht herrschen, wird ein solches alternatives Programm bereits verwirklicht.

Der russische Präsident Putin erklärte auf dem virtuellen Klimagipfel im April 2021, dass die Kernenergie die wichtigste Ressource für eine CO2-arme Entwicklung sei und nicht die berüchtigten „Erneuerbaren“. Russland assoziiert Ökologie mit innerer Entwicklung, nicht aber mit Austerität und einer imperialistischen Außenpolitik wie der Westen.[39]

Dieses russische Konzept sollte die Linke auch fordern im Sinne einer Übergangsforderung: Der Bau von neuen, sehr sicheren Kernkraftwerken, von Plasmarecycling- und Kohlenwasserstoffsyntheseanlagen würde sehr große Investitionen erfordern. Diese müssten durch eine Vermögensabgabe von den Reichen und Superreichen finanziert werden. Ein solches Investitionsprogramm würde viele gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen, die Arbeiterklasse stärken und damit auf jeden Fall die Möglichkeit für einen Übergang zum Sozialismus verbessern. Die Chancen, die Arbeiterklasse für dieses Programm zu gewinnen, stünden nicht schlecht. Ist sie doch am wenigsten durch den Ökologismus, also die politisierte Ökologie, beeinflusst worden.

 

9. zum Weiterlesen

Bücher und Artikel

  • Markus Borlein: Kerntechnik, Würzburg 2011, Vogel Business Media
  • Ernest Mandel: Marxistische Wirtschaftstheorie, Frankfurt am Main 1968
  • Albert Ziegler, Hans-Josef Allelein: Reaktortechnik, Neuauflage in einem Band, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York Tokyo 2013, ISBN 978-3-642-33846-5

Webseiten allgemein

Linke und Marxisten für Kernenergie

10. Quellen

BfS: Dosisgrenzwerte im Strahlenschutz, im Internet: http://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte/grenzwerte.html, abgerufen am 11.06.2021

Bödeker/Modenhauer/Rubbel: Attac Basistexte 15: Wissensallmende, Hamburg 2006

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Vertical Farming – Landwirtschaft in der Senkrechten, im Internet: https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-erleben/landwirtschaft-hautnah/in-der-stadt/vertical-farming-landwirtschaft-in-der-senkrechten, abgerufen am 11.06.2021

Bundesverband Geothermie: Natürliche Radioaktivität, im Internet: https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/r/radioaktivitaet-natuerliche.html, abgerufen am 11.06.2021

Ellen Daniels: Essen mit Ellen 10 – Fleisch ist tot. Es lebe das Fleisch, 30.05.20218, im Internet: https://www.salonkolumnisten.com/essen-mit-ellen-10-fleisch-ist-tot-es-lebe-fleisch/, abgerufen am 11.06.2021

Dirk C. Fleck: Das Warten auf den Kollaps – unsere einzige Hoffnung?, Neue Debatte, 10.09.2019, im Internet: https://neue-debatte.com/2019/09/10/das-warten-auf-den-kollaps-unsere-einzige-hoffnung/, abgerufen am 10.06.2021.

Grüne fordern Klima-Aufpreis für Fleisch, 18.12.2019, im Internet: https://www.welt.de/politik/deutschland/article204424546/Gruene-fordern-Klima-Aufpreis-fuer-Fleisch.html, abgerufen am 11.06.2021

Frank Henning: Klimadämmerung, München 2021

Fabian Herrmann: Über den Wolken, Nuklearia, 20.06.2014, im Internet: https://nuklearia.de/2014/06/20/ueber-den-wolken/, abgerufen am 11.06.2021

Fabian Herrmann: Mit Brütern zu unbegrenzter Energie, Nuklearia, 28.05.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/05/28/mit-brutern-zu-unbegrenzter-energie/, abgerufen am 11.06.2021

Fabian Herrmann: Erneuerbare Energiequelle Uran, im Internet: https://nuklearia.de/2012/08/18/erneuerbare-energiequelle-uran/, abgerufen am 11.06.2021

Fabian Herrmann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 11.06.2021

Klaus-Dieter Humpich: LNT-Hypothese: Mediziner gegen gängige Strahlentheorie, Nuklearia, 29.01.2017, im Internet: https://nuklearia.de/2017/01/29/lnt-hypothese-mediziner-gegen-gaengige-strahlentheorie/, abgerufen am 11.06.2021

Heike Jahberg: Kommt jetzt die Fleischsteuer, 02.03.2021, im Internet: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kommt-jetzt-die-fleischsteuer-wie-der-staat-mehr-tierwohl-bezahlen-will/26967680.html, abgerufen am 11.06.2021

Sarah Knapton: Childhood leukaemia probably caused by mystery virus raising hopes for a vaccination, The Telegraph, 30.09.2016, im Internet: https://www.telegraph.co.uk/science/2016/09/30/childhood-leukaemia-probably-caused-by-mystery-virus-raising-hop/, abgerufen am 11.06.2021

Walter Krämer: Kein Zusammenhang zwischen Kernenergie und Krebs, Die Welt, 14.06.2010, im Internet: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article8042924/Kein-Zusammenhang-zwischen-Kernenergie-und-Krebs.html, abgerufen am 11.06.2021

Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost & Ökokult, München 2009

Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Alles Grün und Gut?, München 2014

Robin McKie: “For 30 years I’ve been obsessed by why children get leukaemia. Now we have an answer”, The Guardian, 30.12.2018, im Internet: https://www.theguardian.com/science/2018/dec/30/children-leukaemia-mel-greaves-microbes-protection-against-disease, abgerufen am 11.06.2021

George Monbiot: Nuclear scare stories are a gift to the truly lethal coal industry, The Guardian, 16.12.2013, im Internet: https://www.theguardian.com/commentisfree/2013/dec/16/nuclear-scare-stories-coal-industry, abgerufen am 11.06.2021

Fred F. Mueller: Diesel: Lückenmedien im Glashaus (4), Ruhrkultour, 28.09.2017, im Internet; https://ruhrkultour.de/diesel-die-lueckenmedien-im-glashaus-4/, abgerufen am 11.06.2021

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Nucleopedia-Artikel Generation I, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_I, abgerufen am 11.06.2021

Nucleopedia-Artikel Generation II, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_II, abgerufen am 11.06.2021

Nucleopedia-Artikel Generation IV, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_IV, abgerufen am 11.06.2021

Nuklearia: Strahlung – ein Blick auf die Fakten, im Internet: https://nuklearia.de/strahlung/, abgerufen am 11.06.2021

Simeon Preuß: Klimakrise? Kernenergie! – Experten und verstopfte Stromnetze Teil 2/6, 24.06.2019, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=KHhrk8Gc5bc, abgerufen am 11.06.2021

Simeon Preuß: Klimakrise? Kernenergie! – Aber Tschernobyl… Teil 5/6, YouTube 24.06.2019, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=EPM0tfbi4xU, abgerufen am 11.06.2021

Thomas Röper: Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?, Anti-Spiegel, 2. Juni 2021, im Internet: https://www.anti-spiegel.ru/2021/die-neue-weltordnung-great-reset-oder-global-concert/?doing_wp_cron=1622734731.7552559375762939453125, abgerufen am 06.06.2021, Originalbericht hier: https://russtrat.ru/reports/30-maya-2021-1406-4444

Hans-Peter Schmidt: Wälder in der Wüste pflanzen, Solarify 29.10.2013, im Internet: https://www.solarify.eu/2013/10/29/300-1-zweites-beispiel-fur-gsw/, Seite am 10.06.2021 nicht mehr verfügbar.

Bernd Schröder: Zur Geschichte einer ehemaligen Zukunftstechnologie, die noch nicht abgehakt ist, 20.10.20219, im Internet: https://www.heise.de/tp/features/Zur-Geschichte-einer-ehemaligen-Zukunftstechnologie-die-noch-nicht-abgehakt-ist-4221160.html, abgerufen am 11.06.2021

Hans-Werner Sinn: Energiewende ins Nichts, 13.12.2013, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=jm9h0MJ2swo, abgerufen am 11.06.2021

Georg Sperber / Stephan Thierfelder: Urwälder Deutschlands, München 2008. Der Reinhardswald ist in diesem Übersichtswerk aufgeführt (S. 94ff), der Hambacher Forst jedoch nicht.

Karl-Heinz-Szeifert: Die Natürliche Strahlenexposition in Deutschland, 12.03.2019, im Internet: https://www.mta-r.de/blog/natuerliche-strahlenexposition-in-deutschland/, abgerufen am 11.06.2021

Umweltradioaktivität und Strahlenschutz – Jahresbericht 2016, S. 43, im Internet: https://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-2018112017017, abgerufen am 11.06.2021

David Walters: A Socialist defends nuclear Energy, im Internet: https://climateandcapitalism.com/2013/11/14/socialist-defends-nuclear-energy/, abgerufen am 11.06.2021

Brian Wang: Update of Death per Terawatt hour by Energy Source, Next Big Future, 03.06.2016, im Internet: https://www.nextbigfuture.com/2016/06/update-of-death-per-terawatt-hour-by.html, abgerufen am 11.06.2021

Anna-Vero Wendland: Tschernobyl – Fakes und Fakten, Nuklearia, 25.04.2017, im Internet: https://nuklearia.de/2017/04/25/tschernobyl-fakes-und-fakten/, abgerufen am 11.06.2021

Alexander Wendt: Ärmer in Grün, in: Tichys Einblick 6/2021

Wikipedia-Artikel Druckwasserreaktor, im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Druckwasserreaktor, abgerufen am 11.06.2021

Wikipedia-Artikel Vertikale Landwirtschaft, im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertikale_Landwirtschaft, abgerufen am 11.06.2021

 

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden bereits 2019 auf Facebook veröffentlicht.

 

Fußnoten

[1] Frank Henning: Klimadämmerung, Kapitel Power to XYZ, München 2021

[2] Frank Henning: Klimadämmerung, Kapitel Power to XYZ, München 2021

[3] Alexander Wendt: Ärmer in Grün, in: Tichys Einblick 6/2021, S. 23.

[4] Dirk C. Fleck: Das Warten auf den Kollaps – unsere einzige Hoffnung?, Neue Debatte, 10.09.2019, im Internet: https://neue-debatte.com/2019/09/10/das-warten-auf-den-kollaps-unsere-einzige-hoffnung/, abgerufen am 10.06.2021.

[5] David Walters: A Socialist defends nuclear Energy, im Internet: https://climateandcapitalism.com/2013/11/14/socialist-defends-nuclear-energy/, abgerufen am 11.06.2021

[6] Fabian Herrmann: Erneuerbare Energiequelle Uran, im Internet: https://nuklearia.de/2012/08/18/erneuerbare-energiequelle-uran/, abgerufen am 11.06.2021

[7] Fabian Herrmann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 11.06.2021

[8]Nucleopedia-Artikel Generation I, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_I, abgerufen am 11.06.2021

[9] Nucleopedia-Artikel Generation II, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_II, abgerufen am 11.06.2021

[10] Wikipedia-Artikel Druckwasserreaktor, im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Druckwasserreaktor, abgerufen am 11.06.2021

[11] Nucleopedia-Artikel Generation II, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_II, abgerufen am 11.06.2021

[12] Vortrag von Hans-Werner Sinn „Energiewende ins Nichts“ an der LMU-München am 13.12.2013, Schautafel „Endenergieverbrauchsstruktur in Deutschland – Schätzung 2012“ bei 19:30 min, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=jm9h0MJ2swo, abgerufen am 11.06.2021

[13] Nucleopedia-Artikel Generation IV, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_IV, abgerufen am 11.06.2021

[14] Fabian Herrmann: Mit Brütern zu unbegrenzter Energie, Nuklearia, 28.05.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/05/28/mit-brutern-zu-unbegrenzter-energie/, abgerufen am 11.06.2021

[15] Nucleopedia-Artikel Generation IV, im Internet: https://de.nucleopedia.org/wiki/Generation_IV, abgerufen am 11.06.2021

[16] Fabian Hermann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, Nuklearia, 21.09.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 11.06.2021.

[17] Fred F. Mueller: Diesel: Lückenmedien im Glashaus (4), Ruhrkultour, 28.09.2017, im Internet; https://ruhrkultour.de/diesel-die-lueckenmedien-im-glashaus-4/, abgerufen am 11.06.2021

[18] Nuker (Domi Wipp): Kohlenstoffkreislaufwirtschaft, 07.07.2020, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=Lh7X-XprpKU, abgerufen am 11.06.2021

[19] Fabian Herrmann: Über den Wolken, Nuklearia, 20.06.2014, im Internet: https://nuklearia.de/2014/06/20/ueber-den-wolken/, abgerufen am 11.06.2021

Fabian Hermann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, Nuklearia, 21.09.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 11.06.2021

[20] Hans-Peter Schmidt: Wälder in der Wüste pflanzen, Solarify 29.10.2013, im Internet: https://www.solarify.eu/2013/10/29/300-1-zweites-beispiel-fur-gsw/, Seite am 10.06.2021 nicht mehr verfügbar

[21] Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost & Ökokult, München 2009, Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Alles Grün und Gut?, München 2014

[22] Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost & Ökokult, München 2009, Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Alles Grün und Gut?, München 2014, Bödeker/Modenhauer/Rubbel: Attac Basistexte 15: Wissensallmende, Hamburg 2006

[23] Bernd Schröder: Zur Geschichte einer ehemaligen Zukunftstechnologie, die noch nicht abgehakt ist, 20.10.20219, im Internet: https://www.heise.de/tp/features/Zur-Geschichte-einer-ehemaligen-Zukunftstechnologie-die-noch-nicht-abgehakt-ist-4221160.html, abgerufen am 11.06.2021

[24] Heike Jahberg: Kommt jetzt die Fleischsteuer, 02.03.2021, im Internet: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/kommt-jetzt-die-fleischsteuer-wie-der-staat-mehr-tierwohl-bezahlen-will/26967680.html, abgerufen am 11.06.2021

Grüne fordern Klima-Aufpreis für Fleisch, 18.12.2019, im Internet: https://www.welt.de/politik/deutschland/article204424546/Gruene-fordern-Klima-Aufpreis-fuer-Fleisch.html abgerufen am 11.06.2021

[25] Ellen Daniels: Essen mit Ellen 10 – Fleisch ist tot. Es lebe das Fleisch, 30.05.20218, im Internet: https://www.salonkolumnisten.com/essen-mit-ellen-10-fleisch-ist-tot-es-lebe-fleisch/, abgerufen am 11.06.2021

[26] Wikipedia-Artikel Vertikale Landwirtschaft, im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertikale_Landwirtschaft, abgerufen am 11.06.2021

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Vertical Farming – Landwirtschaft in der Senkrechten, im Internet: https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-erleben/landwirtschaft-hautnah/in-der-stadt/vertical-farming-landwirtschaft-in-der-senkrechten, abgerufen am 11.06.2021

[27] Anna-Vero Wendland: Tschernobyl – Fakes und Fakten, Nuklearia, 25.04.2017, im Internet: https://nuklearia.de/2017/04/25/tschernobyl-fakes-und-fakten/, abgerufen am 11.06.2021

[28] Brian Wang: Update of Death per Terawatt hour by Energy Source, Next Big Future, 03.06.2016, im Internet: https://www.nextbigfuture.com/2016/06/update-of-death-per-terawatt-hour-by.html, abgerufen am 11.06.2021

[29] George Monbiot: Nuclear scare stories are a gift to the truly lethal coal industry, The Guardian, 16.12.2013, im Internet: https://www.theguardian.com/commentisfree/2013/dec/16/nuclear-scare-stories-coal-industry, abgerufen am 11.06.2021

[30] Simeon Preuß: Klimakrise? Kernenergie! – Aber Tschernobyl… Teil 5/6, YouTube 24.06.2019, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=EPM0tfbi4xU, abgerufen am 11.06.2021

[31] Klaus-Dieter Humpich: LNT-Hypothese: Mediziner gegen gängige Strahlentheorie, Nuklearia, 29.01.2017, im Internet: https://nuklearia.de/2017/01/29/lnt-hypothese-mediziner-gegen-gaengige-strahlentheorie/, abgerufen am 11.06.2021

[32] Nuklearia: Strahlung – ein Blick auf die Fakten, im Internet: https://nuklearia.de/strahlung/, abgerufen am 11.06.2021

[33] BfS: Dosisgrenzwerte im Strahlenschutz, im Internet: http://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte/grenzwerte.html, abgerufen am 11.06.2021

Umweltradioaktivität und Strahlenschutz – Jahresbericht 2016, S. 43, im Internet: https://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-2018112017017, abgerufen am 11.06.2021

Karl-Heinz-Szeifert: Die Natürliche Strahlenexposition in Deutschland, 12.03.2019, im Internet: https://www.mta-r.de/blog/natuerliche-strahlenexposition-in-deutschland/, abgerufen am 11.06.2021

Bundesverband Geothermie: Natürliche Radioaktivität, im Internet: https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/r/radioaktivitaet-natuerliche.html, abgerufen am 11.06.2021

[34] Walter Krämer: Kein Zusammenhang zwischen Kernenergie und Krebs, Die Welt, 14.06.2010, im Internet: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article8042924/Kein-Zusammenhang-zwischen-Kernenergie-und-Krebs.html, abgerufen am 11.06.2021

[35] Sarah Knapton: Childhood leukaemia probably caused by mystery virus raising hopes for a vaccination, The Telegraph, 30.09.2016, im Internet: https://www.telegraph.co.uk/science/2016/09/30/childhood-leukaemia-probably-caused-by-mystery-virus-raising-hop/, abgerufen am 11.06.2021

Robin McKie: “For 30 years I’ve been obsessed by why children get leukaemia. Now we have an answer”, The Guardian, 30.12.2018, im Internet: https://www.theguardian.com/science/2018/dec/30/children-leukaemia-mel-greaves-microbes-protection-against-disease, abgerufen am 11.06.2021

[36] Georg Sperber / Stephan Thierfelder: Urwälder Deutschlands, München 2008. Der Reinhardswald ist in diesem Übersichtswerk aufgeführt (S. 94ff), der Hambacher Forst jedoch nicht.

[37] Video von Simeon Preuß: Klimakrise? Kernenergie! – Experten und verstopfte Stromnetze Teil 2/6, 24.06.2019, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=KHhrk8Gc5bc, abgerufen am 11.06.2021

[38] Fabian Hermann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, Nuklearia, 21.09.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 11.06.2021

[39] Thomas Röper: Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?, Anti-Spiegel, 2. Juni 2021, im Internet: https://www.anti-spiegel.ru/2021/die-neue-weltordnung-great-reset-oder-global-concert/?doing_wp_cron=1622734731.7552559375762939453125, abgerufen am 06.06.2021, Originalbericht hier: https://russtrat.ru/reports/30-maya-2021-1406-4444

14 Kommentare

  1. Gokh

    > Diese Vorstellung von „Zurück zur Natur“ entspringt auch einer saturierten Verleugnung der elementaren materiellen Not der Mehrheit der Menschheit, die ohne massive Ausdehnung moderner und hochtechnologischer industrieller Prozesse nicht bekämpft werden kann.

    > Das heißt: Nur wenn wir es schaffen, dass alle 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde einen europäischen Lebensstandard erreichen, ist ein weltweiter Sozialismus möglich.

    > Für die Schaffung eines Überflusses an Konsumgütern für 7 Milliarden Menschen muss die weltweite Industrieproduktion deutlich erhöht, vermutlich sogar mehr als verdoppelt werden.

    Sorry, aber wenn ich das lese, dann brauche ich eigentlich nicht weiterzulesen, um zu wissen, dass wir nicht auf der gleichen Seite stehen.

    Marx liebte den Fortschritt, weil dieser eben unaufhaltsam und erst die Klasse entwickelt, welche dieses System, den Kapitalismus, überwindet.
    Genau aus diesem Grunde ist Marx auch ein genialer Wissenschaftler und Philosoph gewesen, aber eben kein Menschenfreund. Im Gegenteil waren ihm und Engels jeglichen moralischen Menschenfreunde die, die Situation anderer Menschen durch eigenen Verzicht verbessern wollten zu wider.

    Aber gut, vor eineinhalb Jahrhunderten dachte mensch noch, man bräuchte die flächendeckende Industrialisierung um der ganzen Welt den Überfluss zu garantieren.
    Zu einer Zeit wo die Mobilität noch in den Anfängen stecken und der Strom aus der Steckdose nicht erfunden, möchte ich mich dieser Theorie nicht gänzlich verwerfen, aber heute weltweit den Überfluss zu fordern, wie wir ihn gerade in den westlichen Industrieländern haben, ist da schon eine ganz andere Aussage.

    Ist es heute in den westlichen Ländern etwa reine materielle Not oder ist es nicht eher die Diskriminierung in der Verteilung, der Teilhabe, der Mitwirkung, der Verwirklichung und ja auch des Sinns.
    Ist heute nicht gerade die Überfluss nicht nur das materielle, sondern auch das psychische Problem unsere Zeit.
    Die einen leben sehr gut damit, die anderen aber eben nicht, selbst wenn sie ihn genießen.
    Und wiederum die anderen leben nicht nur nicht im Überfluss, sondern unter dem Existenzminimum.

    Also Start Treck ist für mich eine Dystopie und keine Utopie, auch wenn dort die Währung Wissen und Technologie ist und materieller Überfluss herrscht.

    Kernenergie ist gerade weil sie zentralistisch gehandhabt werden muss und viele Arbeitsplätze schafft, abzulehnen.

    Auch Marx sprach von der Abschaffung der Lohnarbeit und des Staates nicht für dessen Zementierung.

    Aus diesem Grunde würde ich den Autor dieses Textes genauso als meinen politischen Gegner bezeichnen, wie auch die Leute, welche beim Green New Deal von Wohlstand und neuen Arbeitsplätze reden.

    • Christoph

      Hallo Gokh und andere Leser, die aus dem Text von Jan Müller nur einzelne Sätze rauspicken:
      Es kommt bei Jan auf die Verbindung der Forderung nach materiellem Überfluss mit den Vorstellungen über Sozialismus an wie sie von Marx und Engels entwickelt wurden.
      Sie dachten, dass der Sozialismus, wie er aus dem Kapitalismus hervorgeht, zunächst noch eine Gesellschaft mit unzulänglicher produktiver Basis sein werde.
      Zwar würde die Konzentration von Reichtum bei einer Minderheit bereits überwunden und der gesellschaftliche Reichtum werde gerecht verteilt, die materielle Produktion werde entwickelt, um die Bedürfnisse der Massen besser zu befriedigen. Daher werde es weiterhin noch „bürgerliches Recht“ geben müssen, z.B. Lohnarbeit und die Entlohnung nach dem Grundsatz „Jedem nach einer Leistung“ sowie auch einen Staat, der Restaurationsversuche unterdrücken müsse und die Entwicklung von Produktion, Bildung und sozialistischen gesellschaftlichen Umgangsformen voranbringe.
      Aber eine solche Gesellschaft sei noch ziemlich weit entfernt vom humanistischen Ideal, dem Marx und Engels ihr gesamtes Wirken untergeordnet haben: individuelle Freiheit Aller, freier Raum zur persönlichen Entwicklung für Alle. Daran sei eben erst dann zu denken, wenn die materielle Produktion eine derartige Fülle und Reichhaltigkeit aufweise, dass Jede/r sich nach persönlichem Bedarf daraus bedienen könne, ohne anderen etwas wegzunehmen. (s. z.B. „Kritik des Gothaer Programms“ von 1875)
      Auf eine solche höhere, nur in großen historischen Dimensionen realisierbare Entwicklungsstufe bezieht sich Jan mit der Vorstellung, dass für alle 7 Milliarden Menschen ein „europäischer Lebensstandard“ erreicht werden müssen. Dieser Vergleich ist natürlich sehr pauschal und plakativ, aber man muss ihn im Kontext seiner vorausgegangenen Sätze sehen und dann ist er immerhin brauchbar.

      Man kann solche Vorstellungen kritisieren – vielleicht entstehen in der Realität andere Gesellschaftsformen oder sollten andere Ziele verfolgt werden – aber kritisieren kann man nur, wenn man bereit und in der Lage ist, einen Argumentationszusammenhang zur Kenntnis zu nehmen.

      • Gokh

        Hallo Christoph,

        vielen Dank für Deinen Kommentar und den Versuch der Erklärung.
        Ich möchte jetzt auch nicht mehr spalten, aber ich bin immer an ein offenes Gespräch interessiert.

        Ich habe natürlich einzelne Sätze zitiert, weil ich ja nicht den ganzen Text zitieren kann, aber ich habe den ganzen Text gelesen.

        Was mir auffällt. Der Autor spricht von einer grünen Bewegung welche Verzicht propagiert und mehr oder weniger technisch feindlich ist.
        Diese Bewegung mag es geben, ihr würde ich mich zugehörig fühlen, aber es ist ja geradezu lächerlich damit die gerade weltweit agierende grüne Bewegung in Zusammenhang zu bringen, wie sie durch Greta, FFF oder der Grünen Partei propagiert wird.
        Ist das hier etwa technologiefeindlich?
        https://redirect.invidious.io/watch?v=CMOEcUPGi9c

        > Die Grünen, die Linkspartei und viele andere Linken stellen sich vor, ein „Zurück zur Natur“ erfordere einen weitgehenden Verzicht auf Hochtechnologie

        Dieses Satz entspricht absolut nicht der Realität.
        Aus diesem Grunde ist dieser Text da von Jan sogar in seiner Hauptwirkung ziemlich verlogen. Es geht nur um die Art der angewandten Technik. Es wird also einfach eine andere Lobby bedient.
        Der New Deal for Nature soll Arbeitsplätze schaffen und auch Jan möchte dies

        > Ein solches Investitionsprogramm würde viele gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen,

        Alles unbenommen, ich werde ihn nicht für seine Meinung persönlich kritisieren, aber ich erkenne dadurch, dass mich keinerlei Gemeinsamkeiten mit solchen Leuten verbindet.

        Diese Technologiebegeisterung teile ich nicht nur nicht, sondern ich halte sie für das grundlegende Problem der sozialistischen Bewegung.

        > Meine These ist, dass die großen Probleme der Menschheit nur mit Hochtechnologie gelöst werden können.

        > Voraussetzung hierfür wäre, dass der technische Fortschritt wieder an Fahrt aufnimmt.

        > „Möge die mürbe Brust Sibiriens bekleidet werden mit dem Zementpanzer aus Städten, bewehrt mit steinernen Mündungen der Fabrikschlote, gefesselt durch die Trassen der Eisenbahnen! Soll doch die Taiga entwässert, ausgeholzt, mag die Steppe zerstampft werden. Nur auf Zement und Eisen kann der Bruderbund aller Menschen errichtet werden.

        – Wladimir Jakowlewitsch Sasubrin 1926 –

        Quelle: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/6737/pdf/SdF_2008-02-48-55.pdf

        Hallo Christoph,

        vielen Dank für Deinen Kommentar und den Versuch der Erklärung.
        Ich möchte jetzt auch nicht mehr spalten, ich bin immer an ein offenes Gespräch interessiert, aber es ist doch gut zu wissen, wenn einen gedanklich Welten trennen, dann weiß mensch voran mensch ist.

        Ich habe natürlich einzelne Sätze zitiert, weil ich ja nicht den ganzen Text zitieren kann, aber ich habe den ganzen Text gelesen.

        Was mir auffällt. Der Autor spricht von einer grünen Bewegung welche Verzicht propagiert und mehr oder weniger technikfeindlich ist.
        Diese Bewegung mag es geben, ihr würde ich mich zugehörig fühlen, aber es ist ja geradezu lächerlich damit die gerade weltweit agierende grüne Bewegung in Zusammenhang zu bringen, wie sie durch Greta, FFF oder die Grünen Partei symbolisiert wird.
        Ist das hier etwa technologiefeindlich?
        https://redirect.invidious.io/watch?v=CMOEcUPGi9c

        > Die Grünen, die Linkspartei und viele andere Linken stellen sich vor, ein „Zurück zur Natur“ erfordere einen weitgehenden Verzicht auf Hochtechnologie

        Dieses Satz entspricht absolut nicht der Realität.
        Aus diesem Grunde ist dieser Text da von Jan sogar in seiner Hauptwirkung ziemlich verlogen. Es geht nur um die Art der angewandten Technik. Es wird also einfach eine andere Lobby bedient.
        Der New Deal for Nature soll Arbeitsplätze schaffen und auch Jan möchte dies

        > Ein solches Investitionsprogramm würde viele gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen,

        Diese Technologiebegeisterung teile ich nicht nur nicht, sondern ich halte sie für das grundlegende Problem der sozialistischen Bewegung.

        > Meine These ist, dass die großen Probleme der Menschheit nur mit Hochtechnologie gelöst werden können.

        > Voraussetzung hierfür wäre, dass der technische Fortschritt wieder an Fahrt aufnimmt.

        erinnert doch sehr an:

        > „Möge die mürbe Brust Sibiriens bekleidet werden mit dem Zementpanzer aus Städten, bewehrt mit steinernen Mündungen der Fabrikschlote, gefesselt durch die Trassen der Eisenbahnen! Soll doch die Taiga entwässert, ausgeholzt, mag die Steppe zerstampft werden. Nur auf Zement und Eisen kann der Bruderbund aller Menschen errichtet werden.

        – Wladimir Jakowlewitsch Sasubrin 1926 –

        Quelle: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/6737/pdf/SdF_2008-02-48-55.pdf

        Und das Jan irgendwie zu sehr auf dieser wissenschaftlichen Linie,in der Art der Royal Society ist. verdeutlicht übrigens auch folgendes.

        > Schon seit Jahrzehnten schürt die grüne Bewegung bewusst Ängste vor der Kernenergie und anderen Großtechnologien, Herbiziden wie Glyphosat, der chemischen Industrie im Allgemeinen

        Das könnte aus einen aktuellen chemischen Lehrbuch stammen, wo auch die Chemie so gepriesen wird, weil ohne deren synthetischen Produkte unsere Rohstoffe ja schon längst aufgebraucht wären.

        > Und zwar ohne weitere Konsumeinschränkungen, sondern ganz im Gegenteil einhergehend mit einer deutlichen Wohlstandssteigerung.

        Es soll also noch mehr Wohlstand für alle generiert werden und nicht etwa anders verteilt. Das dürfte doch eigentlich allen schmecken. Klingt nach Schlaraffenland.

        > Die Aussicht billiger Fusionsenergie ist das schlimmste, was dem Planeten passieren könnte.

        > Im Folgenden soll dargestellt werden, dass die in der Tat großen Probleme der Menschheit mit Hochtechnologie gelöst werden könnten, wenn der politische Wille hierfür vorhanden wäre.

        > Nach Lage der Dinge wäre die Kernenergie die einzige Energieform, die CO2-freie Energie im Überfluss bereit stellen kann. Langfristig vor allem die Kernfusion, aber bereits die Kernspaltung liefert genug Energie, um die bereits sichtbar werdende Energiearmut des Westens zu überwinden.

        Sorry, aber das klingt ja fast nach dem Programm der BüSo.

        > Jede Energieform hatte eine höhere Dichte als die vorhergehende und machte das Leben einfacher

        Wahnsinn, was wurde denn einfacher. Der Selbstmord, Drogen zu konsumieren, Depressionen oder 24h auf einen Bildschirm zu glotzen?

        > An den Rändern der Sahara könnten Kernkraftwerke vom Typ schneller gasgekühlter Reaktor (THTR) gebaut werden, deren einziger Zweck die Entsalzung von Meerwasser ist. Dieses neu gewonnen Süßwasser würde dann in das Landesinnere gepumpt, wodurch es möglich wird, dort Bäume anzupflanzen, die große Mengen von Kohlendioxid binden können.

        Ich muss gestehen, beim ersten mal habe ich vieles überlesen, aber jetzt beim zweiten mal lesen bin ich nur noch enttäuscht.

        Das erinnert an Mandel und anderen ProtagonistInnen die sich als links bezeichneten und welche die Kernkraft zunächst als großes Heil ansahen.
        Manche haben sich dann gewandelt und die Technologie nicht nur wegen ihrer angeblichen Gefährlichkeit, sondern gerade wegen ihrer zentralistischen Ausrichtung und die Kontrolle die sie benötigt, kritisiert.

        Es sollte schließlich zwei Sachen festgehalten werden.

        * Jan steht mit seiner Lobby für die Atomkraft nicht alleine da, sondern diese Lobby reicht ja bis weit in die FFF-Bewegung hinein.

        * Diese Gedanke der angeblichen Technolgiefeindlichkeit die beseitigt werden muss, ist bis weit in die kapitalistische Ökobewegung verbreitet. Da würde dieser Text hier von Jan wohl auch mit Freude aufgenommen werden.
        http://www.ecomodernism.org/deutsch

        Anderseits war der Kampf gegen die Kernenergie und ihre rücksichtslose Errichtung gegen einen Großteil der BürgerInnen der Ort an dem früher politische linke Gruppen gemeinsame Aktionsfelder gefunden haben und die von daher mehr als nur ein Symbol des Kapitalismus geworden ist.

        Es ist gut und wichtig rechtzeitig darüber Bescheid zu wissen, wie die Freie Linke zu solchen Thesen steht.
        Das sie sich selber noch in ihren Positionen finden muss, stehe ich ihnen nach, aber das hier relativ wenig Protest oder auch nur Gegendarstellungen präsentiert werden, ist ja irgendwie schon ein Zeichen.

        Abschließen möchte ich mit einen bekannten Zitat von Engels, der ja eigentlich sehr begeistert vom Fortschritt gewesen ist, aber zumindest aufkommende Probleme geahnt hat.

        > „Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unsern menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu jene ersten Folgen wieder aufheben. … Und so werden wir bei jedem Schritt daran erinnert, daß wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der außer der Natur steht – sondern daß wir mit Fleisch und Blut und Hirn ihr angehören und mitten in ihr stehn, und daß unsre ganze Herrschaft über sie darin besteht, im Vorzug vor allen andern Geschöpfen ihre Gesetze erkennen und richtig anwenden zu können. Und in der Tat lernen wir mit jedem Tag ihre Gesetze richtiger verstehn und die näheren und entfernteren Nachwirkungen unsrer Eingriffe in den herkömmlichen Gang der Natur erkennen. Namentlich seit den gewaltigen Fortschritten der Naturwissenschaft in diesem Jahrhundert werden wir mehr und mehr in den Stand gesetzt, auch die entfernteren natürlichen Nachwirkungen wenigstens unsrer gewöhnlichsten Produktionshandlungen kennen und damit beherrschen zu lernen. Je mehr dies aber geschieht, desto mehr werden sich die Menschen wieder als Eins mit der Natur nicht nur fühlen, sondern auch wissen, und je unmöglicher wird jene widersinnige und widernatürliche Vorstellung von einem Gegensatz zwischen Geist und Materie, Mensch und Natur, Seele und Leib, wie sie seit dem Verfall des klassischen Altertums in Europa aufgekommen und im Christentum ihre höchste Ausbildung erhalten hat.“

        Quelle: https://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/mew_band20.pdf Seite 452/453

        • Anonymous

          Lieber Gokh,

          Gegendarstellungen sind jederzeit willkommen. Jemand muss sie eben halt auch schreiben. Die Adresse der Redaktion:

          Das ist ein Meinungsbeitrag und nicht unbedingt Mehrheitsmeinung in der FL. Aber eine Debatte muss man ja irgendwo anfangen. Wir hatten ja auch Texte, die auf Wasserstoff setzen von Jean Marie Jacoby.

          Gerne kannst Du eine Replik an die Redaktion schicken. Dazu gibt es den Funken.

          Red.

          • Gokh

            Vielen Dank für Den Angebot und vor allem für die freundliche Reaktion.
            Ich möchte mich zunächst einmal für die Wiederholung in meinen Text entschuldigen, da ist beim de Übertragen vom Texteditor zum Kommentarfeld irgendwie etwas schief gelaufen.

            > Jemand muss sie eben halt auch schreiben

            Stimmt, meckern ist immer leichter, als selber was zu tun. Sorry, ich werde darüber nachdenken.

            Ich möchte aber noch einmal klarstellen. Ich wollte Jan wirklich nicht angreifen, auch wenn mir einige Argumente von politisch ganz anderer Seite her bekannt vorkommen.
            Wenn ich genau darüber nachdenken, dann finde ich es sogar klasse, das die Freie Linke keine Tabus vorgibt, außer natürlich die Ausgrenzung verschiedener Menschengruppen.

            Die Art und Weise der Kommunikation ist entscheidend, dann lassen sich sogar völlig unterschiedliche Ansichten offen debattieren.

            Solidarische Grüße
            Gokh

        • Christoph

          Hi Gokh, das Engels-Zitat ist einfach Klasse. Es spricht aber nicht gegen Industrialisierung und Hochtechnologie, sondern nur für Umsicht bei ihrer Entwicklung . Das Zitat von Sasubrin 1926 kannst du jederzeit herumzeigen, aber was soll das? Spinnerei gab es reichlich in der Sowjetrevolution, aber sie widerlegt nicht deren damalige Notwendigkeiten. Wenn 90% der Bevölkerung im Matsch leben, Analphabeten sind und von gesellschaftlichen Zusammenhängen keine Ahnung haben (gar nicht haben können), braucht es erst einmal Straßen, Elektrizität, Bibliotheken, Schulen, allerdings in Formen, die diesen 90% unmittelbar zugute kommen, von ihnen genutzt werden können und ihnen den Anschluss an den Rest der Menschheit ermöglichen. Aber auch die Straßen, Kraftwerke etc., die von einer massenfreundlichen. demokratischen Gesellschaftsordnung errichtet werden, sind aus Stahl, Beton und hightech, nicht viel anders als die Straßen und Kraftwerke, die vom globalen Kapital errichtet werden, um die geraubten Rohstoffe abzutransportieren und die Kulis zur Arbeit zu karren, und es muss viel mehr davon geben als das globale Kapital für zulässig hält.

          Ich denke übrigens nicht, dass solche Kontroversen, wie sie der Artikel von Jan Müller hervorgerufen hat, uns spalten müssen, im Gegenteil. Sie sollen und können zu mehr politischer Klarheit und besserer Programmatik beitragen. Man muss dafür aber die eigenen politischen Sozialisationen in Frage stellen können. Das gilt für die bei Umweltschützern verbreitete Verzichtslogik, es gilt für Traditionalisten der sowjetischen Entwicklung, in welcher die Steigerungen irgendwelcher Tonnagen leider zu leicht gleichgesetzt wurde mit der kulturellen Entwicklung der Massen, es gilt für Anarchisten mit ihren Traditionen usf. es gilt für mich und jeden von uns.

    • Anonymous

      Du hast recht

      der Autor spinnt und ist aus linker Sicht ein troianisches Pferd

  2. Hanns Graaf

    Den Ausführungen zur Energieversorgung stimme ich vorbehaltlos zu. Auch http://www.aufruhrgebiet.de schlägt seit Jahren in die gleiche Kerbe. Dass die Mehrheit der Linken das anders sieht, zeigt nur, wie degeneriert und fern jeder Wissenschaft sie ist.

    Ich habe aber folgende Kritik: Du schreibst: „Nur wenn wir es schaffen, dass alle 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde einen europäischen Lebensstandard erreichen, ist ein weltweiter Sozialismus möglich.“

    Wenn das der Fall ist, braucht man keinen Sozialismus mehr. Anders herum wird ein Schuh draus: Um diesen Wohlstand für Alle zu schaffen, ist Sozialismus notwendig. D.h. aber. dass er unter unzureichenden Bedingungen (Krieg, Krise, Armut usw.) erkämpft werden muss. Das Schicksal der Russischen Revolution zeigt, dass das schwierig ist. Daher müssen wir aus diesen Erfahrungen lernen, um nicht dieselben Fehler noch einmal zu machen. Das inkludiert z.B. eine kritische Bilanz des „Leninismus“.

  3. Gerd Kauschat

    Wir legen’s scheinbar systematisch drauf an, nicht anschlußfähig zu sein. Cui Bono?

    Die Meinung der Freien Linken gibt das nicht wieder, das ist eine Einzelmeinung. Leider wird versäumt, darauf hinzuweisen, weshalb das auf Alle zurückfallen wird.

    Mir kommt das zunehmend spanisch vor, was bei der FL so passiert.

    • Anonymous

      Alle namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinungen der Autoren wieder. Siehe Editorial. Noch dazu ist es als Debattenbeitrag eingeordnet.

      An der Debatte kann man teilnehmen.

      • Gerd Kauschat

        Das war ein Debattenbeitrag, deshalb steht das da.

  4. Christoph

    Der Satz „Meine These ist, dass die großen Probleme der Menschheit nur mit Hochtechnologie gelöst werden können“ ist etwas unscharf.

    Die großen Probleme können gelöst werden – das ist unsere Vision, auf die die FL in großer Mehrheit nicht zu verzichten gedenkt, und die macht sie so attraktiv – durch Überwindung das Kapitalismus und anderer Ausbeutungsformen, und bei der Konsolidierung der besseren Gesellschaftsformen wird dann die Hochtechnologie eine unverzichtbare Rolle spielen. Durch Entwicklung von Hochtechnologie allein wird garnichts überwunden. und sie spielt auch bei der Überwindung nicht die ausschlaggebende Rolle. Die ausschlaggebende Rolle spielt die Umwälzun g der Produktionsverhältnisse, v.a. der Eigentumsverhältnisse.
    In diesem Sinne gebe ich Hannes Graaf recht.

  5. Sven Schröder

    Ich bin hier teilweise entsetzt! Jan Müller zeigt in exzellenter Weise den Zusammenhang der Dinge auf, die eine stabile Gesellschaft in Wohlstand benötigt. Grundlage seiner Gedanken sind profunde naturwissenschaftliche Kenntnisse, gerne auch zitiert 😉. Dazu kommt in jedem Fall ein hohes analytisches Denkvermögen. Ergänzt durch das Erkennen logischer Abfolgen. Solche Männer braucht unser Land. Ob nun Alles immer im „Sozialismus “ münden muß oder ob eine soziale Marktwirtschaft nicht zunächst ausreichen würde, ist eigentlich eine andere Debatte. Ich sehe es wie Jan, alles „Grüne “ und „Commerzlinke“ sowie das, genau diesen Kräften sich unterwerfende Bürgertum steht im krassen Widerspruch zu Umweltschutz, Wohlstandserhalt und zur Lösung der globalen Probleme (die aus meiner Sicht künstlich erhalten werden). Allerdings etwas Kritisches ist bemerkenswert: es ist immer die Rede von der AKL (Arbeiterklasse). Aus meiner Sicht existiert diese, wie bis zum letzten Viertel des 20 Jh. Nicht mehr. Eine homogene AKL kann nur in einer Industriegesellschaft existieren, weil benötigt. Unsere Gesellschaft ist aber weitgehend deindustriealisiert. Deshalb würde ich AKL einfach durch „Menschen “ oder auch „Arbeitnehmer“ oder um die Gruppe der Schaffenden noch weiter zu fassen als „Werktätige Bevölkerung “ ersetzen. Übrigens sind die in Jans Artikel kritisierten Gruppen aus meiner Sicht nur ungenügend gebildet, nehmen unhinterfragt Narrative und Schlagworte in sich auf und machen sich diese zu eigen um dieses dann radikal dem Rest der Gesellschaft aufoktruieren zu wollen. Auch bspw. F.f.F. ist nichts anderes als ein verlängerter Arm des herrschenden Imperialismus zur Erreichung seiner Ziele.

    • Hanns Graaf

      „es ist immer die Rede von der AKL (Arbeiterklasse). Aus meiner Sicht existiert diese, wie bis zum letzten Viertel des 20 Jh. Nicht mehr. Eine homogene AKL kann nur in einer Industriegesellschaft existieren, weil benötigt. Unsere Gesellschaft ist aber weitgehend deindustriealisiert.“

      Das ist Unsinn!!! Wer sind denn die ca. 40 Mill. Beschäftigten in der BRD, wenn nicht zum großen Teil Lohnabhängige?! Die Arbeiterklasse zeichnet sich lt. Marx dadurch aus, dass sie a) keine Produktionsmittel besitzt, b) lohnabhängig ist und c) eine untergeordnete, „beherrschte“ Rolle im Produktions- und Reproduktionsprozess spielt. Dass diese Klasse v.a. „an sich“ existiert und kaum „für sich“, hängt v.a. mit dem desaströsen Zustand der Linken und der Arbeiterbewegung zusammen – trotzdem gibt es die Arbeiterklasse.

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