Perspektiven der Freiheitsbewegung

Warum der Gegner zwar mächtig ist, aber noch keineswegs gesiegt hat.

von Eric Angerer

Die Demos gegen das Coro­na-Regime sind in Öster­re­ich zulet­zt wieder schwäch­er gewor­den. Außer­dem tritt eine gewisse Gewöh­nung an die „neue Nor­mal­ität” ein. Für Mitte Mai angekündigte „Öff­nun­gen” mit Imp­fung oder Test wer­den von vie­len schon mit Freude aufgenom­men. Ander­er­seits ste­ht das Regime aber auch unter erhe­blichem Druck. Diverse Frik­tio­nen in Regierung und Parteien zeigen das. Und dabei ste­hen die meis­ten sozialen „Ver­w­er­fun­gen” noch bevor.

Die wirtschaftliche und soziale Krise des Kap­i­tal­is­mus, die durch die Coro­na-Maß­nah­men Form annimmt und auf einen Großan­griff auf die Arbeit­erk­lasse und eine Enteig­nung der Mit­telschicht­en hin­aus­läuft, hat ihren Höhep­unkt keineswegs erre­icht. Das Schlimm­ste ste­ht noch bevor.

Allein in Öster­re­ich wer­den zehn­tausende Kleingewer­be­treibende mit der Ver­nich­tung ihrer Exis­tenz kon­fron­tiert sein, viele von ihnen wer­den immer weniger zu ver­lieren haben und ihre Wut auf die Straße tra­gen. Hun­dert­tausende Jugendliche wer­den nicht nur unter den staatlichen Not­stands­maß­nah­men lei­den, son­dern auch kaum Chan­cen auf eine beru­fliche Per­spek­tive haben – das kann für das Regime explo­sive Fol­gen haben. Hun­dert­tausende Lohn­ab­hängige wer­den ihre Jobs ver­lieren oder sink­ende Einkom­men aufgezwun­gen bekom­men, ihre Woh­nun­gen nicht hal­ten kön­nen und ihre Kinder immer weniger ver­sor­gen kön­nen – durch ihre Zahl und ihre Stel­lung in der Gesellschaft kommt ihnen beson­deres Gewicht zu.

Dass die Frei­heits­be­we­gung aus diesen sozialen Grup­pen in den näch­sten Monat­en immer wieder neue Kraft bekom­men wird, ist sehr wahrschein­lich. Es ist auch dur­chaus möglich, dass Demos in Kom­bi­na­tion mit wirtschaftlich­er Krise und steigen­dem Unmut in der Bevölkerung erzwin­gen, dass die eine oder andere Maß­nahme zurückgenom­men oder abgeschwächt wird – oder wom­öglich gar eine Regierung zusammenbricht.

Aber man soll sich nicht täuschen: Der Geg­n­er ist mächtig. Hin­ter den Coro­na-Regimes und dem Great Reset ste­hen mehr oder weniger das gesamte Großkap­i­tal und seine glob­al­is­tis­chen Insti­tu­tio­nen. Wenn eine Maß­nahme oder eine Regierung weg ist, ist die Agen­da dieser Leute keineswegs vom Tisch. Es wird nur zu leicht eine neue Regierung aus dem glob­al­is­tis­chen Parteienkartell instal­liert, die diesel­ben Absicht­en mit ähn­lichen Maß­nah­men ver­fol­gt – beispiel­sweise eine Merkel erset­zt durch eine Baer­bock, aufge­baut vom Young-Lead­ers-Pro­gramm des WEF.

Aber selb­st diese mächti­gen Konz­erne und Net­zw­erke sind nicht allmächtig. Mit der bevorste­hen­den Ver­tiefung der ökonomis­chen und sozialen Krise und einem wach­senden Wider­stand aus den Bevölkerun­gen kön­nen auch in der glob­al­is­tis­chen herrschen­den Klasse Risse und Wider­sprüche auftreten.

Lenin definierte 1915 eine rev­o­lu­tionäre Sit­u­a­tion durch eine Kom­bi­na­tion mehrerer Aspek­te: Die herrschende Klasse kann ihr Sys­tem nicht mehr in unverän­dert­er Form aufrechter­hal­ten. Die Empörung der unter­drück­ten Klassen verbindet sich mit Frik­tio­nen in der poli­tis­chen Führung der herrschen­den Klasse. Die Not der unter­drück­ten Klassen ver­schärft sich „über das gewohnte Maß hin­aus“. Durch die Ver­hält­nisse der Krise steigert sich die Aktiv­ität der Massen beträchtlich.

Wenn man sich an diesen Über­legun­gen ori­en­tiert, kann man fest­stellen, dass etliche dieser Aspek­te bere­its erfüllt sind oder bald erfüllt sein wer­den. Dass sich die Aktiv­ität der Massen beträchtlich steigert, ist wahrschein­lich, die Frik­tio­nen in der herrschen­den Klasse sind dur­chaus möglich. Umso beschä­mender, dass die aller­meis­ten der Linken, die jahrzehn­te­lang in stu­den­tis­chen Sub­kul­turen von Rev­o­lu­tio­nen fan­tasiert haben, nun, wo ein Gen­er­alan­griff des weltweit­en Kap­i­tals auf die arbei­t­en­den Klassen anläuft und sich Wider­stand dieser Klassen formiert, als Lakaien oder sog­ar Scharf­mach­er der Herrschen­den agieren.

Wenn man von ein­er Zus­pitzung der sozialen und poli­tis­chen Kon­flik­te aus­ge­ht und einen real­is­tis­chen Blick auf die Macht der Glob­al­is­ten hat, ist es wichtig, sich über die Per­spek­tiv­en der Frei­heits­be­we­gung Gedanken zu machen. Hier kön­nen nur einige grundle­gende Punk­te angeris­sen werden:

Erstens wird die Arbeit­erk­lasse die wesentliche Trägerin des Wider­standes sein. Sie ist zahlre­ich und – im Unter­schied zu den meis­ten Akademik­ern und Staats­di­enern – von der Main­stream-Pro­pa­gan­da ver­gle­ich­sweise wenig bee­in­flusst und weniger kor­rumpiert. Vor allem aber hat sie durch ihre Stel­lung im Pro­duk­tions- und Zirku­la­tion­sprozess des Kap­i­tals eine entschei­dende Funk­tion. Ohne sie wird nichts pro­duziert, gebaut oder trans­portiert und sie hat das Poten­tial, den Glob­al­is­ten in den Arm zu fall­en. Eine wichtige unter­stützende Rolle in der Wider­stands­be­we­gung kann wüten­den Jugendlichen und Kleingewer­be­treiben­den zukommen.

Zweit­ens sind die Ver­bre­itung von poli­tis­ch­er Aufk­lärung durch unab­hängige Medi­en der Frei­heits­be­we­gung und Demon­stra­tio­nen sehr wichtig. Aber das reicht nicht. Das Lesen von kri­tis­chen Tex­ten aktiviert noch nicht. Demos kön­nen, das lehrt jede his­torische Erfahrung, nicht ständig auf einem hohen Niveau gehal­ten wer­den. Sie haben Kon­junk­turen, kön­nen entwed­er Ziele durch­set­zen und sich weit­er­en­twick­eln oder sie ver­lieren wieder an Teil­nehmerzahl. Notwendig sind dauer­hafte Wider­standsstruk­turen in Betrieben, in Wohn­vierteln und von Jugendlichen.

Drit­tens han­delt es sich vor­erst mal um einen Abwehrkampf gegen die Great-Reset-Offen­sive des glob­alen Kap­i­tals, die Frei­heits­be­we­gung braucht aber nicht nur defen­sive Antworten, son­dern auch eigene pos­i­tive Vorschläge als Alter­na­tive zu Schwab, Gates und ihren glob­al­is­tis­chen Netzwerken.

Ein zen­traler Punkt muss für die Frei­heits­be­we­gung die Forderung nach der Enteig­nung und Verge­sellschaf­tung von Black­Rock, Ama­zon, Big Phar­ma und Big Tech und all der anderen großen Konz­erne und Banken sein. Solange die jet­zi­gen Besitzer diese Konz­erne kon­trol­lieren, wird keine pos­i­tive Entwick­lung der Welt zu machen sein.

Ein weit­er­er Eck­punkt wird die Forderung nach ein­er mas­siv­en Ausweitung der direk­ten Demokratie sein müssen, sodass sämtliche rel­e­van­ten Entschei­dun­gen von der Bevölkerung des jew­eili­gen Lan­des getrof­fen werden.

Und schließlich ist eine Posi­tion­ierung zu den ver­schiede­nen Punk­ten der Great-Reset-Agen­da notwendig, also etwa zu den von WEF-Schwab bejubel­ten Möglichkeit­en der Ver­schmelzung von biol­o­gis­ch­er und dig­i­taler Iden­tität und gen­tech­nis­ch­er Manip­u­la­tion von Men­schen, Impftech­nolo­gie. Unter Kon­trolle ein­er kap­i­tal­is­tis­chen „Elite” von Super­re­ichen sind diese Dinge ein autoritär­er und men­schen­feindlich­er Alp­traum, der bekämpft wer­den muss. In ein­er wirk­lich freien Gesellschaft soll­ten die genan­nten Möglichkeit­en aus­führlich disku­tiert und von den Völk­ern demokratisch entsch­ieden werden.

Ins­ge­samt ist es wichtig, dass in der Demokratie- und Frei­heits­be­we­gung eine Debat­te in Gang kommt – ein­er­seits zur Per­spek­tive des eige­nen Kampfes und ander­er­seits zu pos­i­tiv­en gesellschaftlichen Alter­na­tiv­en zu den dystopis­chen Plä­nen der Globalisten.


Dieser Text wurde zuerst in der 46. Num­mer des Demokratis­chen Wider­stands vom 8. Mai 2021 veröf­fentlicht und wird hier mit fre­undlich­er Genehmi­gung von Autor wie Ver­leger abgedruckt.

 

1 Kommentar

  1. Anonymous

    die Coro­na-Ein­schränkun­gen haben das Leben der Leute ver­mi­est, obwohl eine wirk­liche Gefahr nur für die Betagten bestand
    die Ein­schränkungs-Poli­tik hat auch nichts für diese Betagten getan, außer, daß sie zuerst geimpft wurden

    mit ein bißchen Abstand wird jed­er­man diesen Gedanken­gang sel­ber nachvol­l­zo­gen haben
    und dann dürften die Ein­schränkungs­be­für­worter abges­traft werden

    falls es böse Neben­wirkun­gen auf­grund der Imp­fun­gen geben sollte, wird das umso heftiger geschehen

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