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Diskussion über Stalinismus


(@eltabano)
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The­men­starter  

Was ist Stalinismus

Ein­leitung

Ich will in dieser Ein­leitung ver­suchen, den Begriff „His­torische Kat­e­gorie“ klar zu definieren. Mein Ziel ist es, zu beweisen, dass die rev­o­lu­tionäre Prax­is in Deutsch­land unmöglich ist, ohne sich ern­sthaft mit den Objekt „Stal­in­is­mus“, der zu dieser „his­torische Kat­e­gorie“ gehört, auseinan­der zuset­zen und ohne die his­torische Erbe des Stal­in­is­mus zu verstehen. 

 

Ziel dieser Broschüre ist es, Richtlin­ien zu zeigen, 

  • wo der his­torische Faden des Stal­in­is­mus heute zu suchen ist
  • warum der Stal­in­is­mus ent­standen ist
  • welche Ver­ant­wortlichkeit wem dabei zukommen
  • und wie kann man ihn bekämpfen/überwinden

 

His­torische Kategorien

 

Es gibt ver­schiedene Def­i­n­i­tio­nen, was eine Kat­e­gorie ist. 

Im all­ge­meinen wird „Kat­e­gorie“ definiert als „Klasse“ von Objek­ten (oder Per­so­n­en), die „von Natur her“ ver­bun­den sind. 

Wenn man in der Umgangssprache das Wort „Kat­e­gorie“ benutzt, z.B. die Kat­e­gorie Kün­stler oder „das  gehört zu ein­er anderen Kat­e­gorie“, will man damit sagen, dass es eine Ansamm­lung von Objek­ten (oder Per­so­n­en) gibt, die etwas gemein­sam besitzen, das sie unter­schei­det von Rest der existieren­den Objek­te oder Personen. 

 

Die Math­e­matik hat ver­sucht, den Begriff Kat­e­gorie klar zu definieren, und ich werde diese math­e­ma­tis­che Def­i­n­i­tio­nen benutzen, weil sie am ein­deutig­sten sind.

 

Was ist eine Kategorie

Eine Kat­e­gorie ist also eine Ansamm­lung , eine „Klasse“ von Objek­ten (die auch Per­so­n­en oder Ereignisse sein kön­nen), die etwas gemein­sam haben, und dieses „Gemein­same“ erlaubt es, diese Objek­te von anderen Objek­ten im „Uni­ver­sum“ zu trennen. 

Es sollte klar sein, dass diese Tren­nung zwis­chen „Objek­te im Uni­ver­sum“ dem Zwecke der Analyse dient und nicht dem Zwecke der Ent­frem­dung oder der Unvollständigkeit.

 

Dieses „Gemein­same“ ist also eine Eigen­schaft, die diese Objek­te ‑jedes einzelne- besitzen und die als Abstrak­tion alle diese Objek­te nicht unbe­d­ingt gle­ich­set­zt, aber in ein­er (klar definierten) Form verbindet.

 

Je klar­er diese Verbindung zwis­chen Objek­ten ein­er Kat­e­gorie definiert ist, desto klar­er wird die Kat­e­gorie definiert sein.

 

Ich will das Beispiel der Math­e­matik nicht weit­er ver­fol­gen, aber benutzen.

 

The­o­retis­che Dis­ser­ta­tio­nen über Kat­e­gorien will ich anderen über­lassen, es gibt sowieso Besseres über das The­ma, als das, was ich da schreiben könnte.

Zuerst, bevor ich mich mit die „stal­in­is­mus Kat­e­gorie“ beschäftige, will ich mit ein­er noch nicht definierten „Kat­e­gorie der Geschichte“ auseinan­der setzen. 

 

his­torische Kat­e­gorien und his­torische Ereignise

Als erstes ist es notwendig, über den Begriff „his­torische Kat­e­gorie“ und dessen Objek­te, die „his­torische Ereignisse“ (die „Objek­te“ unser­er „his­torische“ Kat­e­gorie) Klarheit zu gewinnen. 

 

Was ist also ein Ereig­nis, das his­torischen Charak­ter hat, was ist im Gegen­satz eines, das keinen his­torischen Charak­ter hat, welche Kri­te­rien gibt es, um ein aktuelles Ereig­nis als „his­torisch“ zu definieren?

 

Streng gese­hen ist vor­erst jedes Ereig­nis „his­torisch“, und sei es nur, weil es inner­halb eines Zeitablaufs geschieht. 

 

Solch eine Def­i­n­i­tion nützt uns aber wenig, und ich will ver­suchen, anhand von Beispie­len zu zeigen, was den Namen „his­torisches Ereig­nis“ verdient.

 

Mit anderen Worten: je klar­er die Def­i­n­i­tion eines „his­torischen Ereignisse“ ist, desto klar­er wird dann, wann dieses Ereig­nis zu diese „his­torische Kat­e­gorie“ ange­hört oder nicht.

 

Eine sozial­is­tis­che Rev­o­lu­tion z.B. in Rus­s­land ist zweifel­sohne ein his­torisches Ereig­nis. Dage­gen, die Entschei­dung eines Bewohn­ers Berlins, eine bes­timmte Strasse zu über­queren, ist –fast immer- kein his­torisches Ereignis. 

 

Es liegt nahe, zu sagen, dass ein Ereig­nis, damit es his­torischen Charak­ter hat, eine Wirkung haben muss auf das Geschehen und das Han­deln ein­er großen Menge Per­so­n­en. Das Schreiben eines Buch­es, z.B. „Das Kap­i­tal“ von Karl Marx, ist z.B. auch ein his­torisches Ereig­nis, obwohl es in sein­er Zeit von sehr weni­gen Per­so­n­en gele­sen wurde und seine Wirkung erst später deut­lich wurde. 

 

Um es kurz zusam­men­z­u­fassen, ein Ereig­nis muss, damit es als his­torisch ver­standen wird, eine spätere („his­torische“) Wirkung auf eine große Anzahl von Per­so­n­en ausüben. 

 

Hier wird klar, dass eine „exak­te“ Def­i­n­i­tion eines „his­torischen Ereigniss­es“ von Zeit und Massen­menge abhängig ist, weil die Ein­schätzung, inwieweit eine bes­timmte Anzahl von Per­so­n­en in ein­er bes­timmten Zeit bee­in­flusst wird, beliebig erweit­ert oder reduziert wer­den kann.

 

Und trotz­dem gibt es die, die „his­torischen Ereignisse“. Wie kann man sie erken­nen, pro­duzieren, verhindern?

 

Um weit­erge­hen zu kön­nen, ist es also notwendig zu klären, erstens, wann ein „his­torisches Ereig­nis“ wirkt, und zweit­ens wie es wirkt, beson­ders in dem Sinne, ob ein solch­es his­torisches Ereig­nis Wirkung auf das tagtägliche Geschehen hat, unab­hängig davon, ob sich die Teil­nehmer des Geschehens dessen bewusst sind.

Hin­weis für Mathematiker

Hin­weis

Math­e­ma­tisch gese­hen (und nur als Hin­weis für Inter­essierte) han­delt es sich hier um einen Funk­tor (Nega­tion) in die Kat­e­gorie „Geschichte“. Dieser Func­tor hat die Eigen­schaft, dass er zweimal angewen­det (die Nega­tion der Nega­tion) das PRODUKT des ursprünglichen Objek­ts mit sein­er Nega­tion erzeugt.

 

Pro­dukt, weil (Objekt) und Neg (Objekt) NICHT Unter­men­gen von Neg(Neg(Objekt)) sind, son­dern Pro­jek­tio­nen (siehe irgen­dein gutes Buch über Mathematik-Kategorientheorie).

 

Übri­gens, in ein­er Kat­e­gorie mit solch­er Struk­tur hat jedes Objekt eine „Aufhe­bung“ (Übungsauf­gabe fuer mathematik-Studenten)

 

Bei solchen math­e­ma­tis­chen Spiel­ereien sollte man aber gle­ich war­nen. Eine zusam­men­hän­gende Def­i­n­i­tion der Kat­e­gorie der Geschichte auf dem Papi­er dient höch­stens als Anre­gung, solch­es Schema –teil­weise sehr Hegelsche Schema- sollte mit Inhal­ten gefüllt werden

Als Anre­gung sollte es uns aber nützen.

 

Beispiele his­torische Ereignisse

Erstes Beispiel: Südamerika

Ich will absichtlich hier zuerst ein Beispiel brin­gen, das mit der Real­ität Europas wenig zu tun hat, und das mit der Eroberung Lateinamerikas durch die Spanier beginnt. 

 

[zitat Marx]

Der Aus­gangspunkt der Entwick­lung, die sowohl den Lohnar­beit­er wie den Kap­i­tal­is­ten erzeugt, war die Knechtschaft des Arbeit­ers. Der Fort­gang bestand in einem Formwech­sel dieser Knech­tung, in der Ver­wand­lung der feu­dalen in kap­i­tal­is­tis­che Exploita­tion. Um ihren Gang zu ver­stehn, brauchen wir gar nicht so weit zurück­zu­greifen. Obgle­ich die ersten Anfänge kap­i­tal­is­tis­ch­er Pro­duk­tion uns schon im 14. und 15. Jahrhun­dert in eini­gen Städten am Mit­telmeer spo­radisch ent­ge­gen­treten, datiert die kap­i­tal­is­tis­che Ära erst vom 16. Jahrhun­dert. Dort, wo sie auftritt, ist die Aufhe­bung der Leibeigen­schaft längst voll­bracht und der Glanzpunkt des Mit­te­lal­ters, der Bestand sou­verän­er Städte, seit ger­aumer Zeit im Erbleichen.

 

Spanien war damals aber nicht nur ein kap­i­tal­is­tis­ches Land in der „ursprüngliche Akku­mu­la­tion­sphase“, son­dern dazu ein dekadentes kap­i­tal­is­tis­ches Land, und diese Eigen­schaft, näm­lich seine Dekadenz, brachte es in das heutige Lateinameri­ka mit. 

 

Im südlichen Kegel Lateinamerikas existierte das Inka-Reich, das bis zum Maule-Fluß (Chile) herrschte. Die anderen Indio-Stämme, die inner­halb des Inka-Reich­es lebten, standen also unter der Herrschaft der Inkas, und das mehrere Jahrhun­dert lang. 

 

Ohne davon zu wis­sen, eroberten die Spanier mit rel­a­tiv­er Ein­fach­heit –und oft mit der Unter­stützung dieser unter­wor­fe­nen Indios, die die Inkas has­sten- das Ter­ri­to­ri­um des Inka-Reich­es und ver­sucht­en dann im südlichen Chile weit­er als bis zum Maule-Fluß einzumarschieren. 

 

Die Geschichte des Kampfes zwis­chen Spaniern und Arau­caniern, einem halb-bar­barischen Volk südlich des Maule-Flusses, das im Ver­gle­ich zu den Inkas ein niedriges Zivil­i­sa­tion­sniveau hat­te, ist eine Geschichte von 300 (drei­hun­dert!) Jahren Krieg.

 

Auf­grund des his­torischen Ereigniss­es, dass die Arau­caniern die Inkas nicht unter­wor­fen wor­den waren, leis­teten eben diese Arau­canier den frem­den Erober­ern den erbit­ter­sten Widerstand. 

 

Dessen waren sich wed­er die Spanier noch die Arau­canier Bewusst.

 

Aber weit­er. Eine der Kon­se­quen­zen diese 300-jähri­gen Krieges –des läng­sten Krieges der Geschichte auf der Welt- war, dass den Spaniern im Süden eine andere Infra­struk­tur aufgezwun­gen wurde als im Norden. 

 

Da die Spanier auf­grund ihres dekaden­ten Kap­i­tal­is­mus nur Geld oder Gold woll­ten, um die Kosten des Staates zu deck­en, organ­isierten sie im beset­zten Gebi­et die Aus­beu­tung der Rohstoffe und Bergmi­nen mit Hil­fe sklavis­ch­er For­men der Pro­duk­tion (die Spanier nan­nten diese Art Sklaverei „encomien­das“). Eine sklavis­che Form, die sehr wohl inner­halb der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise möglich war.

 

Die Spanier rot­teten die Indios durch eben diese 300jährige Über­aus­beu­tung aus.

 

Eine andere Entwick­lung fand in Mit­te­lameri­ka statt. Dort herrscht­en nicht die Inkas, son­dern die Mayas, die die Herrschaft über andere Völk­er ausübten. 

 

Die Eroberung des Maya-Reich­es kostete keinen 300jährigen Krieg, wofür es ver­schiedene Gründe gab, aber wichtig ist es zu wis­sen, für die Zwecke dieses kleinen Beispiels, dass in Mit­te­lameri­ka die Indios nicht so dez­imiert wur­den wie im südlichen Kegel Lateinamerikas.

 

Bis dahin his­torische Fak­ten. Offen­sichtlich his­torische Ereignisse, die auf den ersten Blick wenig zu tun haben mit der späteren Geschichte Lateinamerikas. 

 

Aber als das 20. Jahrhun­dert eine Epoche von Auf­stän­den und Rev­o­lu­tio­nen mit sich brachte, entwick­el­ten sich zwei ganz ver­schiedene Arten von Bauern­be­we­gun­gen in Südameri­ka: ein­er­seits die Bauern­be­we­gung von Pan­cho Vil­la und Emil­iano Zap­a­ta in Mexiko, und ander­seits Räu­ber­ban­den in Süd­chile („Cua­treros“, das Wort kommt von „cuatro“=“vier“, also „zu viert“). 

 

Die his­torische Bedeu­tung ein­er Bauern­be­we­gung in Mit­te­lameri­ka, mit der Unter­stützung der Indios, die einen Anspruch besaßen auf das „his­torische“ Erbe des Eigen­tums der Erde, die ihren Vor­fahren gehört hat­te, und die eben­falls his­torische Bedeu­tung der Tat­sache, dass in Chile (bis Maule-Fluß) keine Bauern­be­we­gung mit Indio-Unter­stützung möglich war –die Indios waren dez­imiert- sind Tat­sachen, die wenn man sie ver­gisst, den eige­nen Tod bedeuten können. 

 

Selb­st Che Gue­vara, der eine Rev­o­lu­tion mit Unter­stützung der Indios in Bolivien anstrebte, war die Tat­sache nicht klar, dass es zwei ganz ver­schiedene Dinge sind, mit den Resten ein­er dop­pelt-dez­imierten Rasse und Kul­tur eine Rev­o­lu­tion vorantreiben (also mit den Incas) zu wollen oder mit ein­er Bauern- und Indiobe­we­gung, die eine his­torische Ver­gan­gen­heit hat­te (und noch hat) wie in Mittelamerika. 

 

Ich will hier damit nicht sagen, dass dieser Fak­tor der einzige wäre, warum das Gueril­la-Mod­ell in Lateinameri­ka scheit­erte, aber es ist zweifel­sohne ein­er der Fak­toren , die ein Rev­o­lu­tionär wie Che Gue­vara hätte bess­er analysieren müssen.

 

Aber, und um eine Abrun­dung dieses kleinen Beispiels zu geben, und um gerecht zu sein gegenüber der his­torischen Bedeu­tung von Che Gue­vara, einem Rev­o­lu­tionär, der unseren Respekt und unsere Aufmerk­samkeit ver­di­ent, sollte man sich auch fra­gen, ob es eben auch his­torische Zwänge waren, die Che Gue­vara und seine Anhänger daran hin­derten, diese Analyse der Agrarstruk­turen in Lateinameri­ka anzustellen.

 

Und dieser his­torische Zwang ist in der rev­o­lu­tionären Sozial­isierung und Poli­tisierung Che Gue­varas und der dama­li­gen Gen­er­a­tion von Rev­o­lu­tionären in Lateinameri­ka zu finden.

 

Vor der kuban­is­chen Rev­o­lu­tion gab es zwei Jahrzehnte lang nur die stal­in­is­tis­che The­o­rie, dass die Län­der Lateinamerikas „halbfeu­dalen Charak­ter“ hät­ten, und dass deswe­gen die Rev­o­lu­tion zuerst eine „kap­i­tal­is­tis­che Etappe“ durch­machen müsse. Diese im nach­hinein vom Stal­in erfun­dene The­o­rie, die den Inter­essen von Klassenkol­lab­o­ra­tion der dama­li­gen Bürokratie diente, behauptet dass weil die Rev­o­lu­tion in „Etap­pen“ laufen müsse, und eine Etappe die bürg­er­liche, kap­i­tal­is­tis­che Etappe ist, deswe­gen einen Bünd­nis mit der „Nation­al­bour­geoisie“, eine „Volks­front“ ans­gestrebt wer­den sollte, die eben diese „kap­i­tal­is­tis­che“ Etappe erfülle, und den Sozial­is­mus als zweite Etappe zu ver­ste­hen habe. Zweite Etappe, die ein­mal möglich wird, wenn diese „Nation­al­bour­geoisie“ in das „halb-feu­dale Land“ ihre „his­torische Funk­tion“ erfüllt. 

 

Die his­torische Funk­tion der europäis­chen Bour­geoisie war, die Welt zu indus­tri­al­isieren, die his­torische Funk­tion dieser „Nation­al­bour­geoisie“ in die „halb feu­dale Län­der“ sollte eben­falls –laut diese stal­in­is­tis­che The­o­rie–  sein, ihre nationale „Mikrow­elt“ zu industrialisieren. 

 

Eine solche stal­in­is­tis­che The­o­rie (die auf­grund des Ter­rors, den die Stal­in­is­ten gegen alle For­men der linken Oppo­si­tion erfol­gre­ich übten, die einzige beachtete The­o­rie war), bewirk­te unter anderem, dass kein Intellek­tueller der 40er und 50er Jahre sich ern­sthaft mit der Frage des his­torischen Erbes der Inkas auseinan­der setzte. 

 

Für 2 Jahrzehnte war die offizielle Dok­trin, dass die Spanier eigentlich einen „halb“ Feu­dal­is­mus, den der Inkas (über „asi­atis­che Pro­duk­tion­sweise“ zu reden, war ver­boten, da trotzk­istis­che Abwe­ichung) durch einen anderen Feu­dal­is­mus, ihren eige­nen, erset­zten (über den inter­na­tionalen Charak­ter der Bour­geoisie zu reden, war eben­falls eine trotzk­istis­che Sünde).

 

Und um dieses kleine Beispiel abzuschließen: Das his­torische Ereig­nis des Sieges und der Entwick­lung des Stal­in­is­mus ist für Che Gue­vara nicht nur die Quelle eines ana­lytis­chen Fehlers, son­dern auch der Grund, warum er gescheit­ert ist. 

 

Der Ver­rat der kom­mu­nis­tis­chen Partei Boliviens, die ihm jegliche Hil­fe ver­sagte, und die dun­kle Geschichte, welche Rolle Mon­je, der Chef der KP Bolivien bei den Denun­zi­a­tio­nen spielte, sind Bestandteil der Tragödie und des his­torischen und sehr reellen Ver­rats des Stal­in­is­mus an den rev­o­lu­tionären Bewe­gung Lateinamerikas. 

 

Das heißt, dass dieses „his­torische Ereig­nis“ –der Stal­in­is­mus- sehr wohl eine Rolle Spielte und immer noch in einem Kon­ti­nent spielt, der so weit ent­fer­nt ist von den Ursprün­gen der Tragödie der Bürokratisierung der rus­sis­chen Oktoberrevolution.

 

Diese Beispiel –das ohne Zweifel undoku­men­tiert und unvoll­ständig ist- will ich benutzen, um zwei ganz kleine Schlussfol­gerun­gen zu ziehen.

 

Schlussfol­gerun­gen

  1. Schlussfol­gerung: Die Exis­tenz von his­torischen Ereignis­sen bein­hal­tet nicht das Bewusst­sein davon. 

Nicht jedes his­torische Ereig­nis ist bewusst in den Köpfen der Pro­tag­o­nis­ten der Geschichte, und trotz­dem wirken sie, einge­bet­tet in das sozial-poli­tis­che Erbe, das sie hin­ter­lassen, auf das Vor­wärts –und Rück­wärts­ge­hen des Massen- Bewusst­seins, auf Geschehnisse, die sehr oft – wenn man mit dieser Kat­e­gorie zu arbeit­en nicht gewohnt ist – als „Zufälle“ erschienen.

 

Ein his­torisches Ereig­nis braucht also nicht bewusst zu sein. Es wirkt offen­sichtlich auch auf „his­torische“ Art und Weise auf das tagtägliche Geschehen, und diese Tat­sache allein reicht, um das Mitein­beziehen von Ele­mente dieser Kat­e­gorie in eine „konkrete Analyse ein­er konkreten Sit­u­a­tion“ zu fordern. 

 

  1. Schlussfol­gerung: Die Ereignisse his­torischen Charak­ters bee­in­flussen Mit­tel­bar und Unmit­tel­bar das his­torische Wer­den und schaf­fen auf diese Art und Weise neue his­torische Ereignisse.

 

Dieser dialek­tis­che Zusam­men­hang zwis­chen his­torischen Ereignis­sen gibt dieser Kat­e­gorie eine Struk­tur, d.h. mehrere Objek­te dieser Kat­e­gorie pro­duzieren ein neues Objekt, das nicht die Summe der vorheri­gen Objek­te ist, son­dern sich in die Ver­gan­gen­heit „pro­jiziert“. 

 

Beispiel Deutsch­land 

Vorgeschichte.

Wir wollen ver­suchen, mit Hil­fe der oben definierten Begriffe einige Punk­te der deutschen Geschichte zu analysieren, die für das Erar­beit­en ein­er rev­o­lu­tionären Poli­tik in Deutsch­land wichtig sind. 

 

Fan­gen wir an mit der his­torischen Tat­sache, dass Deutsch­land als Nation ver­spätet in das kap­i­tal­is­tis­che Zeital­ter hineinge­boren wor­den ist und deswe­gen keine Kolonien hat­te, in denen es den Prozess der ursprünglichen kap­i­tal­is­tis­chen Akku­mu­la­tion durch­laufen konnte. 

 

Diese „Spät­ge­burt“ ist auch eine his­torische Ursache dafür, dass die Arbeit­er­be­we­gung in Deutsch­land von Anfang an eine poli­tisch ori­en­tierte Bewe­gung war, und dass die deutsche Bour­geoisie keine erfol­gre­iche bürg­er­liche Rev­o­lu­tion durch­führte, und das sie deswe­gen ein Bünd­nis mit dem Feu­dal­is­mus suchte.

Aber darüber später.

Die 60 Jahren

Aber auch die Bewe­gung der 60er Jahre des 20. Jahrhun­derts, die sich die Ide­ale des Sozial­is­mus und die marx­is­tis­che Weltan­schau­ung wieder aneignen wollte, hat auf­grund dieser ver­schiede­nen his­torischen Ereignisse mit ein­er Bewe­gung ange­fan­gen, die inter­na­tion­al­is­tis­chen Charak­ter hat­te (Viet­nam). 

 

Wieso?

 

Vom his­torischen Stand­punkt her ist es ver­ständlich, dass diese neue Gen­er­a­tion (die 68), die nicht nur eine his­torischen, son­dern einen physis­chen Bruch mit der alten Gen­er­a­tion von Rev­o­lu­tionären erlebte, erstens nichts mit Forderun­gen ökonomis­chen Charak­ters anfan­gen kon­nte (SPD und Reformis­ten zusam­men mit Stal­in­is­ten haben auf diesem Ter­rain die volle Kon­trolle gehabt), son­dern da anfan­gen würde, wo die Geschichte eine Wende erlebt hat­te, näm­lich bei dem Kom­plex „Inva­sio­nen, Selb­st­bes­tim­mungsrecht der Natio­nen, Internationalismus-Frage“.

 

Die erste Episode sind die Arbeit­er­streiks in West­deutsch­land 1947, als die Arbeit­er­schaft mit Streiks und Massendemon­stra­tio­nen gegen die in ihren Augen von den Besatzungsmächt­en ver­schulde­ten Hunger­ra­tio­nen, aber auch für die Ver­staatlichung der Kohlen­gruben stimmte. 

 

Diese Aktio­nen nah­men schließlich ein solch­es Aus­maß an, dass die Mil­itär­regierung ein generelles Streik –und Demon­stra­tionsver­bot- erließ. 

 

Als auf dem Höhep­unkt der Massen­mo­bil­isierun­gen im April 1947 im Land­tag von Nor­drhein-West­falen die bürg­er­lichen Parteien zusam­men mit der SPD wieder­holt Ver­staatlichungsanträge der KPD nieder­stim­men, trieb diese den Kampf nicht voran, z.B. mit eine Kam­pagne für Arbeit­erkon­trolle der Indus­trie oder durch die Ein­leitung von Massen­streiks, die die Alli­ierten zu diesem Zeit­punkt empfind­lich getrof­fen hät­ten, son­dern wiegelte die Bewe­gung ab, in der Mei­n­ung, eine Zus­pitzung „kön­nte nur dazu führen, die Bünd­nis­möglichkeit­en oder Arbeit­erk­lasse einzuen­gen, sie in die Isolierung und bre­ite klein­bürg­er­liche und bürg­er­liche Kreise erneut in die Ver­stick­ung reak­tionär­er Poli­tik zu treiben“…(Zitat KPD).

 

Im März und April 1947 streik­ten Hun­dert­tausende; die Streiks weit­eten sich von Tag zu Tag aus und wur­den immer militanter. 

 

Höhep­unkt in der britis­chen Zone war ein zweitägiger Streik, an dem sich 334.000 Arbeit­er und Angestellte beteiligten. Auch in der amerikanis­ch­er Besatzungszone kam es ein großem Umfange zu Streiks und Massendemonstrationen.

 

Die Reak­tion sowohl der Besatzungsmächte als auch der Gew­erkschafts­führung war kap­i­tal­is­mus-typ­isch.. Die britis­che und amerikanis­che Mil­itär­regierung dro­hte unver­hohlen mit Belagerungszu­s­tand und Standrecht. 

 

Die von der Bürokratie dominierten Gew­erkschafts­führung ihrer­seits trat den Masse­nak­tio­nen zunächst dadurch ent­ge­gen, dass sie den Teil­nehmern an „wilden Streiks“ mit einem Auss­chlussver­fahren drohte…

 

zweites Beispiel Deutsch­land 1953

Die zweite Episode ist der „Fall Beria“ 1953. Stal­in war ger­ade gestor­ben, und Beria mit Malenkow hat­ten die Mach­po­si­tio­nen in der UdSSR. 

 

Von März bis Mitte Juni wurde eine Reform nach der anderen in der Sow­je­tu­nion durchge­führt, der Stal­in-Kult wurde teil­weise abgeschafft, Anfänge ein­er Kri­tik gegen die bürokratis­chen Ver­wal­tungsstruk­turen  wur­den erhoben, eine bre­ite Amnestie für poli­tis­che Gefan­gene wurde beschlossen, alte Beamte wur­den ent­lassen, mit der Begrün­dung, dass sie ihre Macht miss­braucht hat­ten. Eine Revi­sion der Pläne in der Wirtschaft wurde ange­ord­net. In Europa fing die Malenkow-Regierung an, die Möglichkeit­en eines Rück­zugs aus Deutsch­land zu untersuchen.

 

Seit dem Zeit­punkt, zu dem Gen­er­al Chuikow aus Berlin her­aus­ge­bracht wurde, erfuhr die gesamte Poli­tik der Pieck-Ulbricht-Regierung eine Wende. 

  • Die „Mauer“ zwis­chen West und Ost­deutsch­lands wurde fast abgeschafft. 
  • Die Arbeit­spoli­tik wurde radikal geän­dert, der Kampf zwis­chen Regierung und Kirche gedämpft, und die Kirche stellte ihre Priv­i­legien wieder her. 
  • Die Kollek­tivierung der Land­wirtschaft wurde gestoppt. 
  • Die Bauern, die aus Ost­deutsch­land geflüchtet waren, wur­den zur Rück­kehr ein­ge­laden, um ihr Eigen­tum wieder zu nehmen. 
  • Das Pri­vatkap­i­tal wurde ein­ge­laden, zur Indus­trie und zum Han­del zurückzukehren.

 

Vom marx­is­tis­chen Stand­punkt aus hat­ten diese Schritte keinen anderen Sinn, als Teil ein­er Poli­tik zu sein, die das Ziel hat­te, Deutsch­land unter kap­i­tal­is­tis­ch­er Herrschaft wiederzu­vere­inen und die Besatzungstrup­pen zurückzuführen.

 

Am 10. Juni 1953 stellte die Sow­je­tu­nion ihre diplo­ma­tis­chen Beziehun­gen mit Öster­re­ich wieder her und proklamierte das Ende der Besatzungsregierung in diesem Land. Und am sel­ben Tag verzichtete die Sow­je­tu­nion mit Pauken und Trompe­ten auf ihre Ansprüche gegenüber der Türkei, die Ansprüche, die eine so wichtige Rolle für den Anfang des kalten Krieges gespielt hatten.

 

Es gab natür­lich Geg­n­er dieser neuen Poli­tik inner­halb der Bürokratie, und diese gewan­nen die über­hand nach dem Arbeit­er­auf­s­tand am 16. und 17. Juni 1953.

 

Unsicher­heit inner­halb der Bürokratie bewirk­te also sofort die Möglichkeit eines Arbeit­er­protestes in Ostberlin. 

 

Konkret: 

  • eine verun­sicherte Volk­spolizei, die nicht sich­er war, ob eine Demon­stra­tion nicht vielle­icht doch vom Polit­büro der SED organ­isiert war, und die deswe­gen nicht sofort reagierte, 
  • zusam­men mit Ver­wirrung im West­en, die z.B. erlaubte, dass Ost­ber­lin­er Arbeit­er durch das reak­tionäre RIAS-Radio zum Streik in Ost –und West- Berlin aufriefen (nachträglich wurde in der RIAS-Organ­i­sa­tion der Fehler erkan­nt, und seit­dem dür­fen streik­ende Arbeit­er keine Streikaufrufe durch RIAS verbreiten), 

 

sind der Rah­men, in dem der Arbeit­er­auf­s­tand in Ost­deutsch­land am 16. und 17. Juni 1953 zu analysieren ist.

 

 

Schlussfol­gerun­gen

Schlussfol­gerung  für diesen Beispiel:

Die Ver­spä­tung des Entste­hens der deutschen Nation hat auch einen dialek­tis­chen Gegen­satz, die Geburt des Marx­is­mus als Wis­senschaft und den Inter­na­tion­al­is­mus als Folge davon.

 

Wir stellen die Arbeit­shy­pothese vor, dass der Inter­na­tion­al­is­mus (klar, nicht nur in Deutsch­land aber beson­ders in Deutsch­land!) aus his­torischen Grün­den unmit­tel­bar­er Bestandteil der prak­tis­chen Arbeit der Rev­o­lu­tionäre ist. 

 

Das ist mehr als eine leere Aus­sage, die eine alte Wahrheit sagt, son­dern bedeutet dass die Agi­ta­tion, Pro­pa­gan­da und Organ­i­sa­tion­sar­beit für eine rev­o­lu­tionäre Organ­i­sa­tion mit dem Inter­na­tion­al­is­mus anfängt. 

 

Es bedeutet auch z.B. eine grundle­gende Stel­lung­nahme bezüglich des deutschen Nation­al­is­mus, auch gegenüber solchen Posi­tio­nen, die „von links her“ nation­al­is­tis­che Parolen (z.B. gegen die Besatzungstrup­pen oder bezüglich der Ein­heit Deutsch­lands) ver­bre­it­en, die aber die inter­na­tionale Dimen­sion in ihrer voller Band­bre­ite nicht ein­beziehen. Inter­na­tion­al­ist in deutsch­land zu sein bedeutet Anti­im­pe­ri­al­ist zu sein.

Der Inter­na­tion­al­is­mus als Bestandteil ein­er rev­o­lu­tionären Poli­tik und der buerokratisierten KP als Bestandteil ein­er kon­ter­rev­o­lu­tionären Politik

 

Wir wollen hier anhand eines zweit­en Beispiel über ver­gan­gener Poli­tik in Deutsch­land ver­suchen, diese his­torischen Fak­toren (die ver­spätete Geburt Deutsch­lands als Nation, und dessen rev­o­lu­tionäre Kon­se­quenz, den pro­le­tarischen Internationalismus)

  •  in den konkreten Analyse deutsch­er poli­tis­ch­er Ereignisse
  •  und dann der Stal­in­is­mus als inter­na­tionale Erschei­n­ung charakterisieren.

Zuerst die his­torischen Rahmen:

 

der his­torische Rahmen

Die alli­ierten Kapitalisten

Mit dem Ein­marsch in Deutsch­land der Alli­ierten ein­er­seits und der Roten Armee ander­seits endete der 2. Weltkrieg. Deutsch­land wurde aufgeteilt zwis­chen Impe­ri­al­is­ten ander­er Län­der und Stal­in­is­ten, Stal­in­is­ten die die bürokratis­che Degen­er­a­tion des ersten Arbeit­er­staates der Geschichte verkörperten. 

 

Die let­zteren haben in ihrem Gebi­et (sow­jetis­che Besatzungszone) mit der Umstruk­turierung der Pro­duk­tions­form ange­fan­gen. Sie haben es „sozial­is­mus“ genan­nt, aber sie haben lediglich For­men der lokalen Plan­wirtschaft angewen­det, um in das inter­na­tionale kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tem weit­er inte­gri­ert zu sein.

 

Hier darf man sich nicht täuschen, und man muss unter­schei­den kön­nen zwis­chen den Plä­nen und Absicht­en der Impe­ri­al­is­ten und die Erben Stal­in, also die KPs und dem, was als Ergeb­nis –erzwun­gen durch his­torische Geset­ze- her­auskom­men ist.

 

  • Amerikan­er, Englän­der und Fran­zosen haben ein und das­selbe Ziel bei dem Ein­marsch in Deutsch­land gehabt: die Wieder­her­stel­lung der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise, die durch den Krieg zer­stört war. 
  • In der Tat ist mit riesi­gen Investi­tio­nen (Mar­shall-Plan) und der zusät­zlichen Nich­tan­erken­nung der noch übri­gen Reste von Kap­i­tal, das in deutschen Kap­i­tal­is­ten­hän­den war (Währungsre­form), ein neuer Markt für den ster­ben­den Kap­i­tal­is­mus entstanden. 
  • Das zer­störte Europa sollte noch mal in den Kreis Pro­duk­tions-Kon­sum-Aus­beu­tung der Men­schen inte­gri­ert werden. 

 

Der Teil von Deutsch­land, den sie beset­zt hat­ten, war beson­ders geeignet. Als Her­ren eines zer­störten Ter­ri­to­ri­ums kon­nten sie investieren und klauen in der scham­los­es­ten Art und Weise in der Geschichte Deutsch­lands. Mil­lio­nen hungern­der Krieg­sopfer wur­den über­aus­ge­beutet, nagel­neue Maschi­nen wur­den instal­liert, die übrigge­bliebene Indus­trie ist erset­zt wor­den, Tech­nolo­gie aus Ameri­ka, Eng­land und Frankre­ich erset­zte die Reste der Tech­nolo­gie und Indus­trie des 3. Reiches.

 

Die Rolle der Stalinismus

In der sow­jetis­chen Besatzungszone set­zten die Stal­in­is­ten die Ver­staatlichung der Indus­tri­er­este, der Banken und der Erde, die drei Quellen der Mehrw­erts durch. 

  • Durch bürokratis­chen Zen­tral­is­mus ent­stand so eine (staatlich dirigierte) Pseudo­pla­nung der Wirtschaft, Pseudo­pla­nung, weil sie inner­halb der weltweit­en kap­i­tal­is­tis­chen Mark­t­ge­set­zte „koex­istieren“ wollte. 
  • Die DDR wurde unter andere Län­der als ein „Satel­liten­staat“ der UdSSR aufge­baut, ihre Indus­tri­al­isierung ging im Sch­neck­en­tem­po vor­wärts, im Ein­klang mit den Sachzwän­gen der stal­in­is­tis­chen Bürokratie. 
  • Diese Pla­nung, Pro­dukt bürokratis­ch­er Entschei­dun­gen und eingezwun­gen in das kap­i­tal­is­tis­che Welt­sys­tem, wurde durch die Aus­beu­tung der Arbeit­erk­lasse und die Repres­sion der Bevölkerung durchge­set­zt, mit der Kon­se­quenz, dass sie wed­er die Ergeb­nisse erzielte noch erre­ichte, die eine Räteplan­wirtschaft im Kampf gegen die kap­i­tal­is­tis­che Mark­t­ge­set­ze erzielt und erre­ichte hätte, son­dern nur deformierte und verkrüp­pelte Indus­tri­al­isierungser­folge inner­halb des kap­i­tal­is­tis­chen Welt­sys­tems erre­icht wurden.
  • Die Pro­duk­tion­ska­paz­ität diese Indus­tri­al­isierung erre­ichte nie die Pro­duk­tion­ska­paz­ität der Kap­i­tal­is­mus anderen Länder.
  • Die stal­in­is­tis­che Bürokratie hat his­torisch bewiesen, dass sie nicht „der beste Räp­re­sen­tant“ der Kap­i­tal­is­mus ist.

Ver­gle­ich mit den Alli­ierten Kapitalistengebiet

In dem Alli­iertenge­bi­et lief die Sache etwas anders, Ein paar Fak­ten zur Erinnerung: 

 

Erstens das Bedürf­nis von Ameri­ka, Eng­land und Frankre­ich, nicht nur Kon­sumgüter zu exportieren, son­dern auch Lizen­zen, Know-How und Produktionsmittel. 

 

Dieses Bedürf­nis, begrün­det in der Konkur­renz untere­inan­der, in der Konkur­renz gegenüber der deformierten verkrüp­pel­ten, aber trotz­dem bedrohlichen lokalen Plan­wirtschaft der sow­jetis­chen Besatzungszone und in der kurzfristi­gen Vision eines in Ewigkeit kon­trol­lierten Deutsch­lands erlaubte, dass die alten deutschen Kap­i­tal­is­ten, damals Träger der nation­al­sozial­is­tis­chen Dik­tatur, wieder Prof­it machen konnten. 

 

Der deutsche Kap­i­tal­is­mus wurde nicht nur mit aus­ländis­chem Kap­i­tal wieder­hergestellt, son­dern ist (und nicht nur auf­grund der höheren Pro­duk­tion­ska­paz­ität der neuen Maschi­nen, Im Ver­gle­ich mit den fast 200 Jahre alten Maschi­nen ander­er Län­der, son­dern auch auf­grund der hor­ren­den Über­aus­beu­tung der Arbeit­skraft) als neue ursprüngliche Akku­mu­la­tion des Kap­i­tals in Deutsch­land zu verstehen. 

 

Der deutsche Kap­i­tal­is­mus und die deutsche Indus­trie wur­den also mit neuen Tech­nolo­gien „ver­spätet“ wiederaufgebaut.

 

Dieser Prozess des Auf­baues eines Indus­tri­es­taates (der sich den Vorstel­lung ander­er impe­ri­al­is­tis­ch­er Län­der sog­ar wider­set­zte, z.B. Besatzungs­land Frankre­ich mit seinem Vorschläge eines „Agrardeutsch­land“ zu erricht­en) bedeutete in der Zeit von 1945 bis in die 50er Jahre hinein das ständi­ge Wach­s­tum der Pro­duk­tion­ska­paz­ität der Bundesrepublik. 

 

Das fixe Kap­i­tal wuchs, und neue alte Märk­te wur­den von Kap­i­tal­is­ten aller Län­der besetzt. 

(Wie immer bezahlten die Arbeit­er die Kosten dieses „Wirtschaftswun­ders“. Die Geschichte der Arbeit­er­be­we­gung in der BRD zwis­chen 1945 und 1955 ist eine Geschichte, die wir uns aneignen müssen, wenn wir die nachträglichen Ereignisse ver­ste­hen wollen).

 

Einige Punk­te sollen hier noch erwäh­nt wer­den. Die Zer­störung der Arbeit­eror­gan­i­sa­tio­nen während des Nazi-Regimes, die Zer­störung der Indus­trie und damit der Arbeit­erk­lasse als solche, und die Zer­störung der kom­mu­nis­tis­chen Hoff­nung auf­grund des Ver­rats der KPs (Pots­dam, Yal­ta-Abkom­men sind so zu ver­ste­hen) macht­en aus diesem jahrzehn­te­lan­gen Arbeit­erkampf einen verzweifel­ten, isolierten Kampf beina­he auf ver­loren­em Posten.

 

Die zwei Episo­den dieses Kampfes, die wir hier schildern wollen, wer­den uns in der Ein­schätzung dieser Peri­ode helfen kön­nen. Diese Episo­den zeigen mit aller Deutlichkeit

  • wie die Masse der Arbeit­erk­lasse ver­sucht hat, sich zu wehren, 
  • wie die Führun­gen der Parteien und ins­beson­dere der Parteien die von der stal­in­is­tis­chen Bürokratie dominiert waren, ihre eigene Basis unter­drückt haben, 
  • wie stark das explo­sive Poten­tial der Arbeit­erk­lasse in Deutsch­land war, 
  • und wie Nazis­mus, Stal­in­is­mus (ver­standen als Bürokratie) und Wieder­auf­bau –die drei Katas­tro­phen Deutsch­lands, alle drei his­torische Ereignisse und alle drei inter­na­tionale Ereignisse- eine entschei­dende Rolle spielten.

 

Schlussfol­gerun­gen

Die Analyse der Arbeit­er­auf­s­tand 16. und 17. Juni

  •  Die oben erzählten Episo­den zeigen mit aller Deut­lichkeit die Bere­itschaft der Massen in bei­den Teilen Deutsch­lands, zu rebellieren. 
  • Bei­de Episo­den zeigen auch deut­lich die unmit­tel­baren Beziehun­gen zwis­chen deutschen Ereignis­sen und inter­na­tionalen Ereignisse, beson­ders was stal­in­is­tis­che Poli­tik angeht.
  • Bei­de Episo­den sind ein Beispiel für einen Analyse-Ansatz der Geschichte Deutsch­lands im inter­na­tionalen Rahmen.

 

Wir wollen aber auf dieser erste Schlussfol­gerung –Inter­na­tion­al­is­mus und Kampf gegen Stal­in­is­mus (als Bürokratie ver­standen) sind untrennbar von ein­er rev­o­lu­tionär­er Poli­tik- weit­er aufbauen:

 

Hin­weis

Diese kurze Schilderung zweier Episo­den sollte uns also später nüt­zlich wer­den für das Ver­ste­hen eines Sub­pro­duk­ts der Ver­spä­tung der Geburt Deutsch­lands als Nation:

 

Das Sub­pro­dukt heißt: Diese unmit­tel­baren Beziehun­gen zwis­chen deutschen Ereignis­sen und inter­na­tionalen Ereignis­sen begleit­en unser­er Mei­n­ung nach die Entwick­lung Deutsch­lands in jedem sein­er his­torischen Ereignisse, 

  • vom ide­ol­o­gis­chen Über­bau durch die ver­schiede­nen Bevölkerung-Schichten
  • bis zur Analyse der Parteien, die heute das poli­tis­che Leben Deutsch­lands bestimmen.

 

 

 

Unsere Arbeit­shy­pothe­sen

Wir wollen jet­zt einen –von der the­o­retis­chen Darstel­lungsweise her uner­laubten- Sprung in der Analyse machen, und unsere zwei Arbeitshypothesen

  • Inter­na­tion­al­is­mus ist his­torisch­er und vor allem unmit­tel­bar­er Bestandteil ein­er rev­o­lu­tionären Poli­tik in die ganze Welt aber ins­beson­deren Maas in Deutschland
  • Stal­in­is­mus spielte und spielt immer lei­der (also als his­torische Kat­e­gorie) eine kon­ter­rev­o­lu­tionäre Rolle in die Poli­tik in Deutsch­land und in die ganze Welt und.

auf die heutige konkrete Wirk­lichkeit anzuwen­den versuchen.

 

speziell: Deutsch­land

Die Son­dereigen­schaften eines wiedervere­inigten impe­ri­al­is­tis­chen Deutschlands

 

Vorgeschichte

Die zyk­lis­chen Krisen des Kap­i­tal­is­mus wur­den in den 50er Jahren beschle­u­nigt durch die Krise der Rev­o­lu­tio­nen in Chi­na und Kuba und ein Jahrzehnt lang durch das Wieder­erwachen der Arbeit­er und rebel­lieren­den Bewegung.

 

Es war die Zeit des Che Gue­vara, der Hoff­nung und der Wieder­ent­deck­ung der rev­o­lu­tionären Gewalt. Der Gipfelpunkt war Ende der 60er Jahre (1968) mit den Arbeit­er –und Stu­den­ten­re­volten- im Mai und der großen Depres­sion des Dol­lars auf­grund der Energiekrise erreicht.

 

All das zeich­nete eine Wende im Kräftev­er­hält­nis zwis­chen den ver­schiede­nen impe­ri­al­is­tis­chen Zen­tren; die Bun­desre­pub­lik fing an, eine rel­a­tiv unab­hängige Rolle auf dem inter­na­tionalen Schlacht­feld der Impe­ri­al­is­tendiebe zu spielen.

  • Ein­er Ten­denz zur Autonomie der deutschen Konz­erne gegenüber den amerikanis­ch­er entwick­elte sich.
  • Diese Ten­denz, die die Bun­desre­pub­lik konkur­ren­zfähig gegenüber den anderen großen Impe­ri­al­is­ten zu machen ver­suchte, aber gle­ichzeit­ig die Über­reste der Ver­gan­gen­heit (his­torische Kat­e­gorie!), die unter anderem der BRD ver­bi­etet, direkt in ihrem Ter­ri­to­ri­um Waf­fen zu pro­duzieren (ins­beson­dere Atom­waf­fen), zeich­nete die Entwick­lung der Indus­trie in der BRD.

 

Das bedeutet nicht nur, dass die BRD ver­spätet in die Konkur­renz mit anderen Impe­ri­al­is­ten ein­trat, son­dern auch, dass sie ver­spätet in die Wirtschaft­skrise hinein­marschiert ist.

 

 

Die Rolle der Kapitalisten

Nation­al­is­mus und Inter­na­tion­al­is­mus ist ein Prob­lem ersten Ranges, dass nicht nur Rev­o­lu­tionäre in ihren Ide­alen beschäftigt, son­dern –und beson­ders- die Bour­geoisie, die in der BRD ihre Hochbur­gen hat.

 

Ziel ein­er Schicht dieser deutschen Kap­i­tal­is­ten war es, ein wiedervere­inigtes Deutsch­land zu erre­ichen, und das bedeutete für sie, die DDR unter dem Ban­ner des Kap­i­tal­is­mus zurückzuerobern.

 

Ein kap­i­tal­is­tis­ches wiedervere­inigtes Deutsch­land hat –unter anderem- die Ten­denz zur Konkur­renz mit den USA und Japan und let­z­tendlich den (vor­erst) Wirtschaftkrieg mit bei­den auf die Tage­sor­d­nung gesetz, beson­ders dann, wenn der deutsche Impe­ri­al­is­mus Europa beherrscht.

 

Gle­ichzeit­ig wird in die ver­spätete Krise in (auf dieser kap­i­tal­is­tis­ch­er Art vere­inigtes) Deutsch­land auch eine rabi­ate, von existieren­den Erfahrun­gen der Kon­fronta­tion ander­er Län­der geprägte deutsche Bour­geoisie und eben­falls eine von inter­na­tionalen Erfahrung geprägte Arbeit­erk­lasse geben.

Die deutsche Bour­geoisie wird beson­ders bru­tal werden.

 

Diese Per­spek­tive der deutschen Bour­geoisie, Pro­dukt der Ver­spä­tung, die die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land bezüglich des Hinein­marschierens in die Wirtschaft­skrise zeigt, ist etwas, was man nicht auf die leichte Schul­ter nehmen kann!.

 

Konkret bedeutet das: Während die Amerikan­er in eine Finanzkrise nach der anderen hineinger­at­en, genoß die BRD eine Zeitspanne (bis in die 80 Jahre, wo der Neolib­er­al­is­mus die kap­i­tal­is­tis­che Welt und damit auch Deutsch­land eroberte), in der ihr Indus­triekap­i­tal immer noch ein wichtiger Macht­fak­tor ist.

 

Die Bun­desre­pub­lik ist also auf­grund dieser Ver­spä­tung in der Geschichte –zusam­men mit Japan und let­zte Zeit Chi­na- eine der ersten Indus­trien­atio­nen der Welt gewor­den. Damit ver­bun­den ist das Bestreben der BRD, nach neuen Märk­ten zu suchen, und so ist es zu ver­ste­hen, dass die BRD ein solch aggres­sives Inter­esse an dem wirtschaftlichen Ein­marsch in die Ost­block­län­der hat.

 

die Rolle der Stalinisten

Eine der Kon­se­quen­zen der Krise des Stal­in­is­mus ist nicht nur der totale Bankrott der „realex­istieren­den stal­in­is­tis­chen Län­der“, son­dern auch eine ganz eige­nar­tige Wirkung auf das Spätkind der impe­ri­al­is­tis­chen Metropolen, die BRD.

 

Wenn man die ver­schiede­nen Erschei­n­ungs­for­men der Krise des Stal­in­is­mus beobachtet –z.B. wenn man die Krise des Stal­in­is­mus in Rumänien, Polen oder der DDR miteinan­der vergleicht‑, ist es offen­sichtlich, dass die Krise des Stal­in­is­mus in der DDR für das Land eine ganz andere Wirkung haben wird als die Krise des Stal­in­is­mus in Rumänien.

 

Im Falle z.B. Rumäniens wird dies bedeuten, dass dieses Land in mit­tel­bar­er Zukun­ft eine Hal­bkolonie (möglicher­weise des deutschen Impe­ri­al­is­mus) sein wird, mit allen Erschei­n­un­gen von Unter­en­twick­lung wie die der Hal­bkolonien, die wir als Dritte-Welt-Län­der kennen.

 

Im Gegen­satz dazu wird die DDR Teil ein­er impe­ri­al­is­tis­chen Metro­pole sein (diese Aus­sage bedeutet nicht im ger­ing­sten, dass es die Arbeit­erk­lasse in der DDR leichter haben wird; eine solche Inte­gra­tion in eine impe­ri­al­is­tis­che Macht wird selb­stver­ständlich auf Kosten der Arbeit­erk­lasse der ex-DDR gehen!)

 

Und eben diese Wiedervereinigung

  • Pro­dukt des Scheit­erns des Stalinismus
  • und des ver­lore­nen Krieges,
  • der wiederum Pro­dukt der dama­li­gen Bestre­bun­gen Deutsch­lands nach Kolonien war,
  • was sein­er­seits das Pro­dukt der ver­späteten Geburt Deutsch­lands als kap­i­tal­is­tis­che Nation war

 

eben diese Widervere­ini­gung eines ver­spätert in die Wirtschaft­skrise hineinger­ate­nen Deutsch­land wird den deutschen Impe­ri­al­is­ten die Chance geben, wirtschaftlich im gesamten Ost­block einzu­marschieren. Osteu­ropa wird für ein impe­ri­al­is­tis­ches vere­inigtes Deutsch­land das, was Lateinameri­ka für die früheren amerikanis­chen Her­ren der Welt war.

 

Jedoch –und ana­log zu der Geschichte des amerikanis­chen Impe­ri­al­is­mus- sind die Ver­flech­tun­gen, die Deutsch­land dank der DDR in Osteu­ropa erre­icht hat, nicht nur eine Chance für die Imperialisten.

 

Die Ver­flech­tun­gen, bed­ingt unter anderem durch die Über­aus­beu­tung der Arbeit­erk­lasse auf kon­ti­nen­taler Ebene (was auf uns zukommt), bedeuten auch für die Rev­o­lu­tionäre in Europa eine Chance, eine inter­na­tionale Organ­i­sa­tion aufzubauen.

 

Schlussfol­gerun­gen

Die Ver­spä­tung der Geburt Deutsch­lands als kap­i­tal­is­tis­che Nation, eine Ver­spä­tung, die bewirkt, dass es auch ver­spätet in die Wirtschaft­skrise hinein­marschiert, ist eben eine Ver­spä­tung und nicht eine Ver­scho­nung von der Krise. Diese Krise (Finanzblase) hat in aller Deut­lichkeit auch in Deutsch­land und in ganz Europa das kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tem erschüttert.

 

Mit dem Wach­sen eines Wirtschaft­sim­peri­ums wach­sen auch die inter­na­tionalen Ver­flech­tun­gen des deutschen Kap­i­tals, die deutsche Wirtschaft wird noch empfind­lich­er als vorher auf die Weltschwankun­gen der Wirtschaft reagieren.

 

  • Die impe­ri­al­is­tis­che Vorherrschaft Deutsch­lands in ganz Europa, Ost und West, die koor­dinierten impe­ri­al­is­tis­chen Aktiv­itäten die sie jet­zt noch stärk­er ausüben, zwin­gen die Rev­o­lu­tionäre ganz Europas und der ganzen Welt zum Auf­bau ein­er inter­na­tionalen Partei, die der koor­dinierten impe­ri­al­is­tis­chen Strate­gie gegen das Pro­le­tari­at eine koor­dinierte Strate­gie und Gege­nan­griff im rev­o­lu­tionären Sinne ent­ge­genset­zen kann. 
  • Die Ver­flech­tun­gen des inter­na­tionalen Kap­i­tals, die jet­zt ver­stärkt vom deutschen Impe­ri­al­is­mus dominiert wer­den, machen eine isolierten Kampf in einem Lande des europäis­chen Kon­ti­nents unmöglich. Sog­ar ein Streik im Rah­men des kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tems, z.B. für die Verbesserung der Lebens­be­din­gun­gen, de auf den nationalen Rah­men beschränkt bleibt, ist zur Nieder­lage verurteilt.
  • Eine ober­fläch­liche „koor­dinierte rev­o­lu­tionäre Strate­gie“ ist aber nicht mehr als eine Karikatur, wenn sie sich auf „schwest­er­liche Beziehun­gen zwis­chen Parteien“ beschrankt, notwendig ist eine inter­na­tionale Strate­gie, eine inter­na­tionale Organ­i­sa­tion, die sich in ihrer Dynamik zur inter­na­tionalen Partei entwickelt.
  • Diese inter­na­tionale Organ­isierung der Kämpfe des Pro­le­tari­ats muss, eben auf­grund des his­torischen Rah­mens, in dem sie heute wieder geboren wer­den kann, mit einem unnachgiebi­gen Kampf gegen des Stal­in­is­mus in all seinen Erschei­n­ungs­for­men anfangen.
  •  
  • Jedes Zugeständ­nis jed­er Glaube an die Reformier­barkeit des Stal­in­is­mus wird diese notwendi­ge Bil­dung ein­er inter­na­tionalen Organ­i­sa­tion unmöglich machen, und das nicht nur auf­grund des realen Ver­rats, den der Stal­in­is­mus immer wieder verüben wird, son­dern auch auf­grund der his­torischen Ursprünge dieser neuen Epoche in der Geschichte des Kampfes der Rev­o­lu­tionäre und der Klasse des Pro­le­tari­ats gegen die Unterdrückung.

 

Nie wieder bürokratis­che KPs: Nirgendwo!

Die Analyse der poli­tis­chen Fehler des Stal­in­is­mus wurde bril­lant beschrieben von Trotz­ki, Rakows­ki und anderen Intellek­tuellen der dama­li­gen linken Opposition.

 

Der Analyse der Bewe­gung gegen Stal­in­is­mus und Bürokratie in Chi­na, in der dama­li­gen Sow­je­tu­nion, in der dama­li­gen DDR und anderen Län­dern des „real existieren­den Stal­in­is­mus“ sind heute im Rah­men eines erneuten Aufwachen der Massen­be­we­gung drin­gend notwendig.

 

Das wollen wir hier nicht wieder­holen, aber es gibt  einen beson­deren Grund, warum wir aus­gerech­net mit einem Überblick über die marx­is­tis­che Kat­e­gorie der Asi­atis­che Pro­duk­tion­sweise anfan­gen wollen. 

 

Die Ähn­lichkeit­en zwis­chen der asi­atis­chen Pro­duk­tion­sweise und der stal­in­is­tis­chen Auf­fas­sung der Plan­wirtschaft sind verblüf­fend. So verblüf­fend, das Intellek­tuelle wie Rudolf Bahro und Kämpfer wie Cohn-Ben­dit in ihren besten Zeit­en auf diese Kat­e­gorie gestoßen sind. 

 

 

der Stal­in­is­mus ist eine kon­ter­rev­o­lu­tionäre his­torische kat­e­gorie. (Das heißt nicht das Stal­in „Schuld” gewe­sen sein soll!!)

 

Wir wollen hier­mit eine Per­spek­tive für die Rev­o­lu­tionäre beschreiben, die eben die Unter­schei­dung zwis­chen Stal­in­is­mus und die asi­atis­che Pro­duk­tion­sweise zur Grund­lage hat.

 

Was wir jet­zt analysieren wollen, soll die erste prak­tis­che Anwen­dung der Räte Wirtschafts-Struk­turen an unser­er Kri­tik an Stal­in­is­mus sein. 

 

Wir wollen erin­nern an die Auseinan­der­set­zung zwis­chen Trotz­ki und Stal­in bezüglich der Rolle des Geldes. In seinen Buch „Die ver­ratene Rev­o­lu­tion” kri­tisiert Trotz­ki, daß die Bürokratie das all­ge­meine Äquiv­a­lent (das Geld) von seinem Waren­charak­ter lostren­nen wollte. Mit der Begrün­dung, daß die sow­jetis­che Gesellschaft schon eine sozial­is­tis­che sei, und mit der dazu im Wider­spruch ste­hen­den Argu­men­ta­tion, daß das Geld als Zäh­ler­funk­tion den Zweck­en der Pla­nung dienen sollte, fix­ierten die Stal­in­is­ten den Preis der Waren bei „offiziellen” Preisen, d.h. bei vom Zen­tralap­pa­rat der Bürokratie dik­tierten Preisen.

 

Trotz­ki kri­tisiert in seinem Buch „Ver­ratene Rev­o­lu­tion“, daß damit zwangsweise der Schwarz­markt gefördert wurde, und daß der Bürokratie dadurch ein­er der wichtig­sten Infor­ma­tion­s­mech­a­nis­men über die Pro­duk­tion­ska­paz­ität der UdSSR ver­loren ging. Hätte man das Geld in sein­er Funk­tion als Preis belassen (also als Bestandteil der WARE), hätte man ein real­is­tis­ches Werkzeug zur Analyse der wirtschaftlichen Entwick­lung der Pro­duk­tion in der UdSSR gehabt. Die Pla­nung der Wirtschaft, sagt Trotz­ki, hätte man mit anderen Mit­teln als mit dem Ein­frieren der Preise erre­ichen können.

 

Uns geht es hier nicht darum, die Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen Trotz­ki und Stal­in zu wieder­holen, son­dern um eine Analyse der real stattge­fun­de­nen Ver­suche, in ver­schiede­nen Regio­nen der Welt bürokratisch kon­trol­lierte plan­wirtschaftliche Mod­elle durchzuführen. 

 

Eine ober­fläch­liche Inter­pre­ta­tion des Marx­is­mus würde fol­gende These erstellen:

 

Weil die zen­tral-bürokratis­che Plan­wirtschaft inner­halb des kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tems eine Tat­sache ist oder zumin­d­est war (Län­der des „real existieren­den Stal­in­is­mus”), sei die These, der Kap­i­tal­is­mus ließe nicht zu, dass eine andere Pro­duk­tion­sweise gle­ichzeit­ig neben ihm existieren könne, falsch. 

 

In Wirk­lichkeit hat der „Realex­istierende Stal­in­is­mus” ein halbes Jahrhun­dert lang ver­sucht, seine The­o­rien in die Prax­is umzuset­zen, und hat heute „zur völ­li­gen Liq­ui­dierung der sozialen Errun­gen­schaften der pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion” geführt (Trotz­ki [Ver­ratene Revolution]). 

 

Aber das reich uns nicht.

 

Für das Ver­ste­hen der Bürokrat­en und deren Men­tal­ität müssen wir uns daher mit der Analyse der stal­in­is­tis­ch­er Wirk­lichkeit befassen. 

 

Für unter­en­twick­elte Län­der wie das dama­lige Rus­s­land, Chi­na und auch für den Fall Kuba gilt, dass eine Massen­be­we­gung, die in ein­er gewalt­samen Rev­o­lu­tion ihren Höhep­unkt fand, im Laufe der Entwick­lung die despo­tisch-asi­atis­chen Staatsstruk­turen nicht ver­hin­dern konnte. 

 

Stal­in­is­mus: Plan­wirtschaft-Abart inner­halb der Kapitalismus?

 

Der Stal­in­is­mus hat in diesen Län­dern Maß­nah­men zur bürokratis­chen Pla­nung der Pro­duk­tion ein­geleit­et und gle­ichzeit­ig die Staatsstruk­turen unter seine Kon­trolle gebracht. 

 

Hier ist vielle­icht notwendig nochmal zu beto­nen: auch dann, wenn die besten aller besten Mark­t­analy­sen bzw. Ver­braucher­analy­sen oder Pro­duk­tion­s­analy­sen erstellt wer­den, macht die Zen­tralver­wal­tung der Bürokratie einen Unter­schied zwis­chen abstrak­tem Wert von WARE und dem Preis ein­er WARE. Preis und Wert sind in der bürokratis­chen Plan­wirtschaft auch –genau­so wie im Kap­i­tal­is­mus- unterschieden.

 

Bucharin nan­nte dieses Bedürf­nis (Tren­nen zwis­chen Wert und Preis) „Sozial­is­tis­che Urakkumulation”. 

 

Aber auch ein bril­lanter linksop­po­si­tioneller Bucharin (er war in Wirk­lichkeit Recht­sop­po­si­tioneller!) hätte in der DDR nichts anderes machen kön­nen, als so gut er kann, einen Preis festzule­gen und dann diesen Preis von oben, mit­tels der Zen­tralen Ver­wal­tung, zu diktieren. 

 

Das Ergeb­nis des (his­torischen?) Ver­suchs ist heute der Zer­fall der bürokratisch gelenk­ten Plan­wirtschaft, besiegt vom Kapitalismus.

 

Der Grund für diese Nieder­lage liegt unser­er Mei­n­ung nach weniger in dem direk­ten Zugriff auf die Unter­struk­turen der Wirtschaft­skat­e­gorien (etwa: „den Preis der Ware Arbeit­skraft auf dem Markt leg­en wir willkür­lich niedriger fest als den Preis ihrer Pro­duk­te”), son­dern mehr in der URSACHE, warum dieser direk­te Zugriff jedes­mal anar­chis­ch­er wurde. Wir wollen dies mit einem Beispiel verdeutlichen.

 

Es han­delt sich dabei um eine Stahlfab­rik in der Ex-DDR vor der Wiedervere­ini­gung. Die Zen­tral­bürokratie beschloß, daß die DDR erstk­las­si­gen Stahl pro­duzieren sollte. Eine Inge­nieurabteilung eines VEB in Leipzig bekam den Auf­trag, ital­ienis­chen Stahl zu analysieren, um ihn kopieren und eventuell verbessern zu können.

 

  1. Schritt: Die Inge­nieurabteilung analysierte den ital­ienis­chen Stahl. Die Analyse ergab „x Prozent Eisen, y Prozent Kohle, etc.”. Einen Teil kon­nten die Inge­nieure inner­halb der fest­gelegten Zeit nicht analysieren, und der Bericht drück­te aus (möglicher­weise ver­schlüs­selt, denn die Berichter­stat­tungskun­st in der Ex-DDR war ein Zusam­men­spiel zwis­chen poli­tis­ch­er Ver­tuschung und ana­lytis­ch­er Arbeit), daß5% der Stahlkom­po­si­tion noch unbekan­nt seien.

 

Der Bericht ging durch die bürokratis­chen Kanäle zu einem anderen VEB, der den Stahl her­stellen sollte. Dort arbeit­ete der Kol­lege Müller, erfahren­er Stahlar­beit­er, intel­li­gent, Kom­mu­nist, der mit allen Kräften für den Sozial­is­mus arbeit­en wollte.

 

Dieser Kol­lege Müller bekam also den Bericht. Als er nach diesen 5% unbekan­ntem Mate­r­i­al fragte, antwortete sein Vorge­set­zter: „Tuen sie… na, mal sehen, das da, drauf. Es wird schon gehen”.

 

Genosse Müller kon­nte sich sog­ar aus­rech­nen, daß es Pfusch geben würde. Er über­legte sich die Sache und stellte fest, daß es bess­er sei, wenn er mit­macht, weil er dann nachträglich auf die Verbesserung der Zusam­menset­zung und auf den Bericht Ein­fluß nehmen könnte.

 

Die Pro­duk­tion wurde zu 50% fehler­haft. Kein Wun­der. Bis hier­hin der konkrete Vorfall.

 

Wie hätte diese Sache in der stal­in­is­tis­chen Plan­wirtschaft weit­erge­hen kön­nen? Fan­tasieren wir ein wenig weit­er und nehmen wir an, daß Genosse Müller noch nicht resig­niert hat und daß er ver­sucht, den Bericht mit diesen 5% Unbekan­ntem zu verbessern.

 

Der Vorge­set­zte macht aber nicht mit (oder irgen­dein Vorge­set­zter in der Hier­ar­chie). Wenn der Vorge­set­zte zugibt, daß vorauszuse­hen war, dass fehler­hafte Pro­duk­te erzeugt wür­den, wird er bestraft.

 

Nehmen wir weit­er an, daß Genosse Müller hart­näck­ig ist und die Inge­nieurabteilung in Leipzig auf eigene Regie besucht. Zusam­men mit einem Inge­nieur (auch ein ehrlich­er Men­sch) schreibt er einen Bericht, den die bei­den weit­er­leit­en wollen.

 

Die Vorge­set­zten lehnen dies ab; kein­er fühlt sich verantwortlich.

 

Genosse Müller sucht andere Kol­le­gen, andere Inge­nieure auf und übt organ­isierte Kri­tik und Druck auf die oberen Instanzen der Bürokratie aus.

 

Endergeb­nis: Irgend­wann wird Genosse Müller bestraft, weil er ver­sucht hat, eine uner­laubte poli­tis­che Ten­denz zu bilden.

 

Wir wollen die Sys­tem­merk­male dieses Beispiels nacheinan­der analysieren, aus der Sicht der Räte-Planwirtschaftstheorie.

 

Erstens: Die Zen­tralver­wal­tung bzw. Bürokratie legt von außen eine Frist für die Fer­tig­stel­lung –also für die Pro­duk­tion- des Berichts fest. 

 

Das entspricht einem direk­ten Zugriff auf Unter­struk­turen der Pro­duk­tion, ohne dafür sich zu küm­mern ob doch nicht unter­struk­tur-eigene Meth­o­d­en gibt, die zu benutzen wären, ohne die zu überschreiben. 

 

Zweit­ens: Auch in dem Stahlbe­trieb wurde ein uner­laubter Zugriff auf Pro­duk­tions-Unter­struk­turen ges­tartet (die Annahme des Berichts wurde erzwungen). 

 

Drit­tens: bei der Bilanz der pro­duk­tion wurde die Arbeitsverteilung nicht rätekon­form geführt (der Vorge­set­zte nahm die Kri­tik im Betrieb nicht ernst, also die Kom­pe­ten­zen des Arbeit­ers wur­den abgeschaltet). 

 

Viertens: bei der Erstel­lung der Pro­duk­tion­skosten wurde ‚das da’ willkür­lich gewählt, ohne auf dessen Her­stel­lungskosten zu acht­en (also wieder Mißach­tung der Kom­pe­ten­zen von Pro­duk­tion­ss- Unter­struk­turen – Räte…). 

 

Fün­ftens: Die Bürokratie unter­nahm nicht nur einen direk­ten Zugriff auf die Pro­duk­tion – Unter­struk­turen (Frist von außen fes­tle­gen), son­dern ver­bot zusät­zlich eine in die Unter­struk­tur inte­gri­erte interne (alzo dezen­trale) Kon­troll-meth­ode für die Pro­duk­tion (das Inge­nieur­büro kon­nte nicht gegen diese Fris­te­nentschei­dung protestieren).

 

Diese direk­ten uner­laubten Zugriffe haben zweier­lei Kon­se­quen­zen: zum einen ver­mehren sie das Chaos in der Zen­tralen Ver­wal­tungsstelle, und zum zweit­en ver­hin­dern sie, daß die ver­schiede­nen Abteilun­gen vernün­ftig funk­tion­ieren können.

 

Im Kap­i­tal­is­mus würde das nicht passieren.

 

Die Inge­nieurabteilung ein­er Fir­ma würde mit­tels eigen­er, intern­er Struk­turen einen Bericht erstellen und dessen Liefer­fris­ten fes­tle­gen, die Abteilung Stahl­pro­duk­tion würde einen unvoll­ständi­gen Bericht empört ablehnen. 

 

Bis dahin sind wir „pro-kap­i­tal­is­tisch”, und in der Tat hat der Kap­i­tal­is­mus bewiesen, daß er beim pro­duzieren der bürokratis­chen Plan­wirtschaft über­legen ist.

 

Aber nur bis dahin. 

 

Ein Inge­nieur in einem Betrieb im heuti­gen vere­inigten Deutsch­land würde nie einen solchen Bericht für eine andere Fab­rik schreiben, weil er nicht für ein anderes Unternehmen arbeit­en darf. 

 

Mehr noch, das andere Unternehmen ist möglicher­weise die Konkurrenz. 

 

Die Exis­tenz von Konkur­renz­be­trieben, let­z­tendlich die Exis­tenz des Pri­vateigen­tums ver­hin­dert, daß die kap­i­tal­is­tis­chen „Mod­ule” auf die Ressourcen ander­er Mod­ule Zugriff haben, das bedeutet, sehr oft muß man “das Rad noch mal ent­deck­en”, also die Pro­duk­tion wird eingeschränkt auf­grund der Ein­schränkung bei der Bedarf-Pla­nung (Bedarf an Know How, was Teil der KONSUM in das pro­duzieren­den Betrieb ist).

 

Aus der Sicht der Rätestruk­turen betra­chtet, find­et dadurch im Stal­in­is­mus ein schw­er­wiegen­der Fehler in der Hier­ar­chisierung der Unter­struk­turen für die Pro­duk­tion vom Werte statt. 

Die Zen­tral­bürokratie wollte der „Vor­fahr” aller Betriebe sein (also die Fris­ten, die Pro­duk­tion­szeit­en, die Preise, die Meth­o­d­en dik­tieren) – noch schlim­mer, selb­st und direkt dik­tieren, also auf die „Unter­mod­ule“ in der Pro­duk­tion direkt zugreifen‑, wollte aber gle­ichzeit­ig der direk­te nicht Virtuelle „Nachkomme” aller Betriebe sein (um in Objek­to­ri­en­tierte Sprache zu sprechen), weil sie diese Ver­wal­tungs- oder „Vorfahren”-Funktion ver­wech­selte mit dem „Über­bau” (der Staats­macht), sie wollte keine kom­plexere Struk­tur erlauben als sich selbst.

 

Im „ide­al­sten” Falle (für wen ide­al?), auch dann, wenn die Arbeit­erk­lasse „abgeschafft“ würde (und die Bürokratie selb­st die Arbeit machte), würde es zum Kon­flikt kom­men, weil sie sich rekur­siv selb­st befehlen müßte (Chaos­the­o­rie? es wäre inter­es­sant, die Zyklen der stal­in­is­tis­chen Kon­junk­tur von der Chaos­the­o­rie her zu analysieren!).

 

Zuerst was passiert mit Preise und Wert im Kapitalismus

Kein Kap­i­tal­ist will Pleite machen. Um den Preis sein­er Waren so festzule­gen investiert er Geld in Mark­t­analy­sen, betreibt Spi­onage bei der Konkur­renz etc., mit den Ziel daß er gle­ichzeit­ig verkaufen und einen Gewinn erzie­len kann.

Der Kap­i­tal­ist erstellt im Grunde durch „sta­tis­tis­che Meth­o­d­en” der Preis fol­gen­der­maßen fest:

 

Der Preis ein­er konkreten Ware ist:

der abstrak­te Wert von WERT „Arbeit­skraft die ich gekauft und real­isiert habe” (also, für den Kap­i­tal­is­ten die Pro­duk­tion­skosten plus den Kosten der Arbeit­szeit, die wiederum eben „Arbeit­szeit * Qual­i­fika­tion­sko­ef­fizient” entspricht) mul­ti­pliziert mit einem sozialen Fak­tor, der, soviel es der Markt erlaubt, größer als 1 sein sollte (damit Gewinn entste­ht, weil dann der Preis größer als die Pro­duk­tion­skosten wird).

 

Der Kap­i­tal­ist hat jedoch keinen Ein­fluß darauf, wie die Konkur­renz diesen Koef­fizien­ten festlegt. 

 

Er kann nur die Preise sein­er eige­nen Waren fes­tle­gen. Wenn aber ein einzel­ner Kap­i­tal­ist den Preis sein­er Waren zu lange hoch hält, bedeutet das für ihn, daß er in der Konkur­renz mit anderen Kap­i­tal­is­ten Nachteile hat.

 

Kurz: Der Kap­i­tal­ist entschei­det nicht willkür­lich über den Preis sein­er eige­nen Waren, dieser Preis ist nicht von seinem Willen abhängig, son­dern vom Gesetz von Ange­bot und Nach­frage der kap­i­tal­is­tis­che Gesellschaft. 

 

Mehr noch, Marx weist darauf hin, daß auch die Schwankun­gen des Preis­es vom Gesetz von Ange­bot und Nach­frage der kap­i­tal­is­tis­chen Gesellschaft abhängig sind, aber dass der Preis rund um den realen Wert (der abstrak­te Wert von Wert der Arbeit­skraft) schwankt. 

 

Die Quelle des Prof­its ist nicht ein Betrug mit den Preisen, son­dern (haupt­säch­lich) die Tat­sache, daß die Arbeit­skraft eines Arbeit­ers auch eine Ware ist.

 

Wir wollen hier nicht die Zirku­la­tion­s­ge­set­ze des Kap­i­tals darstellen (dafür ist ja „Das Kap­i­tal” da!), was uns hier inter­essiert, ist, daß der Kap­i­tal­ist eine „Meth­ode” hat, um den Preis sein­er WAREN festzulegen.

 

Inter­es­sant bei dieser Meth­ode ist die Tat­sache, daß kein Kap­i­tal­ist der Welt die Entwick­lung der Preise fes­tle­gen kann, er kann nur erken­nen (mit­tels sta­tis­tis­ch­er Analy­sen und Mark­t­analy­sen), daß der Preis sich geän­dert hat. 

 

Die Meth­ode zur Erken­nung (Fes­tle­gung in diesem Sinne) des Preis­es ein­er Ware muß er jedes­mal neu anwenden. 

 

Die zyk­lis­chen Krisen des Kap­i­tal­is­mus gehorchen auch Geset­zen, die der Kap­i­tal­ist als solch­er nicht bee­in­flussen kann.

 

Wichtig ist hier festzuhal­ten: Der Kap­i­tal­ist entschei­det nicht willkür­lich über den Preis.

 

Mag er Pleite machen und einem anderen Kap­i­tal­is­ten Platz lassen, oder mag er Mark­t­analy­sen erstellen und anderen Konkur­renten über­legen sein – er nimmt sich (mit­tels Mark­t­analy­sen) Infor­ma­tio­nen, die „gesellschaftlich vorhan­den sind”, und wen­det sie an.

 

Was passiert mit Preis und Wert im Stalinismus

 

Das Ergeb­nis des (his­torischen?) Ver­suchs, Preis und Wert der Ware bürokratisch zu lenken, ist heute der Zer­fall der bürokratisch gelenk­ten Plan­wirtschaft, besiegt vom Kapitalismus.

 

Wie wieder­holen: Der Grund für diese Nieder­lage liegt unser­er Mei­n­ung nach weniger in dem direk­ten Zugriff auf die Rätestruk­turen die in der Wirtschaft­skat­e­gorien regieren sollte (etwa: „den Preis der Ware Arbeit­skraft auf dem Markt leg­en wirwillkür­lich niedriger fest als den Preis ihrer Pro­duk­te”), son­dern mehr in der URSACHE, warum dieser direk­te Zugriff jedes­mal anar­chis­ch­er wurde. 

 

Bürokratis­che Ver­wal­tung in realex­istieren­den Stal­in­is­mus ver­glichen mit Privateigentum

 

Es ist an dieser Stelle wichtig, einen kleinen Exkurs zu machen, der den Unter­schied zwis­chen Ver­wal­tung und Pri­vateigen­tum klärt. 

 

Es geht hier nicht um das „Gefühl”, das die Bürokratie haben kann – etwa sie sei die Besitzerin der Produktionsmittel‑, son­dern um die genaue Klärung, ob sie tat­säch­lich die Pro­duk­tion­s­mit­tel inner­halb der Län­der des Realex­istieren­den Stal­in­is­mus besitzt, unab­hängig sog­ar von ihrem Bewusst­sein davon. 

Zum ersten wollen wir klären, ob die Bürokratie eine Beziehung zu den Pro­duk­tion­s­mit­teln hat, die ver­gle­ich­bar wäre mit der Beziehung der Kap­i­tal­is­ten­klasse zu den Pro­duk­tion­s­mit­teln im Kapitalismus. 

Das ist nicht der Fall! 

der Entschei­dende Unterschied

Betra­cht­en wir, was passiert, wenn ein solch­er, noch nicht verkaufter, noch funk­tion­ieren­der Ex-DDR Betrieb einen Pro­duk­tion­sauf­trag (Stahl liefern) bekommt. 

Konkret, wenn ein früher­er Abnehmer (sagen wir ein Betrieb in der UdSSR) schriftlich Pro­duk­te bestellt. 

Der Betrieb hat also einen Auftrag. 

Er muß zuerst pro­duzieren, dann liefern, und dann bekommt er Geld für die pro­duzierte WAREN die das Betrieb verkauft. 

 

Das Geld, das dieser Betrieb auf diese Art bekommt, wird dafür benützt, Löhne, Rohstoffe, Kosten und eventuelle Schulden zu bezahlen, im Ide­al­falle soll ein Plus bleiben, das dieser Betrieb als „Gewinn” betra­cht­en kann, und mit dem neue Investi­tio­nen finanziert wer­den sollen.

 

Dieses „Gewinn” kann auch einge­set­zt wer­den, um die Löhne der Angestell­ten zu erhöhen. 

 

Wir wollen hier die klas­sis­che Frage, WER über die Ver­wen­dung des möglichen Gewinns entschei­det (eine vom Arbeit­er gewählte bzw. beauf­tragte Finanzierungsleitung oder eine vom Kap­i­tal­is­ten, Besitzer oder der früheren SED-Ver­wal­tung beauf­tragten Abteilung) nicht wiederholen. 

 

De fac­to war tat­säch­lich in der DDR einige Zeit lang sog­ar ein Macht­vac­u­um, das eine organ­isierte rev­o­lu­tionäre Arbeit­nehmer­schaft hätte benutzen kön­nen. Wir wollen aber die reale Entwick­lung analysieren.

 

Zuerst muß dieser Betrieb, der (was Macht ange­ht) in der Grau­zone ist, und der einen schriftlichen Auf­trag (aus der UDSSR) hat, WAREN pro­duzieren, wenn er mit einen Gewinn rech­nen will. 

 

Für die Pro­duk­tion muß der Betrieb aber außer Arbeit­skraft und Maschi­nen ‑wie unqual­i­fiziert bzw. ver­al­tet auch immer- Rohstoffe und Energie zur Ver­fü­gung haben.

 

Das heißt: Auch dann, wenn die Arbeit­er ihren Lohn aus sozialen und poli­tis­chen Grün­den immer noch bekom­men (lassen wir hier das The­ma Lohn­menge und Besitzver­hält­nise zur Seite) braucht dieser Betrieb immer noch Energie, Mate­r­i­al (also kon­stantes Kap­i­tal) und die Qual­i­fika­tion der Arbeiter.

 

Eine zen­trale Ver­wal­tung, die ‑wie früher in DDR-Zeit­en- gut oder schlecht Energie und Mate­r­i­al liefert, hat solche Rohstoffe, Energie, Maschi­nen nicht ein­fach so. 

 

Der Betrieb muß also Energie und Mate­r­i­al als WAREN kaufen, und zwar auf dem kap­i­tal­is­tis­chen Markt in kap­i­tal­is­tis­chen Ausland!. 

 

Vergessen wir nicht, der Betrieb ist nicht verkauft, nicht „repri­vatisiert”!

 

Für diesen Kauf­prozeß braucht der Betrieb Geld. Er hat aber kein Geld! Ins­beson­dere hat er keine „Devisen” also kein kap­i­tal­is­tis­ches Geld!

 

Ein kap­i­tal­is­tis­ch­er Besitzer würde ver­suchen, den nor­malen Weg eines kap­i­tal­is­tis­chen Betriebs zu gehen, er würde einen Kred­it auf der (kap­i­tal­is­tis­chen) Bank beantragen. 

 

Eine bürokratis­che Ver­wal­tung des Betriebs kann einen solchen Kred­it beantra­gen. Es han­delt sich hier um kon­stantes Kap­i­tal, also um Werte, die nicht ver­loren gehen bzw. ver­loren gehen sollten.

 

Nehmen wir an, die kap­i­tal­is­tis­che Bank lehnt einen Kred­it nicht ab. 

 

Für die kap­i­tal­is­tis­che Bank ist die poli­tis­che Sit­u­a­tion beun­ruhi­gend, haupt­säch­lich befürchtet die Bank, daß dieser poten­tielle Kred­it­nehmer den Kred­it nicht zurück­zahlen kann, wenn das Geschäft nicht funktioniert.

 

Endergeb­nis, der Betrieb ‑oder die bürokratis­che Ver­wal­tung- muß der Bank glaub­würdig ver­sich­ern, daß er über die notwendi­gen „Gel­dreser­ven” ver­fügt (entwed­er er hat Geld oder er find­et eine Bürgschaft), oder er kann keine Rohstoffe kaufen, und die Pro­duk­tion find­et nicht statt.

 

Behal­ten wir im Sinn, daß die bürokratis­che Ver­wal­tung kap­i­tal­is­tis­che „Gel­dreser­ven” ‑und wenn es in der indi­rek­ten Form ein­er Bürgschaft ist- braucht, die er von vorn­here­in haben muß.

 

Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, daß das Pro­duk­tion­sziel weit­er ist, einen „Gewinn” in der Form von Geld zu erzie­len, den man nachträglich min­destens teil­weise investieren kann. 

 

Es ändert sich in kein­er Weise, daß die Arbeit­skraft weit­er eine Ware bleibt, daß die Kosten dieser Arbeit­skraft ‑also das vari­able Kap­i­tal- investiert wer­den müßen (anson­sten gibt es keine Prof­i­trate mehr!), und daß das Pro­dukt der Arbeit auf dem kap­i­tal­is­tis­chen Markt verkauft wird.

 

Betra­cht­en wir die Sit­u­a­tion von einem näch­sten Stand­punkt, aus der Sicht der Vari­ante, die meis­tens funk­tion­iert hat. 

 

Wenn sich ein Konz­ern aus dem West­en ‑sagen wir der VW- Konz­ern- einen DDR-Betrieb aneignet, dann eignet er sich das “fixe Kap­i­tal” an (das heißt, die Maschi­nen, die Anla­gen, das Erdeigen­tum also die WERTE) und eignet sich auch die Auf­trags­büch­er (Auch ein WERT) an, in denen mögliche Kun­den zu find­en sind. 

 

Er eignet sich aber auch die Arbeitsverträge an.

 

Was sind das für Arbeitsverträge? Wie haben die Arbeitsver­hält­nisse vor der DDR-Auflö­sung ausgesehen?

 

„Die Werk­täti­gen Massen kon­nten im Rah­men ein­er gegen sie abgeschlosse­nen Kor­po­ra­tion den ablaufend­en arbeit­steili­gen Ver­fü­gung­sprozeß nur punk­tuell und zufäl­lig bee­in­flussen, hat­ten grund­sät­zlich keinen Zugang zu den Stellen, an denen die Fäden zusam­men­laufen, kon­nten also auch nichts Wesentlich­es kontrollieren. 

 

Sie standen dem konzen­tri­erten Staat­seigen­tum nach wie vor „pro­le­tarisch” gegenüber, und da die Gew­erkschaften nicht mehr ihre Assozi­a­tio­nen, son­dern Assozi­a­tio­nen „für sie” waren, waren sie insti­tu­tionell gese­hen macht­los­er als zuvor.”. (R.Bahro, Die Alter­na­tive, S.199)

 

Man kann sich­er nicht von ein­er Beteili­gung der Arbeit­erk­lasse an den Schalt­stellen der Macht, wed­er im Betrieb noch auf Staat­sebene reden. 

 

Ein entschei­den­der Unter­schied ist aber zu bemerken: 

 

Der Käufer von Arbeit­skraft war in der DDR der Staat selbst. 

 

The­o­retisch wäre möglich gewe­sen, daß der Staat als Käufer von Arbeit­skraft einen bes­timmten Kaufver­trag kündigt. 

 

Wenn er aber der einzige Käufer ist, ist die Kündi­gung eines Arbeit­ers gle­ichbe­deu­tend mit einem Todesurteil für diesen Arbeiter.

 

Von woher soll er son­st Geld für den eige­nen Leben­sun­ter­halt bekom­men, wenn kein ander­er Käufer sein­er Arbeit­skraft da ist?

 

Diesem Arbeit­er in der DDR bleibt dann nur eine Wahl: rebel­lieren. Das weiß der Staat, (und zwar aus his­torisch­er Erfahrung!) und deswe­gen muß er ein Repres­sion­sap­pa­rat auf­bauen, das eine mögliche Rebel­lion schwächen kann.

 

Also doch keine neue Klasse!

Die Akku­mu­la­tion von Kap­i­tal ist das Pro­duk­tion­sziel der Bourgeoisie.

Welch­es Pro­duk­tion­sziel soll eine neue Gesellschaft haben, um sich von dieser kap­i­tal­is­tis­chen Gesellschaft zu unterscheiden? 

 

Es genügt nicht, die Pro­duk­tion­s­mit­tel zu enteignen und eine zen­tral­isierte Plan­wirtschaft einzuführen, die Geschichte des Stal­in­is­mus ist ein bit­teres Beispiel dafür.

 

Welche Ziele soll sich eine sozial­is­tis­che Über­gangge­sellschaft stellen? 

 

Auf jeden Fall NICHT wie sich die stal­in­is­tis­che Bürokratie das vorgestellt hat.

 

Solche Vorstel­lun­gen haben den real existieren­den „sozial­is­tis­chen” Stal­in­is­mus in den Bankrott gewirtschaftet. 

 

Es wurde am Ende doch Kap­i­tal akku­muliert, Prof­it max­imiert unter anderem deswe­gen, weil die Welt­ge­sellschaft auf Akku­mu­la­tion von Kap­i­tal aus­gerichtet war und weit­er aus­gerichtet ist.

 

Schlussfol­gerung

 

Wir brauchen also neue, „Räteplan­wirtschaftliche“ Meth­o­d­en für die Kon­trolle der Produktion!

 

Wie hätte eine Räteplan­witrschaftlö­sung (Mod­u­lar­lö­sung) für diesen Fall ausgesehen?

 

Zum ersten hätte die Inge­nieurabteilung in Leipzig ihre eige­nen Meth­o­d­en für die Fes­tle­gung der Frist gehabt, wann der (Pro­dukt) Bericht fer­tig sein sollte.

 

Zum zweit­en wären diese lokal-Räte Meth­o­d­en nicht „irgendwelche Meth­o­d­en” gewe­sen, son­dern „virtuelle” das heisst Schnittstellen-kon­forme Methoden. 

 

Beispiel: Wenn die Inge­nieurabteilung sagt „wir brauchen 3 Inge­nieure 3 Monate lang für die Her­stel­lung der Analyse”, wür­den sie durch diese Aus­sage einen automa­tis­chen Kosten­vo­ran­schlag an das zuständi­ge Finanzierungs“modul“ richt­en, und diese Finanzierungsmod­ul wurde diesen Kosten­vo­ran­schlag im Ernst nehmen. 

 

Der Kosten­vo­ran­schlag bedeutet, daß irgend­wo in der Rätestruk­tur „wir brauchen 3 Inge­nieure” bedeutet immer noch „wir brauchen 3 Arbeit­skräfte mit Inge­nieur-Qual­i­fika­tion”, was wiederum als ein stan­dar­d­isiert­er „Wert-fes­tle­gen” Ver­fahren  (3 Monate, Inge­nieurqual­i­fika­tion) ver­standen würde, etc.

 

Wir haben hier­mit das erste Ele­ment ein­er Kri­tik der stal­in­is­tis­chen Meth­o­d­en, aus der Sicht der Räteplanwirtschaft. 

 

In unserem Beispiel hat die Bürokratie mehrmals auf die PRODUKTIONS – Unter­struk­turen eines Betriebs direkt zuge­grif­f­en ohne sich zu küm­mern ob dort schon Meth­o­d­en  oder Kom­pe­ten­zen gab: 

  • zum ersten auf die Inge­nieurabteilung (die Fris­ten für die Berichter­stel­lung wur­den von der Bürokratie festgelegt),
  • zum zweit­en auch auf den Stahlbe­trieb (die Annahme des Berichts wurde erzwungen)
  • zum drit­ten auf die Bilanz (der Vorge­set­zte nahm die Kri­tik im Betrieb nicht ernst).

 

Sind wir deswe­gen für die „Repri­vatisierung der Indus­trie”, d.h. wollen wir die Gestal­tung der Meth­o­d­en „den Mark­twirtschafts­ge­set­zen” überlassen?

 

Keines­falls. Wir wollen auf einen zweit­en Fehler hin­weisen, den wir auch mit­tels der Räteth­e­o­rie erken­nen kön­nen, der durch eine kap­i­tal­is­tis­che Repri­vatisierung nicht zu ver­hin­dern wäre.

 

Genosse Müller kon­nte näm­lich in unser­er Erzäh­lung keinen Weg find­en, wie er gemein­sam mit dem Inge­nieur eine Art „Ten­denz” oder Kon­troll­funk­tion ausüben kon­nte (für die Alt­sprach­ler: wir erwäh­nen hier die berühmte „Arbeit­erkon­trolle der Produktion”). 

 

Damit kann man einen gemein­samen Fehler bei­der Sys­teme (des kap­i­tal­is­tis­chen und des stal­in­is­tis­chen) erkennen: 

 

Unter­mod­ule für die Pro­duk­tion in bei­de Sys­teme, der kap­i­tal­is­tis­che und der Stal­in­is­tis­che, kön­nen Infor­ma­tio­nen schw­er aus­tauschen, wed­er unter sich, noch nach oben, an über­ge­ord­nete Mod­ule, noch an Unter­mod­ule fremder Mod­ule (im Kap­i­tal­is­mus ist der Trans­fer von „Know How” an die Konkur­renz sog­ar geset­zlich verboten). 

 

Wieso kann im Kap­i­tal­is­mus und im Stal­in­is­mus  ein „Vererbung­sprinzip” oder ein “Ref­eren­zprinzip” nicht angewen­det werden?

 

Es geht hier um eine brauch­bare Def­i­n­i­tion von „virtuellen Meth­o­d­en“ oder schnittstellen-arti­gen Meth­o­d­en, die wed­er die Bürokratie hat­te noch der Kap­i­tal­is­mus hat. 

 

Wenn „Genosse Honeck­er“ „Pro­duk­tion von Stahl” sagt, meint er damit, guten Qual­itätsstahl zu pro­duzieren, der auf­grund der Pro­duk­tion­skosten auf Wel­tebene konkur­ren­zfähig ist. 

 

Würde „Genosse Honeck­er” diese 5% Unbekan­ntes, dieses „tuen sie … das da rein, es wird schon gehen” in Kauf nehmen, wenn er davon wüßte? 

 

Wir glauben nein. Er würde sich selb­st lächer­lich vorkommen.

 

Aber der Vorge­set­zte von Müller tut das. 

 

Der Arbeit­skol­lege von Müller tut es, ohne mit der Wim­per zu zucken. 

 

Für diese Unter­mod­ule ist das Wort „Pro­duzieren” nicht das­selbe wie für „Genossen Honecker”.

 

(Übri­gens würde für Genossen Müller im Kap­i­tal­is­mus die Kon­tak­tauf­nahme mit einem Inge­nieur der Konkur­renz sog­ar Gefäng­nis bedeuten. 

 

Die Preis­gabe von Betrieb­s­ge­heimnis­sen ist eines der größten Ver­brechen in der kap­i­tal­is­tis­chen Wirtschaft. 

 

Wir wieder­holen aber, daß der kap­i­tal­is­tis­che Fall in der näch­sten Broschüre anhand der Treuhandge­sellschaft analysiert wird.)

 

Wir wollen diese „Ver­ständ­nis­lücke” mit unser­er Schnittstellen – Mod­u­larthe­o­rie analysieren. 

 

„Pro­duzieren” bedeutet für die oberen Eta­gen der Bürokratie eine Proze­dur, durch die das Land, die Nation (z.B.) Qual­itätsstahl als Endergeb­nis “zur Ver­fü­gung” hat. 

 

“Zur Ver­fü­gung” heißt für die Bürokratie, wohlge­merkt, daß sie mit diesen Stahl auf der Welt­markt gute Verkauf­spreise erzie­len kann, also Profitmaximierung! 

 

Für einen kap­i­tal­is­tis­chen Betrieb ist das viel direk­ter, „pro­duzieren” bedeutet für einen kap­i­tal­is­tis­chen Betrieb „gewinnbrin­gend produzieren”. 

 

Für Müller und für seinen Arbeit­skol­le­gen bedeutet „pro­duzieren” eben „x Prozent Stahl mit y Prozent Kohle und 5 % von .. ‚dem da’ zu mis­chen”, also die Real­isierung sein­er Arbeit­skraft, die er schon für einen Lohn verkauft hat. 

 

Auch eine „Proze­dur”, die aber mit den Vorstel­lun­gen der oberen Eta­gen der Bürokratie oder ein­er kap­i­tal­is­tis­chen Betrieb­sleitung wenig gemein­sam hat.

 

Es han­delt sich also um METHODEN, die miteinan­der wenig zu tun haben, obwohl sie gle­ich klin­gen („pro­duzieren”).

 

Die METHODE „Qual­itätsstahl pro­duzieren” ist Pro­dukt ein­er bewußten Über­legung, ein­er Strate­gie, sehr oft ein­er poli­tis­chen Strate­gie (die sehr wohl falsch sein kann, wie sie es in der Geschichte der DDR tat­säch­lich war!). 

 

Die METHODE „x Prozent Eisen mit y Prozent Kohle mit 5% von .. dem da” ist ein Pro­dukt von… ja, wovon? 

 

Das ist das Pro­dukt der Entschei­dung eines eingeschüchtertes Indi­vidu­um, und nicht das Pro­dukt eines Produktions-Modul.

 

Diese Mod­u­lar­vorstel­lun­gen erlauben uns hier, die Wurzel der Ide­olo­gie der Bürokratie in der kap­i­tal­is­tis­chen Weltwirk­lichkeit der Prof­it­max­imierung zu finden. 

 

Aber diese neue „Prof­it­max­imierung“ in die Hände der Bürokratie bekommt ein neues, zusät­zlichen Geschmack!

 

Die Bürokratie würde diese let­zte Meth­ode („dem da”) als „Boykott” beze­ich­nen (und z.B. den Vorge­set­zten bestrafen), weil sie annimmt, daß dieser Meth­ode Pro­dukt ein­er Ver­schwörung („des Klassen­feinds”) ist, Pro­dukt also ein­er bewußten Über­legung, eines Plans. 

 

Sie glaubt, daß alle Meth­o­d­en Pro­dukt der Pla­nung sind („Wir sind schon im Sozialismus…”). 

 

Sie hat tat­säch­lich (falscher­weise Zen­tral) geplant mit­tels der Erstel­lung ein­er Meth­ode („die poli­tis­che Lage ‑und die Welt­markt!- erfordert, daß wir erstk­las­si­gen Stahl erzeu­gen…”), und weil sie sich als sozial­is­tis­che Insel inner­halb der kap­i­tal­is­tis­chen Welt ver­stand, kon­nte sie nicht akzep­tieren, daß in ihrem eige­nen Reich die Mark­twirtschafts­ge­set­ze noch gültig waren, sie glaubte deshalb an einen bösen, pla­nen­den „Klassen­feind”, der „unten” im Betrieb wühlte. 

 

Die Annahme, daß die Bürokratie diese Anschuldigung nur „erfand”, ohne selb­st daran zu glauben, läßt unbeant­wortet, wieso „die Bürokratie”, die aus Men­schen beste­ht, auf solche „Erfind­un­gen”, aus­gerech­net auf solche Phan­tasien kom­men konnte.

 

Auf der Betrieb­sebene hat­te aber nie­mand den Boykott geplant. Die „Meth­ode” „x Prozent Eisen mit y Prozent Kohle mit 5% von.. dem da” hat kein bös­er Agent des Impe­ri­al­is­mus geplant. 

 

Diese Meth­ode ist ein Pro­dukt des inter­nen Lebens eines Betriebs und eines jeden sein­er Mitar­beit­er, die im Rah­men von „Ich will weit­er leben” denken, und das als Lohn­ab­hängige und als aus­ge­beutete Klasse, auch im „inneren Reich” der DDR. 

 

Die Meth­ode „das da und ohne mit der Wim­per zu zuck­en”  ist das Pro­dukt ein­er inneren Dynamik auf Betrieb­sebene, die durch den Tatbe­stand des Verkauf der Ware Arbeit­skraft bes­timmt wird, und die Bürokratie ver­ste­ht diese innere Dynamik und diesen Tatbe­stand nicht, auf­grund ihrer stal­in­is­tis­chen Erziehung, die sie glauben läßt, daß im „sozial­is­tis­chen hal­ben Land” die Arbeit­skraft keine Ware sei, und daß das Geld ‑und Ent­gelt- nur „zu Rechen­zweck­en” da wäre.

 

Aus der Sicht der Mod­u­larthe­o­rie betra­chtet, find­et dadurch im Stal­in­is­mus ein schw­er­wiegen­der Fehler in der Hier­ar­chisierung der Mod­ule statt. 

 

Die Zen­tral­bürokratie wollte der „Vor­fahr” aller Betriebe sein (also die Fris­ten, die Pro­duk­tion­szeit­en, die Preise, die Meth­o­d­en dik­tieren) – noch schlim­mer, selb­st und direkt dik­tieren, also auf die Mod­ule direkt zugreifen‑, wollte aber gle­ichzeit­ig der direk­te Nachkomme aller Betriebe sein, weil sie diese Ver­wal­tungs- oder „Vorfahren”-Funktion ver­wech­selte mit dem „Über­bau” (der Staats­macht), sie wollte keine kom­plexere Struk­tur erlauben als sich selbst. 

 


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(@icefirehawk)
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Ich hab mir den Text jet­zt nicht durchge­le­sen, aber das Wort „frei” in „Freie Linke” ist für mich dann doch eher mit der idee des Lib­ertären Sozial­is­mus ver­bun­den, also hat mit Stal­in­is­mus nix zu tun.


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(@andremueller)
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@icefirehawkja, natür­lich nich..-der sozial­is­mus 1.0  typ stal­in war eine Fehlen­twick­lung , weg von der ursprünglichen Idee und ist deshalb gescheit­ert, oder war als 1. Soial­is­mus-ver­such ein­fach 100–200 jahre zu früh , die Wis­senschaft +tech­nik +damit die Arbeit­spro­duk­tiv­ität war noch nich weit genug entwick­elt für eine neues Gesellschaftssystem .

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 Rostlaube
(@Rostlaube)
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„Was ist Stal­in­is­mus” diese Frage kann und sollte jed­er erst mit sich selb­st auswürfeln.

Wenn es Leute gibt die mit Ihren Vorstel­lung davon method­isch und gesellschaftswis­senschaftlich helfen diesen Begriff eine definierte Größe zu geben. Das wäre etwas worauf ich in mein­er über 50 Jahren poli­tis­ch­er Tätigkeit vergebens warte. Auch diese Broschüre haftet nichts anderes an als besten falls  die wis­senschaftliche Begrün­dung sein­er Abnei­gung von etwas was der Autor „Stal­in­is­mus” nennt.

Die 1. Frage müsste laut­en, wieso spricht man von Stal­in­is­mus. Stal­in hat zwar 20 Bände Büch­er ver­fasst, von denen lei­der nur 13 erschienen sind. Diese bein­hal­teten aber keine Lehre oder ein Philosophis­ches Werk. Vielmehr bezo­gen sich seine Schriften auf die dama­lig beste­hende poli­tis­che Sit­u­a­tion und seinem Wirken. Und das zuweilen dur­chaus kri­tisch. Ander­er­seits machte er den auch heute noch gängi­gen Fehler, im Falle der „Juden” Reli­gion­szuge­hörigkeit und Volk­szuge­hörigkeit zu vermengen.

Lei­der muss ich erneut fest­stellen, dass aus welchen Grün­den immer, man es der Per­son Stal­in nicht vergön­nt, die richtige Per­son zur richti­gen Zeit am richti­gen Ort gewe­sen zu sein.


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(@eltabano)
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The­men­starter  

Man müsste nach all den Jahrzehn­ten an eine rig­oros wis­senschaftliche und his­torische wie dann darauf basierende intellek­tuelle Auseinan­der­set­zung zu Stal­in gelan­gen, die nicht in alten Dog­ma­tis­men aller Art ver­haftet ist. Marx­is­tisch im Sinne von kri­tisch und wis­senschaftlich. Dafür müssten sich alle Seit­en bewe­gen, aufraf­fen und sich an eine Erforschung machen.

Eine Linke die das Anti-Stal­in-Par­a­dig­ma ein­fach als Dog­ma akzep­tiert, die wieder­holt genau die schlecht­en Seit­en dessen, was mit Stal­in­is­mus eigentlich kri­tisiert: die Willkürdik­tatur der Partei und Nomenklatura.

Die Linke braucht zwar und hat ihr Dog­ma, aber ihr Dog­ma muss das des Anti­dog­ma­tismus sein.

Diese Auf­satz kön­nte ein guter Aus­gangspunkt für eine offene und nauncierte Debat­te sein:

 

https://ojs.library.ubc.ca/index.php/clogic/article/view/191861

https://ojs.library.ubc.ca/index.php/clogic/article/view/191862

 

Das große Prob­lem ist, dass auch die Linke blind Chr­uschtschew glaubt, der aber sel­ber Stal­in gerügt hat­te, dass dieser zu milde bei den Repres­sio­nen sei.

Vieles in der Geheim­rede ist nicht unbe­d­ingt wahr und dieses Doku­ment ein­er inner­parteilichen Auseinan­der­set­zung zur his­torischen Wahrheit zu verk­lären hat nix mit kri­tis­ch­er Analyse oder Aufar­beitung zu tun.

Genau­so wie Stal­in aufgear­beit­et wer­den muss, muss auch alles anderes aufgek­lärt wer­den usw.

 

Mit kom­mu­nis­tis­chen Grüßen,

Karel


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(@eltabano)
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The­men­starter  

Genau das ist das Prob­lem mit das begriff „Stal­in­is­mus„
Eine Sache sind die Werke und die poli­tis­che Posi­tio­nen von Iosif Vis­sar­i­onovič Džu­gašvili alias Stal­in, und eine andere, wie und wom­it das Wort „Stal­in­is­mus” his­torisch ver­standen wird.

Die poli­tis­che Posi­tio­nen von Iosif Vis­sar­i­onovič Džu­gašvili sind The­ma für Diskussion.

Die INTERPRETATION von solche Posi­tio­nen sind was anderes.
Für Trotzk­isten, stelle euch vor, jemand hört ein Kom­men­tar von Trotz­ki, in Frankre­ich hat er die Posi­tio­nen der dama­li­gen Anhänger bezüglich Leon Blum… Hat so etwas geschrieben wie „unsere mit­glieder soll­ten zuerst ler­nen, wie man Masse­nar­beit macht” in ein klar­er Kon­text von gen­ervt sein von Sek­tier­er…
Und dann entste­ht das ganze Unsinn von Entris­mus … siehe Michael Pablo, etc…

Oder die Sek­ten die immer ein Auf­satz von Gott Trotz­ki nehmen… etc…

Schreck­lich.
Das ist auch mit Iosif Vis­sar­i­onovič Džu­gašvili passiert. Heute liest niemend die Originale… 

Lies bitte die Originale!!!


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(@eltabano)
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The­men­starter  

Ich finde das Resul­tat erstaunlich dünn für so einen lan­gen Beitrag zur Frage des Wesens des „Stal­in­is­mus”. Es ist im Grunde reine Polemik. Deshalb erlaube ich mir auch polemis­che Bemerkungen.

 

Was ist Stal­in­is­mus? Bürokratismus.

Was ist Bürokratismus? Stalinismus.

 

Wir haben also eine Gle­ichung zweier poli­tis­ch­er Kampfbegriffe.

Was dahin­ter ste­hen soll erfährt man nicht.

 

Auf die Geschichte der Sow­je­tu­nion wird gar nicht ein­gan­gen. So herrscht klar Stal­in­is­mus zu Stal­ins Zeit­en, aber auch dann als mit Chruch­schow die Anti­stal­in­is­ten die Macht über­nom­men hat­ten. Und freilich lange nach Stal­ins Tot und der Über­nahme der Macht durch seine Geg­n­er. Sog­ar jet­zt gibt es ihn noch über­all und er muss in alle Ewigkeit bekämpft werden.

So bleibt es doch sehr rät­sel­haft, worauf der Begriff über­haupt verweist.

Es scheint ein rein polemis­che Ver­wen­dung. Über­all, wo gewis­sen Grup­pen nicht an der Macht sind, herrscht Stal­in­is­mus oder Bürokratismus, den Trotz­ki ja schon Lenin vor­warf, als er nicht mehr in den eng­sten Zirkeln der Macht war.

So reift die Ver­mu­tung tat­säch­lich, dass es nichts als ein rein­er polemis­ch­er Kampf­be­griff ist, denn auf die tat­säch­liche Geschichte wird ja nicht eingangen.

Was macht man mit den Forschun­gen von Arch Get­ty, der die „Großen Säu­berun­gen” als verzweifelte Tat der Parteiführung inter­pretiert (wohlge­merkt auf­grund von his­torischen Unter­suchun­gen), mit Hil­fe der Basis gegen die Bürokratisierung vorzugehen.

Ist Stal­in und die Parteiführung dann nun doch antistalinistisch?

Und wie wer­den Anti­stal­in­is­ten wie Chruch­schtow dann wieder zu stal­in­is­tis­chen Bürokraten?

Irgend­was scheint in dieser Gle­ichung nicht aufzugehen…zumindest als Grund­lage his­torisch­er Analyse scheint sie völ­lig ungeignet, da sie nur Blendw­erk über die Geschichte legt.

Was aber wäre der Stal­in­is­mus, wenn er kein polemis­ch­er Kampf­be­griff ist, tat­säch­lich, das scheint doch sehr unklar bis jetzt.

 


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(@andremueller)
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@karel

Chr­uschtschow war jahre­lang Mit­täter, aber später bekam das grosse Ver­di­enst der Abrech­nung mit der Stal­inzeit in sein­er berühmten Geheim­rede.., Weil er Angst hat­te, deshalb selb­st umge­bracht zu wer­den  , schick­te er erst Miko­jan vor , um die Stim­mung der Delegierten zu testen..

viele in dem Sys­tem waren gle­ichzeit­ig Täter und Opfer

 

 

meine Mei­n­ung: ein­fach gesagt, war Stal­in­is­mus (und auch der Mao­is­mus ) ein Irrweg der geschichte, und der Geschichte der LInken/sozialistischen Bewe­gung , der unter de konkreten his­torischen Bedin­gun­gen der dama­li­gen Zeit ent­stand, viele­icht auch deshalb, weil es aus Grün­den der Pro­duk­tivkraften­twick­lung ein­fach noch his­torisch zu früh für den wahren Sozial­is­mus war..und deshalb diese Degen­er­a­tion ent­stand ‑dazu gibt es grosse Diskus­sio­nen , ..Kann sein , dass alles einen anderen , besseren Weg genom­men hätte, wenn sich die Strö­mung der „Linken Oppo­si­tion ” wie Trotz­ki u.a. damals durchge­set­zt hätte , sich­er ist das aber nicht u. Spekulation

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(@andremueller)
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@karel

 

naja, ich glaube ‚daraus ist alles wahr..

aber selb­st , wenns nur die Hälfte wäre , wäre es schon eine Wahnsinns-Katas­tro­phe u.Verbrechen

das psy­chol­o­gisch ver­heerende an der Stal­in-Zeit 1924- 1953 ist ja nich­mal primär die Zahl der Morde, son­dern, dass es die EIGENEN Leute waren, die ver­nichtet wur­den.., ver­di­ente Genossen, die begeis­tert von der Sache waren und sich voll dafür einge­set­zt hat­ten , sowas ist unverzeilich

deswe­gen haben sind auch viele ehe­ma­lige Kom­mu­nis­ten abgewen­det oder sind wieder zur Sozialdemokratie


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 Joe
(@joe)
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@andremueller und an alle!

Ihr soll­tet euch erst mal über Stal­in informieren. Dazu nimmt man ide­al­er­weise ein Buch/Biografie in die Hand das von ein­er kom­mu­nis­tis­chen Partei emp­fohlen wird. Das ist u.a. Ger­hard Schne­hen – Stal­in. Eine marx­is­tis­che Biografie.

Stal­in war stets Marx­ist-Lenin­ist. Der Begriff ‚Stal­in­is­mus’ wurde schon von Nazis des 3. Reichs erfun­den und wer Linker/Kommunist sein will sollte diesen Begriff auch nicht verwenden.

Die Sto­ries die hier teils zitiert wur­den sind Lügengeschicht­en von densel­ben und die später im Kalten Krieg über­nom­men wurden.

Die ange­blichen Toten Stal­ins waren Tote von Jeshow und Jago­da, bezahlte Spi­one von Polen und dem Deutschen Reich. Als ihre Ver­brechen schließlich ent­deckt wur­den bestrafte man sie mit dem Tod. Und es bringt nichts diese Opfer­zahlen hochz­u­fan­tasieren. Lest also das obige Buch denn der Pro­pa­gan­da von Wikipedia, kap­i­tal­is­tis­chen Schul­büch­ern, ÖR-Medi­en usw sollte man nie blind vertrauen.

Begin­nt hiermit:

https://sascha313.wordpress.com/2014/12/18/andrea-schon-geschichtslugen-fundamente-des-anti-stalinismus/

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