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Freie Linke allgemeine Diskussion


(@eltabano)
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s.o.


Zitat
(@daydrow)
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Heyho, ich bin ganz neu hier. Hab mir ger­ade den Text „Warum hat die Linke in der Coro­n­akrise ver­sagt?“ durchge­le­sen. Finde das gut, teile das meiste davon. Nur an ein­er Stelle bin ich etwas Stock­en ger­at­en und würde dazu gern was schreiben.

Linke leben ihr Gut­men­schen­tum häu­fig durch Engage­ment in NGOs etwa gegen die Kernen­ergie, gegen das CO2 oder für Flüchtlinge aus. Die von ihnen durchge­set­zten Forderun­gen gehen heute meis­tens auf Kosten der weniger priv­i­legierten Men­schen dieser Gesellschaft. Beispiele:

  1. Aus ein­er irra­tionalen Strahle­nangst her­aus haben die Linken den Atom­ausstieg und die Energiewende durchge­set­zt. Aus der Abschal­tung der Kernkraftwerke fol­gte der Aus­bau der so genan­nten erneuer­baren Energien. Für jedes abgeschal­tete Kernkraftwerk müssen als Ersatz 5.000 (!) Wind­kraftan­la­gen gebaut wer­den. So sieht die BRD an vie­len Stellen inzwis­chen auch aus. Die Post­ma­te­ri­al­is­ten haben also trotz ihres Ökol­o­gis­mus ein Naturver­nich­tung­spro­gramm von his­torischen Aus­maßen zu ver­ant­worten und zugle­ich die höch­sten Strompreis in Europa. Die neg­a­tiv­en Fol­gen bekommt diese Gruppe aber nicht mit, da sie sich im All­t­ag kaum jemals aus ihren Szenevierteln der Großstädte hin­aus­be­wegt und auch ihren Urlaub niemals in Inland ver­bringt, son­dern an exo­tis­chen Loca­tions, wo es keine Wind­kraftan­la­gen gibt. 

  2. Aus der kos­mopoli­tis­chen Grund­hal­tung der Post­ma­teriellen fol­gt die Forderung, dass die BRD möglichst viele Flüchtlinge aufnehmen solle. Die BRD als reich­es Land müsse sich dies leis­ten. Sie habe als Indus­trieland eine Verpflich­tung dazu. Nur: Der Zus­trom an Flüchtlin­gen übt einen hohen Druck auf den Woh­nungs- und Arbeits­markt aus. Allerd­ings nicht in den Seg­menten der Post­ma­teriellen. Allein schon die hohen Mieten in den Szenevierteln ver­hin­dern zuver­läs­sig, dass dort Migranten ansäs­sig wer­den. Oder dass dort die eige­nen Kinder allzu häu­fig mit Migrantenkindern in Kon­takt kom­men oder etwa gemein­sam eine Schule besuchen. Da hat Mul­ti-Kul­ti sehr schnell Gren­zen. Bei ihren Aktiv­itäten ignori­ert diese Gruppe auch vol­lkom­men, dass die Ret­tung einzel­ner Men­schen an den ungerecht­en Struk­turen der neolib­er­al aus­gerichteten Weltwirtschaft nicht das Ger­ing­ste ändert. Ganz im Gegen­teil ver­schär­fen enthu­si­astisch gefeierte Organ­i­sa­tio­nen wie die EU ständig die weltweite Aus­beu­tung und damit auch die Fluchtbewegungen. 

  3. Aus dem Kli­mawan­del fol­gt für die Post­ma­teriellen die CO2-Steuer als All­heilmit­tel. Diese wird vor allem das Aut­o­fahren sehr ver­teuern. Davon ist diese Schicht aber nur wenig betrof­fen, da man in Innen­stadtvierteln lebt und viele Ziele zu Fuß oder mit dem ÖPNV erre­ichen kann. Das Auto braucht man in Großstädten wie Berlin viel weniger als Men­schen, die in Kle­in­städten oder auf dem Land leben und häu­fig lange Streck­en zu ihrem Arbeit­splatz pen­deln müssen. 

Diese Leute ärg­ern sich immer stärk­er über die Arbeit­erk­lasse und die alte Mit­telschicht wegen ihrer ange­blichen Halsstar­rigkeit und Kleinkari­ertheit, Borniertheit und trä­gen Dummheit. Trotz aller Erziehung im Fernse­hen, das zum Beispiel behar­rlich und mitlei­dsvoll über Flüch­t­ende berichtet und dem alltäglich sich aus­bre­i­t­en­den Spin der Tageszeitun­gen wollen sie ein­fach nicht von ihren „Vorurteilen“ lassen.

Hierzu möchte ich zwei Punk­te anmerken.

Zum einen kann ich aus eigen­er Erfahrung sagen, dass die Arbeit­erk­lasse im konkreten, per­sön­lichen Kon­text viel weniger frem­den­feindlich ist, als all­ge­mein pos­tuliert. Da wird zwar gern mal, wenn es ums große Ganze geht und um Poli­tik, über Flüchtlinge disku­tiert. Aber der nicht biodeutsche Kol­lege, wird zunächst mal als das gese­hen, näm­lich als Kol­lege. Da kön­nen selb­st eher latent ras­sis­tis­che Leute oft nicht vor ihrer eige­nen Men­schlichkeit zurück­ste­hen, wenn es darum geht, den Kol­le­gen zu vertei­di­gen. Ok, gibt mal nen blö­den Witz, aber „ist ja alles nur Spaß“. Die meis­ten sind aber sog­ar richtig entspan­nt und haben eine sehr weltof­fene und fre­undliche Ein­stel­lung zu Men­schen aus anderen Län­dern. Aber hey, das ist wirk­lich nur sub­jek­tiv, kann natür­lich in der Masse falsch sein.

Zu anderen bin aber der Mei­n­ung, dass in dem Text, „die Forderung, dass die BRD möglichst viele Flüchtlinge aufnehmen solle.“ und „dass die Ret­tung einzel­ner Men­schen an den ungerecht­en Struk­turen der neolib­er­al aus­gerichteten Weltwirtschaft nicht das Ger­ing­ste ändert.“ zu leicht­fer­tig und ober­fläch­lich abge­han­delt wird. Vielle­icht ver­ste­he ich es auch falsch, aber wir sind uns doch hof­fentlich einig darüber, dass dem Einzel­nen geholfen wer­den muss, unab­hängig von der Sys­tem­frage. Der einzelne Flüchtling kann näm­lich auch nichts für die Weltwirtschaft. Im Gegen­teil ist es eine logis­che Kon­se­quenz, dor­thin zu gehen, wo es weniger schlimm ist. Und das auch expliz­it, wenn es sich „nur“ um wirtschaftliche Beweg­gründe han­delt. Genau das ist für mich ein Teil des Fram­ings. „Wirtschaftliche Gründe“ sind ja auch, dass ich nicht zu fressen hab oder nicht zur Schule gehen kann oder keinen Wohn­raum hab. Aus neolib­eraler Sicht ist eh alles wirtschaftlich begrün­det. Das ist ja das Prob­lem.
Der „einzelne Men­sch“ ist für mich, als Anar­chist, allerd­ings immer der Aus­gangspunkt. Die Sys­tem­fra­gen kön­nen wir nicht lösen, wenn wir den einzel­nen dabei vergessen. Das führt regelmäßig zu autoritärem oder tech­nokratis­chen Denken und Han­deln.
Natio­nen sind his­torisch begrün­dete Struk­turen, die zuallererst der herrschen­den Klasse nutzen. Wenn diese herrschende Klasse jet­zt beschließt, dass wir alle glob­al wer­den sollen, dann tut sie das nicht aus Men­schen­liebe, son­dern um die nationalen Struk­turen durch noch größere zu erset­zen, gepaart mit ein­er immer weit­eren Aus­lagerung der Recht­sprechung in transna­tionale Organ­i­sa­tio­nen (BIZ, ISDS usw.). Aus anar­chis­tis­ch­er Sicht, zumin­d­est mein­er, ist allerd­ings genau das Gegen­teil das, was passieren müsste: Dezen­tral­isierung, direk­te Beteili­gung, genossen­schaftliche Struk­turen, eben weg von diesen gigan­tis­chen Machtphantasien. 

Jed­er Men­sch sollte sich frei auf dieser Erde bewe­gen dür­fen. Es gib keine rechtliche oder moralisch Grund­lage, Men­schen in imag­inäre Recht­sräume (Natio­nen) einzus­per­ren. Jed­er Flüchtling, jed­er Migrant oder auch nur Reisender, welch­er nach Deutsch­land will, sollte das dür­fen. Für die Flüchtlinge ist das nur eben kein Spaß, da geht es oft um die Exis­tenz.
Ich ver­ste­he, dass es in der aktuellen Sit­u­a­tion ein Prob­lem ist, wenn Mil­lione Men­schen sich auf den Weg machen, keine Frage. Das ist nicht nur ein Prob­lem für die Ziel‑, son­dern auch für die Herkun­ft­slän­der. Von daher finde ich die Debat­te darüber wichtig. Fram­ings, die darauf abzie­len die Debat­te zu vergiften, indem eigentlich gemäßigte Leute zu „Nazis“ erk­lärt wer­den, nur weil sie die (offen­sichtliche) soziale Frage in dem Zusam­men­hang stellen sind abzule­hen und zu bekämpfen. 

Vielle­icht kön­nt ihr das etwas aufk­lären. Würde mich freuen.

Keine Ahnung, ob der Beitrag an dieser Stelle passt. Hab nicht so den per­fek­ten Thread gefun­den dafür. Eigentlich wäre der Text „Warum hat die Linke in der Coro­n­akrise ver­sagt?“ einen eige­nen Thread wert, oder? Aber, wie gesagt, bin ganz neu hier. Vielle­icht hab ich es nur nicht gefunden.


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 Joe
(@joe)
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@daydrow Ja da ste­ht auch Unsinn dabei. Ein AKW erzeugt 10 TWh/a, eine mod­erne WKA 10–20 GWh/a. Auf die 5000 kommt man also erst wenn man in die Ver­gan­gen­heit reist als WKA weniger Leis­tung hat­ten. In eini­gen Jahren wirds noch anders aussehen.

Das Flüchtling­sprob­lem muß man an der Wurzel anpack­en. Das ist die impe­ri­al­is­tis­che Poli­tik der NATO-Län­der u.a. mit Kriegen, aus­beu­ter­ischen inter­na­tionalen Konz­er­nen, Steuer­paradiesen die das Geld aus Entwick­lungslän­dern abziehn, Sank­tio­nen usw.

Außer­dem ist es der Bour­geoisie sehr recht wenn Flüchtlinge kom­men. Sie drück­en die Löhne, sie steigen die Nach­frage dank den Hil­fen vom Staat mit dem Steuergeld des Volks (die Bour­geoisie zahlt dank Steuer­paradiese kaum/keine Steuern) und das Beste: Sie spal­ten das Volk. Zudem wollen sie weit­er an Kriegen, bil­li­gen Rohstof­fen und Sklave­nar­beit verdienen.

Wir soll­ten uns an der DDR, Sow­je­tu­nion und Kuba ori­en­tieren. Helfen vor­rangig vor Ort, auch mit Waf­fen­liefer­un­gen und Mil­itär­ber­atern an eine fortschrit­tliche Oppo­si­tion. Wie zB damals in Angola.

Vergiß den Anar­chis­mus, lies was Lenin oder Marx dazu sagte. Solange es kap­i­tal­is­tis­che Staat­en gibt geht das sowieso nicht. Sie müssen nur Mio Flüchtlinge erzeu­gen, wenn der sozial­is­tis­che Staat diese alle blind aufn­immt ist er schnell kaputt.

Frei weltweit bewe­gen funk­tion­iert nur im Kom­mu­nis­mus, also wenn es weltweit keine kap­i­tal­is­tis­che Staat­en mehr gibt.

 

 


Nico­Sued­West gefällt das
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(@eltabano)
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@daydrow

Müsste vielle­icht in die Kom­mentare unter den artikel oder wende dich direkt an den Autor.

Ich weiße den Autor auf deine Rep­lik hin, vll. meldet er sich ja hier.


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(@daydrow)
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@karel

Ich hat­te beim ersten mal lesen gedacht, das sei ein Text von der freien Linken all­ge­mein und nicht ein Blog­beitrag eines Autors.
Deshalb hat­te ich das auch nicht wiederge­fun­den und dann hier darauf geant­wortet. War also heup­säch­lich erst mal ein Missverständnis.

Kann man das dahin verschieben?


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(@eltabano)
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@daydrow: Das was du forder­st, ist logisch unmöglich. Die BRD kann nicht alle armen Men­schen der Welt aufnehmen. Selb­st bei ein­er Ver­dop­pelung der Bevölkerungszahl sinkt der Lebens­stan­dard hierzu­lande in etwa auf das Niveau des Heimat­landes der Flüchtlinge. Dabei wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein und an der weltweit­en Armut ändert sich über­haupt nichts. Dage­gen wird hier eine mas­sive neue Armut geschaf­fen. Von den ökol­o­gis­chen Auswirkun­gen ein­er solchen abse­hbaren Über­bevölkerung gar nicht zu reden.

Wer den Armen dieser Welt helfen will, muss die neolib­erale Poli­tik der eige­nen Regierung bekämpfen und dafür sor­gen, dass eine andere Poli­tik gefahren wird. Dann bestünde die Möglichkeit, dass diese pro­gres­sive Regierung den Men­schen nach­haltig vor Ort hil­ft, vor allem durch eine Indus­tri­al­isierung. Das schafft dort und hier Arbeit­splätze und führt ins­ge­samt zu einem steigen­den Wohl­stand. Nur so lässt sich die weltweite Armut effek­tiv bekämpfen. Das wäre wahrer Internationalismus.

Es ist auch nicht einzuse­hen, warum du ein Recht auf Migra­tion über alle anderen in UNO-Verträ­gen fest­gelegten poli­tis­chen und sozialen Rechte stellst. Eine unkon­trol­lierte Migra­tion würde alle diese Rechte gefährden. Eine glob­ale Nieder­las­sungs­frei­heit ist nur dann möglich, wenn auf der ganzen Erde ver­gle­ich­bare Lebens­be­din­gun­gen herrschen. Son­st ist es eine reak­tionäre Utopie.

Natio­nen sind auch keine Kon­struk­te im Inter­esse der herrschen­den Klasse, son­dern reale Gemein­schaften, basierend auf ein­er gemein­samen Sprache, Kul­tur, Geschichte etc. Sie sind die Are­na, auf der die Klassenkämpfe aus­ge­tra­gen werden.

@Joe: Bei deinem Ver­gle­ich zwis­chen Kernkraftwerk und Wind­kraftan­la­gen gehst du davon aus, dass diese Wind­kraftan­la­gen an 365 Tagen mit voller Kraft arbeit­en. Das tun sie aber mit­nicht­en. Die instal­lierte Leis­tung ein­er WKA sagt über ihre reale Leis­tung gar nichts aus.


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(@nicosuedwest)
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Meine Frage ist wie ste­ht die FL zur Genossin Sahra Wagenknecht und ihren linken Standpunkten?


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(@scilla)
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@nicosuedwest

 

sie hat im Auf­ste­hen-Forum ver­säumt, kurze, klare Texte mit Inhalt zu veröf­fentlichen und den Foren-Mach­ern in den Arsch zu treten

Auf­ste­hen war so lei­der nur ein marketing-Gag

 

es wurde dort über­haupt nicht über The­menge­bi­ete disku­tiert, um dadurch etwas zu entwick­eln, was in ein Parteipro­gramm ein­fließen könnte

son­dern die Vorschläge wur­den abgewiegelt und die Auf­ste­her vor den Kopf gestoßen

 

 

 

 

Diese r Beitrag wurde geän­dert Vor 4 Monat­en von scil­la

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(@scilla)
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ich war sein­erzeit im Auf­ste­hen-Tre­f­fen in Geis­lin­gen (Schwäbis­che Alb)

und die Leute dort waren mehrheitlich Men­schen, die ursprünglich grün gewählt haben (gegen Aufrüs­tung in den 80ern), dann zu links umgeschwenkt sind (Lafontaine), mit­tler­weile aber auch dort nicht mehr glück­lich waren

es nützt nichts, diese Men­schen mit fun­da­men­tal­is­tis­chen kom­mu­nis­tis­chen Argu­menten von anno tobak gewin­nen zu wollen, denn wir Auf­ste­her waren mehrheitlich keine Religionshasser

Diese r Beitrag wurde geän­dert Vor 4 Monat­en von scil­la

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(@scilla)
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sys­tem­rel­e­vant scheint ja sowieso zu sein, daß das christliche Ele­ment (unser Kul­turkreis) von poli­tisch recht­en (kon­ser­v­a­tiv-reak­tionären) Parteien beset­zt wird

eine christliche Linke würde wohl das Sys­tem sprengen

(dazu müssten aber die Plan­wirtschaftler, die Dik­tatur des Pro­le­tari­ats-Anhänger, die Kul­turz­er­stör­er, die Reli­gion­shas­s­er … verschwinden

es wür­den dann 30 Prozent bei ein­er Bun­destagswahl winken)

Diese r Beitrag wurde geän­dert Vor 4 Monat­en von scil­la

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(@nicosuedwest)
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@scilla ich war sein­erzeit Mit­grün­der von Auf­ste­hen Stuttgart, bin aber nach einiger Zeit wieder raus, u.a. Da auf­ste­hen von Kar­ri­eregeilen und Kipp-Riex-Fol­gern von Anfang an unter­graben wurde. Ich admin­istriere mit anderen derzeit eine der zahlre­ichen Sahra Wagenknecht Grup­pen auf FB


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(@daydrow)
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@jan-mueller

Veröf­fentlicht von: @jan-mueller

Die BRD kann nicht alle armen Men­schen der Welt aufnehmen.

Das hab ich nir­gend­wo gefordert. Aber selb­st wenn, die BRD ist mir her­zlich egal. Rein­er Zufall, in welchem Land man geboren ist. Du siehst das aus ein­er sehr nation­al­is­tis­chen Sicht. Nation sind in erster Lin­ie Kon­struk­te und eben nicht ein­heitlich in Sprache und Kul­tur. Dafür gibt es unzäh­lige Beispiele. Ich ver­ste­he nicht, wie man der Idee der Nation so anhän­gen kann. 

Veröf­fentlicht von: @jan-mueller

Es ist auch nicht einzuse­hen, warum du ein Recht auf Migra­tion über alle anderen in UNO-Verträ­gen fest­gelegten poli­tis­chen und sozialen Rechte stellst. Eine unkon­trol­lierte Migra­tion würde alle diese Rechte gefährden. Eine glob­ale Nieder­las­sungs­frei­heit ist nur dann möglich, wenn auf der ganzen Erde ver­gle­ich­bare Lebens­be­din­gun­gen herrschen. Son­st ist es eine reak­tionäre Utopie.

Das ist schon ganz schön unver­schämt, diese Utopie als reak­tionär zu beze­ich­nen. Wo habe ich denn das Recht auf Migra­tion über alles andere gestellt? Müssen wir hier jet­zt echt darüber disku­tieren, ob Men­schen flücht­en dür­fen? Jet­zt fehlt ja eigentlich nur noch, dass du die im Mit­telmeer ertrinken lassen willst, als Abschreck­ung, damit nicht noch mehr kom­men?
Es gibt auch so etwas wie Men­schen­rechte. Wenn über­haupt ste­hen die über allem. Men­schen­rechte gel­ten für alle Men­schen gle­icher­maßen, nicht nur für Deutsche oder Europäer. Du sagst ja, die Soma­lier sollen erst mal seinen eige­nen Klassenkampf machen und wenn die Deutschen dann auch mal soweit sind, dann dür­fen die kom­men. Oder wie?

Was ist denn an der Ein­stel­lung links? Das ist doch eine ganz typ­isch nation­al­is­tisch-völkische Betra­ch­tung. Außer­dem ist sie men­schen­feindlich, da du die indi­vidu­elle Not der Men­schen völ­lig aus­blend­est und stattdessen das Kon­strukt der Nation als Maßstab nimmst. Ich kann jeden Flüch­t­en­den ver­ste­hen und ich habe über­haupt keine Prob­lem damit, wenn die halbe Welt herkommt. Dass ich deutsch bin, ist Zufall, da hab ich nichts für getan. Wenn Men­schen irgend­wo auf der Welt, die Entschei­dung tre­f­fen, sich auf den Weg zu machen, ist das ihr gutes Recht.


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