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Lebensgemeinschaften


(@eltabano)
Mitglied Admin
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 27
Themenstarter  

Verschiedene Formen, zusammen zu leben.


Zitat
(@tobiastenhaef)
Mitglied Moderator
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 3
 

Ich möchte gerne einmal kurz an einem Beispiel skizzieren, wie ich politische Toleranz unter freien Linken verstehe. Das Beispiel der sog. Homosexualität ist dabei ein sehr gutes:

Wir haben folgende Situation (o. B. d. A. zu verstehen):

Eine Frau begehrt Frauen.

Freie Linke sagen dazu: Das ist ihr gutes Recht, denn sie schadet damit niemandem, nicht einmal sich selbst. Mit allen Menschen, die dieser Aussage nicht zustimmen, beende ich persönlich erstmal das Gespräch. Wenn ich Zeit und Lust habe, nehme ich solche Menschen vielleicht bei Gelegenheit mal an die Seite und führe ein hoffentlich konstruktives Gespräch mit ihnen, idealerweise bei einem Glas Bier in einer gemütlichen Kneipe.

Einige freie Linke mögen weiter sagen: Die Frau hat noch zusätzlich ein Recht darauf, Frauen zu begehren, weil sie so geboren wurde, und es ihr erheblichen Schaden verursachen würde, diese Anlage zu unterdrücken. Es ist ungerecht, Menschen dazu zu zwingen, ihre natürlichen Anlagen zu unterdrücken, sofern diese natürlichen Anlagen niemanden schaden, nicht einmal die Person selbst, besonders dann, wenn die Unterdrückung der natürlichen Anlagen die Person schädigen würde.

Andere freie Linke mögen weiter sagen: Die Frau hat noch zusätzlich ein Recht darauf, Frauen zu begehren, weil sie das freiwillig so gewählt hat. Es ist ungerecht, Menschen an der Ausübung einer frei gewählten Lebensart zu hindern, wenn diese Lebensart niemand anderen schädigt, nicht einmal die Person selbst.

Diese beiden Positionen können meiner Meinung nach unbedenklich nebeneinander koexistieren. Bei Bedarf kann über die meisten "Nurture-vs.-Nature"-Debatten in gemeinschaftsstiftender Diskussion ad nauseam gestritten werden, idealerweise bei einem Glas Bier in einer gemütlichen Kneipe. Meine Erfahrung ist: am Ende fast aller wissenschaftlichen "Nature-vs.-Nurture"-Debatten steht das salomonische Urteil: "It's a bit of both."

Über solche Fragen sollten wir es auf gar keinen Fall zu einem Schisma kommen lassen. Solange wir am Ende gemeinsam dafür kämpfen, dass "die Freiheit jedes einzelnen die Bedingung der Freiheit aller" sein kann, ist alles gut.


AntwortZitat