Lauterbach: „Ampel“ macht Guru des Panikorchesters und Garanten für Spaltung und Faktenignoranz zum Minister

von Susan Bonath

SPD-Alarmist Karl Lauterbach ist neuer Gesundheitsminister. Seine Fangemeinde jubelt. Doch der Gesundheitsökonom ist seit Pandemie-Beginn das Sinnbild schlechthin für Fehlprognosen, Alarmismus und die Spaltung der Gesellschaft in Gläubige und Ungläubige.

Die „Ampel“-Koalition hat es wirklich getan: Der Dirigent des Corona-Panikorchesters und Chef-Twitterer meist als falsch erwiesener Horror-Prognosen schlechthin, Dauer-Talkshow-Gast Karl Lauterbach (SPD), ist deutscher Gesundheitsminister. Während die Anhänger der Corona-Apokalypse die Erhebung ihrer Kultfigur frenetisch feiern, reibt sich so mancher kritische Geist den Kopf: Ist das wirklich deren Ernst? Ja – und doch ist es nur folgerichtig. Keiner verkörpert den Kultcharakter der offiziellen Pandemie-Erzählung so übersteigert wie Lauterbach. Eine Glaubensgemeinschaft bekommt ihren Guru.

Fehlprognosen und Panikmache in Dauerschleife

Seine Berühmtheit hat der SPD-Politiker, Pharma-Lobbyist und studierte Gesundheitsökonom Lauterbach der Pandemie zu verdanken. Kaum eine Talkshow im Fernsehen kommt seither ohne ihn aus, sein Twitter-Profil ist schneller zum virtuellen Versammlungsort seiner Anhängerschar mutiert, als es das Coronavirus SARS-CoV-2 jemals schaffen könnte.

Im Mai 2020 warnte er dort zum Beispiel vor jedweder Abkehr von den strengen Grundrechtseinschränkungen, genannt „Corona-Regeln“, und prognostizierte 250.000 COVID-Tote. Einen Monat zuvor hatte er bei Markus Lanz in der ARD vor 100.000 unter 60-jährigen Corona-Opfern gewarnt und diversen Zeitungen, wie hier der TAZ, von einer „schrecklichen Pandemie“.

Aus seinen für 2020 vorhergesagten 250.000 Corona-Toten wurden am Jahresende knapp 34.000 Tote, davon verstarb ein unbekannter, wahrscheinlich großer Teil nur mit, nicht an dem Virus. In dieser bis heute fortgesetzten unklaren Zählweise erfasste das Robert-Koch-Institut (RKI) etwa 1.300 Sterbefälle von unter 60-Jährigen im vergangenen Jahr, die zuvor positiv getestet worden waren. Das Medianalter der Verstorbenen lag mit 84 Jahren über dem durchschnittlichen Sterbealter in Deutschland.

Doch Fehlprognosen wie am Fließband hin oder her: Das ficht den neuen Gesundheitsminister nicht an. Noch am 4. Dezember trommelte er für FFP-2-Masken für Kinder im Unterricht und warnte vor einem „extrem hohen Ansteckungsrisiko“ für die Kleinen, falls sie sich nicht daran hielten .
Dass die Auswirkungen stundenlangen Maskentragens auf Kinder bis heute nicht geprüft wurden: Nebensache.

      Angela Spelsberg, Wissenschaftlerin und Ex-Frau des neuen Gesundheitsministers Karl Lauterbach, fand schon 2013 klare Worte

Omikron- und „Long-Covid“-Hysterie

Am gleichen Tag rügte Lauterbach den Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI, Thomas Mertens, für seine Ablehnung einer allgemeinen Impfpflicht, „und das mitten in der 4. Welle und vor Omicron“ sowie „in Anbetracht der vielen Toten ohne (Anm. d. Autorin: ohne Impfplicht)“.  Zwei Tage zuvor hatte er über die angebliche Gefährlichkeit der Omikron-Variante getwittert, obwohl es sich nach bisherigen Erkenntnissen wohl um die zwar ansteckendste, aber mildeste SARS-CoV-2-Variante handelt

Lauterbach denkt nicht daran, frühere Fehlprognosen zurückzunehmen. Unbeirrt mahnt er vor „dramatischen Long-Covid-Erkrankungen“ bei Kindern, obgleich eine erste Studie kein Alarmsignal sieht und längeres Unwohlsein auch andere Ursachen haben könnte. Zu den weiteren hartnäckigen Thesen des SPD-Mannes gehört seine Annahme, dass COVID-19 „auch bei leichteren Verläufen“ auf´s Gehirn schlage. Dafür hatte er schon zu Beginn der Pandemie reichlich Kritik von Fachmedizinern einstecken müssen.

Die Liste der Lauterbachschen Apokalypse-Visionen und fragwürdigen Zirkelschlüsse in der Vergangenheit ließe sich fast unendlich fortsetzen. Man wundert sich daher nicht, könnte aber durchaus Angst vor Lauterbachs ersten „Corona-Prognosen“ als Minister bekommen: Die Pandemie werde „länger dauern als viele denken“. Das klingt wie eine politische Drohung – und es ist wohl auch eine.

„Drama“ auf wackeliger Grundlage

Die Lauterbach-Thesen stellen die Regierungserzählung der Pandemie in zugespitzter Form dar. Und diese Geschichte schöpft sich bis heute zu einem nicht so geringen Teil aus unbelegten Behauptungen, fragwürdigen Prognosen, Halb- und Unwahrheiten. Grundlage dafür ist nicht zuletzt das weltweite Datenmanagement aus apokalyptischen Zahlen: Millionen von zusammengetesteten „COVID-19-Fällen“.

Dabei weiß bis heute niemand, wer von diesen „Kranken“ wirklich krank war oder wem, um es mit den Worten des Hausvirologen der Bundesregierung, Christian Drosten, aus 2014 zur MERS-Epidemie zu sagen, so ein Virus lediglich „mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut gehuscht“ ist.

Die dramatisch dargestellten Todeszahlen integrierten sich zumindest in Deutschland für 2020 in das normale Sterbegeschehen, ohne irgendwelche besonderen Auswirkungen. Im Gegenteil: Die Sterblichkeit habe eher unter der selbst ohne Coronavirus erwarteten gelegen, befanden Forscher der Universität Duisburg-Essen. Ob dafür die politischen Repressionsmaßnahmen gesorgt haben, ist bis heute nur eine ungeprüfte Behauptung. Im Ländervergleich zeigt sich die epidemische Entwicklung relativ unabhängig der verhängten Maßnahmen.

Hier wären weitere Fragen zu beantworten, etwa: Zu wie vielen zusätzlichen Todesfällen haben eigentlich die Maßnahmen in Deutschland sowie weltweit geführt, von wochenlanger Zwangsisolation der Alten über unterbrochene Lieferketten mit folgender Massenverelendung bis hin zu etwaigen Fehlbehandlung von Corona-Patienten? Oder: Wie viele zusätzlichen Todesfälle werden die experimentellen Massenimpfungen nach sich ziehen? Es scheint nicht so, als wollten die Regierenden diese Fragen überhaupt beantworten.

Beharrliche Faktenleugnung

Auf ähnlich dünnem Gerüst steht das nun aktenkundige Vorhaben der neuen „Ampel“-Regierung aus SPD, FDP und Grünen unter Kanzler Olaf Scholz (SPD), umgehend eine Impfpflicht im Pflegesektor, demnächst auch eine allgemeine Impfpflicht, einzuführen.

Dieser zielstrebig betriebene Eingriff in weit oben auf der Skala stehende Grundrechte, wie Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit, beruht auf der längst widerlegten Annahme, die Impfung könne eine Übertragung des Virus verhindern. Selbst das RKI kann eine mögliche Eindämmung durch die gentechnischen mRNA- und Vektor-Impfungen „derzeit nicht quantifizieren“, wie es seit Anfang November auf dessen Webseite heißt.

Die mangels Daten vom RKI sehr unvollständig erfassten „Impfdurchbrüche“ sind alles andere als Einzelfälle. Das kann man wohl sagen, wenn seit Wochen mehr als 70 Prozent der positiv getesteten über 60-Jährigen „vollständig geimpft“ waren, und wenn selbiges auf rund 55 Prozent der Corona-Patienten in Krankenhäusern und 45 Prozent in Intensivstationen sowie fast 50 Prozent der Corona-Todesfälle zutrifft. Die Daten in anderen Ländern belegen Ähnliches, weshalb etwa Israel bereits zur vierten Boosterimpfung ruft und das Vereinigte Königreich für ein Nachimpfen alle drei Monate plädiert.

Auch in Portugal mit einer Vorzeige-Impfquote von 88 Prozent steigen die Zahlen, der nächste Lockdown steht in den Startlöchern. In Belgien, Dänemark und weiteren Ländern mit so gut wie durchgeimpfter Bevölkerung schießen die Zahlen in die Höhe. Man muss nicht viel drumherum reden: Das ist klassisches Impfstoffversagen, nicht mehr, nicht weniger.

Doch diese auf dem Tisch liegenden Erkenntnisse leugnet die „Ampel“-Koalition beharrlich, was sich auch in dem fortgesetzten Ausschluss Ungeimpfter mittels „2G“ in fast allen gesellschaftlichen Bereichen zeitigt. Eine Anfrage der Autorin, die das Gesundheitsministerium mit entsprechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontierte, blockte deren Sprecher Sebastian Gülde vor über einer Woche „mangels Zuständigkeit“ ab. Seither liegen die Fragen den Koalitionsparteien vor – SPD, FDP und Grüne gingen bisher nicht darauf ein.

Ignoranz gegenüber Impfnebenwirkungen

Hinzu kommt die weitaus höhere Melderate an mutmaßlichen Nebenwirkungen durch COVID-19-Impfungen als bei allen anderen bisher zugelassenen klassischen Vakzinen. Das zeigen die Daten aller Erfassungssysteme für Verdachtsfälle von Impfschäden. Allein für Deutschland führt das PEI bis Ende September über 172.000 Verdachtsfälle, darunter gut 21.000 schwere Reaktionen mit 1.800 Todesfällen auf.

Auch mindestens sieben Kinder und Jugendliche starben in Deutschland nach der Impfung, fünf davon listet der PEI-Bericht auf. Hinzu kommt der Fall des zwölfjährigen Jason aus Cuxhaven, der laut offiziellen Angaben zwar nicht allein, aber eben auch durch die Impfung starb, und der Fall der 15-jährigen Cheyenne aus Hollfeld, die ebenso wie Jason einer Herzmuskelentzündung erlegen sein soll.

Ganz an der Bundesregierung vorbei gegangen ist das wohl nicht. Sie selbst bezifferte das Risiko schwerer Nebenwirkungen auf einen Fall pro 5.000 Impfungen. Das entspricht der Melderate beim PEI, die vermutlich hohe Dunkelziffer nicht einbezogen. Wegen der doppelten Gabe der Vakzine kommt dort am Ende ein schwerwiegender Meldefall auf 2.500 Geimpfte. Das mag für Ältere und Vorerkrankte ein geringeres Risiko sein, als schwer an Corona zu erkranken. Aber eben nicht für alle – auch das wird verschwiegen. Zudem ist ein Impfschaden weit schwerer zu gewichten als eine schwere Virusinfektion: Eine Nebensache? Für Karl Lauterbach offenbar schon, denn für ihn sind die Impfungen gar „nebenwirkungsfrei“.

Garant für verhärtete Fronten

Vor dem Hintergrund dieser Daten kann kein Mensch, dem irgendetwas an grundlegenden Menschenrechten liegt, für einen Impfzwang plädieren. Die Ampel unter SPD-Kanzler Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach ist dennoch fest gewillt, ihn einzuführen, allen Fakten, allen Menschenrechten und allen Gefahren zum Trotz, mit blankem Alarmismus als Treibstoff.

Denn so sehr die Lauterbach-Anhänger auf „wissenschaftliche Fakten“ pochen: Darum geht es schon lange nicht mehr in der Corona-Debatte. Man könnte von einer Glaubensgemeinschaft sprechen, installiert durch politische Propaganda, die jedweden abweichenden, laut geäußerten Gedanken hart sanktioniert – derzeit noch verbal, medial und physisch durch „2G“, bald wohl auch existenziell: Durch mögliche Bußgelder, Ausschluss von Lohnarbeit, vielleicht sogar durch Verweigerung von Sozialleistungen, und so weiter.

Mehr noch: Die existenzielle Frage betrifft auch den Gesundheitssektor: Wenn nur zehn weitere Prozent des Pflegepersonals in den seit langem kaputt gesparten Kliniken und Seniorenheimen wegen der Impfpflicht kündigen werden, dürfte das tatsächlich in einer Katastrophe enden, die den bisherigen Pflegenotstand bei weitem übersteigt. An dieser Katastrophe werden dann allerdings nicht jene Schuld sein, die sich aus berechtigten Gründen nicht diesen noch immer experimentellen Impfstoffen aussetzen wollen.

Mit Lauterbach als Gesundheitsminister ist gewiss keine Umkehr zu faktenbasierter Ruhe zu erwarten. Die in dramatischen Bildern und Worten verzerrte Realität steht personifiziert an der Spitze des Gesundheitsministeriums. Das kann die Fronten in diesem Glaubenskrieg nur verhärten. Die härtesten Maßnahmen-Fans mögen ihren Guru feiern. Die Ungeimpften hingegen werden weiter als Sündenböcke in die Enge, vielleicht bald in existenzielle Not, getrieben – Evidenz adé, Grundrechte adé – wellcome Hysterie.

1 Kommentar

  1. franziska

    Nur scheinbar ein Nebenpunkt: Man sollte vorsichtig sein, als Massnahmenkritiker sich die Rede vom Impfdurchbruch/versagen zu schnell zueigenzumachen. Erst recht, wenn man sich durch Drosten himself dran erinnern lässt, dass der hyper-sensitive Test auch kleinste Mengen klinisch irrelevanten Virusmaterials anzeigt. Also genau solches, wie es bei einem möglicherweise endemisch gewordenen, aber weiter zirkulierenden Virus nach wie vor anfällt. Etwa als Nebenbefund von Krankenhauspatienten, die als einschlägig Testpositive zwar „symptomatisch“ sind, deren Symptome aber längst von anderen, den diesjährigen saisonalen Atemwegsinfekt-Erregern nämlich, verusacht werden. Nach denen suchen wir freilich nicht – schon garnicht derart fanatisch wie nach SarsCov2. Auf diese ebenso irre wie wahrscheinliche Möglichkeit sollten Kritiker viel hartnäckiger als bisher hinweisen. So wie sie insistieren sollten, dass endlich einmal die Frage geklärt wird, ob und wie weit Herdenimmunität unter Ungeimpften eingetreten sein könnte. Die gelten eigenartigerweise als durchweg „immunnaiv“, aber wieso? – Geprüft werden sollte das dann aber mit einem geeigneten Verfahren. Wie wäre es, bei frischinfizierten Ungeimpften mal nachzusehen, wie ihre (flüchtige, aber messbare) Immunreaktion im Blut ausschaut – bei wievielen IgG schon in den ersten Tagen ansteigen, was dafür spräche, dass ihr Immunsystem mit dem Virus längst befasst war.
    Den Immunstatus der andern kann man ja leider nicht mehr feststellen. Womöglich wurden und werden massenhaft bereits Immunisierte geimpft. (Was am Ende tragischerweise mit zur häufig heftigen Impf-Reaktion beitragen könnte…)

    weitere Details:
    https://freie-linke.de/alexander/2021/10/begruendung-der-massnahmenkritik#comment-942
    vor allem auch in meinen eigenen Kommentaren zum Artikel

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