Über die Manipulation der Massen durch Sprache

 

von Pia Maria de Vos

 

Denise liegt seit zwei Jahren im Koma. Sie hat die aktuelle dramatische gesellschaftliche und politische Entwicklung nicht erlebt. Ich frage mich seit einigen Tagen, wie es wohl wäre, wenn sie heute aufwachen würde.

Was würde ich ihr erzählen? Was würde ich ihr erklären?

Ich würde mir Gedanken machen, welche Worte ich wählen sollte, um ihr verständlich zu machen, dass sich unser Leben ab Anfang 2020 schlagartig verändert hat. Die äußeren Umstände würde ich ihr so erklären:

In den Medien wurde seit Januar 2020 pausenlos von einer gefährlichen Krankheit berichtet. Die Menschen bekamen fast allesamt furchtbare Angst vor dem Sterben. Die Politiker sagten unaufhörlich, dass sie einen guten Plan hätten, uns zu retten. Dabei stach etwa der bayerische Ministerpräsident hervor. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, was er im Frühling 2020 im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen sagte, nämlich, dass er sich eine Impfpflicht gut vorstellen könne. In den darauffolgenden Monaten sprach die Regierung den Menschen Schritt für Schritt ab, selbst zu entscheiden, wie sie leben und sich verhalten. Viele Menschen ließen das alles kritiklos mit sich machen.

So in etwa würde ich die Geschehnisse zusammenfassen.

Schnell würde ich jedoch an meine Grenzen stoßen. Denn bei den meisten Begriffen, dich in meine Erzählungen einfließen würden, verstünde Denise nur Bahnhof.

Lockdown, AHA-Regeln, PCR-Test, mRNA, Inzidenzwerte, Deltavariante, R-Wert, rote Krankenhausampeln, 2G, 3G, 2Gplus, Vakzin und Green Pass.

Davon abgesehen, dass all diese Begriffe wie von einer PR-Agentur sorgfältig ausgetüftelt erscheinen und wohl kaum zufällig zu dem Zeitpunkt entstanden sind, als 2020 etwas scheinbar völlig Unerwartetes eintrat, stelle ich mir die Frage, ob es nicht gerade diese Begriffe sind, die diese schlimme Entwicklung erst möglich gemacht haben.

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